Sommergespräche in Leonberg Das Erlebnis des Einkaufens vor Ort

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Eine Möglichkeit, die Innenstadt aufzuwerten, ist der Bereich der alten Schuhfabrik. Sie haben sich dagegen ausgesprochen, dass hier ein Investor zum Zug kommt. Warum?

Widmaier: Überall, wo wir Investoren einbezogen haben, waren Kunst und Soziales allenfalls Randthemen. Mit einem Investor ist ein Projekt, in dem Kreativität ausgelebt werden kann, äußerst schwierig. Wir sollten eine gute Planung machen und dann schauen, was umgesetzt werden kann.

Murschel: Es gibt im Gemeinderat und in der Verwaltung bei einigen den Reflex, dass ein Investor alles bezahlt. Aber welcher Investor hat ein Interesse daran, günstigen Schaffensraum für alle Leonberger zu bezahlen? Wir wollen auch nicht unendliche Gelder in eine Sanierung stecken. Aber wir brauchen eine gute Planung, keinen Schrott. Erinnern Sie sich: Beim Postareal hatten wir anfangs von einer Markthalle geträumt.

Jetzt befürchten Sie, dass das Postareal dem Marktplatz eher schadet als nützt.

Murschel: Der Grundgedanke eines attraktiven Brückenschlags war ja der, dass sich die Menschen zwischen der Altstadt und dem Neuköllner Platz hin- und herbewegen. Aber jetzt bekommen wir im Postareal eine komplett neue Einkaufsebene. Das ist Konkurrenz zur Altstadt.

Handel und Gastronomie haben durch die Lockdowns ohnehin Probleme.

Widmaier: Mit der kreativen Kampagne „Offen für Euch“ und der aktuellen Gutscheinaktion „Acht macht’s“ hat unser Citymanagement bei der Kundschaft sehr viel Bewusstsein für das Einkaufen vor Ort geschaffen. Wir sind da auf einem guten Weg. Das gilt übrigens auch für den Samstagsmarkt in der Steinstraße. Auch da hat die Citymanagerin unsere Anregung aufgegriffen, den Platz mit den Ständen weitgehend autofrei zu halten. Damit wird auch ein solcher Platz aufgewertet. Es geht ja nicht nur um das Einkaufen, sondern auch um das Erlebnis: frische regionale Produkte in einer angenehmen Umgebung.

Dieses Erlebnis wäre aber auf dem Marktplatz noch sehr viel intensiver.

Murschel: Das eine schließt ja das andere nicht aus. Es gibt ja den Freitagsmarkt, der teilweise ein anderes Klientel anspricht. Außerdem konnte nicht nachgewiesen werden, dass auf dem Marktplatz ausreichend Platz ist.

Der Hauptgrund ist doch eher, dass die meisten Beschicker vom Platz in der Steinstraße nicht wegwollen.

Widmaier: Ja, sie sagen, dass die Geschäfte dort gut funktionieren. Aber grundsätzlich sind wir auch für andere Ideen offen.

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