Porsche in Weissach Porsche kann im Süden erweitern

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Das Weissacher Porsche-Werk und die Teststrecke werden künftig auch von Süden her anfahrbar sein. Foto: factum/Granville

Weissach - Das Baurecht steht. Jetzt kann Porsche sein Weissacher Entwicklungszentrum erweitern. Die letzten notwendigen Genehmigungen hat der Weissacher Gemeinderat am Montagabend erlassen. „Da haben wir in den vergangenen eineinhalb Jahren sehr, sehr schnell gearbeitet“, bilanziert Bürgermeister Daniel Töpfer. „Alle Hebel sind in Bewegung gesetzt worden.“

Um elf Hektar will der Sportwagenhersteller sein Weissacher Firmengelände erweitern. Ferner sieht die jetzt erlassene Baugenehmigung auch die „Südzufahrt“ vor, also eine zusätzliche Anfahrt an das Werk. Für den Gemeinderat war diese Zufahrt immer die wichtigste Bedingung dafür, dass Porsche nochmals expandieren darf. „Ist das auch wirklich festgeschrieben, dass erst die Südanbindung und das Parkhaus gebaut werden muss, bevor irgend etwas anderes kommt?“, will daher die Gemeinderätin Karin Häcker (Bürgerliste) wissen, bevor auch sie ihre Stimme dem Projekt gibt.

Noch quälen sich die Pendler durch Weissach

Denn bisher quälen sich die meisten der 6500 Porsche-Mitarbeiter durch Flacht und Weissach, um zum bis heute einzigen Zugang, dem Nordportal, zu kommen. Das soll mit der Südzufahrt anders werden. Dann will man zumindest einen Teil des Pendlerstroms von der Heimsheimer Autobahnabfahrt über Mönsheim zum neuen Südportal lenken. Eine entsprechende Einbahnstraßen-Regelung, die eine Zufahrt von Flacht zum Südportal unmöglich macht, soll das unterstützen.

„Wir freuen uns sehr, dass die Gemeinde Weissach diesen Satzungsbeschluss mit großer Mehrheit getroffen hat“, sagt Georg Wahl, der Porsche-Standortleiter, unserer Zeitung. Wann genau die Bagger anrücken, um die Südanfahrt und dann die Erweiterungsflächen zu bauen, das werde derzeit noch geprüft. „Zeitnah“ soll es soweit sein, sagt er: „Der Bau der Südanbindung wird dann etwa sechs bis acht Monate dauern.“

Porsche trägt sämtliche Kosten

Zusammen mit der Baugenehmigung haben sich der Weissacher Bürgermeister Daniel Töpfer und Porsche auch auf einen städtebaulichen Vertrag geeinigt. Dieser regelt, dass der Autobauer für sämtliche Kosten für die Planung, den Kauf der Grundstücke, den Bau und den Betrieb der neuen Straße aufkommt. „Die Südanbindung ist dennoch eine öffentliche Straße, bleibt also für den öffentlichen Verkehr gewidmet“, sagt Töpfer. Seine Verwaltung muss jetzt zunächst noch alle benötigten Grundstücke ankaufen, mit den Eigentümern bestehe aber Einigkeit, gibt der Bürgermeister bekannt.

Dann verkauft die Gemeinde das Areal an Porsche – und dann geht es los. Eine umfangreiche Planung geht damit zu Ende. Der Verband Region Stuttgart hat zustimmen müssen, weil die Südanbindung durch einen geschützten Grünzug verläuft. Ein hier liegendes Landschaftsschutzgebiet musste verlegt und Ausgleich hierfür geschaffen werden. Außerdem liegt die Erweiterungsfläche in einem kleinen Waldgebiet – auch Wald zu verlegen bedarf eines bürokratischen Verfahrens.

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