Porsche-Entwicklungszentrum Weissach Region stimmt der Porsche-Erweiterung zu

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Die Südzufahrt (roter Pfeil) verbindet die Motorsport-Abteilung im Süden mit der Kreisstraße, die zwischen Flacht und Mönsheim verläuft. Das Bild stammt aus dem Jahr 2015. Foto: Holger Leicht

Weissach - Die Ampel für die Vergrößerung der Weissacher Autoschmiede wird immer grüner. Mehrfach schon hat der Gemeinderat über die Erweiterung ­debattiert, am Mittwoch hat nun auch der Verband Region Stuttgart der Porsche­Erweiterung zugestimmt.

Die Fakten sind bekannt: Um 14 Hektar will Porsche sein Gelände im Süden vergrößern, also von aktuell rund 78 auf 92 Hektar. Zur Bedingung hierfür hat die Gemeinde die sogenannte „Südanbindung“ gemacht, also eine kleine Straße, die diese Erweiterungsfläche mit der Kreisstraße 1017 (Mönsheimer Straße) verbindet. So will man sicherstellen, dass der zusätz­liche Pendelverkehr nicht mehr über Flacht, sondern über Mönsheimer Gemarkung in Richtung Autobahn rollt. Für diese Südanbindung geht ein weiterer Hektar an Acker- und Waldfläche verloren.

Aber das ist nicht das einzige Problem. Die Trasse der Südanbindung läuft nämlich durch einen „Regionalen Grünzug“. Solche Grünzüge hat der Verband Region Stuttgart (VRS) definiert, um damit zusammenhängende unbebaute Gebiete zu schützen. Dennoch bekommt der Autobauer in Weissach jetzt die Erlaubnis, seine Südzufahrt durch einen solchen Grünzug zu bauen. „Das ist im Hinblick auf die Erforderlichkeit begründet“, formuliert es Thomas ­Kiwitt, der Technische Direktor beim VRS.

Linke und Grüne sind gegen die Erweiterung im Süden

Dem stimmt auch die Mehrheit der ­Regionalräte – mit Ausnahme der Linken und einem Teil der Grünen – zu. „Das ist schließlich ein wichtiges Projekt für die ­Region“, sagt Jürgen Lenz (CDU) bei der Sitzung des VRS-Planungsausschusses. „Es geht hier um die Kernbestände unserer Wirtschaft“, erklärt der FDP-Regionalrat Kai Buschmann. „Für mich ist klar, dass der Beschluss richtig und notwendig ist.“ Kritik kommt dagegen von den Linken. „Die ökologischen und sozialen Kosten sind gigantisch – eine unverzeihliche Zerstörung der Umwelt“, wettert Christoph Ozasek bei der Sitzung in Stuttgart. Durch die digitale Revolution könne jeder überall arbeiten, eine Erweiterung standortgebundener Arbeitsplätze ist nach Meinung des ­Linken-Politikers nicht notwendig.

Doch die Mehrheit der Regionalräte sieht dies nicht so und stimmt der Erweiterung zu. Jetzt muss die Naturschutzbehörde des Böblinger Landratsamts noch entscheiden, ob die betroffenen Gebiete aus dem dortigen Landschaftsschutzgebiet ­herausgenommen werden. Im April oder Mai 2018 debattiert der Weissacher ­Gemeinderat dann nochmals über die ­Porsche-Erweiterung und die Südzufahrt. Wenn es dann endgültig grünes Licht gibt, kann der Sportwagenhersteller loslegen.

Porsche muss ein neues Parkhaus für 2000 Autos bauen

Zunächst muss er die Zufahrt bauen, die Porsche im Übrigen komplett selbst finanziert. Anschließend muss er ein Parkhaus für 2000 Autos errichten – und erst dann darf er sein Betriebsgelände erweitern.

Für den Pendler-Verkehr, den es in Weissach und Flacht jetzt schon gibt, ist die Südzufahrt keine Lösung. Sie nimmt nur den Verkehr auf, der durch die Erweiterung zusätzlich hinzu kommt. Dieser soll dann nämlich über die Autobahnabfahrt Heimsheim, an Mönsheim vorbei direkt zur ­Porsche-Südpforte rollen.

„Wie aber wollen Sie sicherstellen, dass die Pendler wirklich über Heimsheim fahren – und nicht doch über Flacht?“ Das ist eine Frage, die sich nicht nur die grüne ­Regionalrätin Ulrike Sturm in der VRS-­Sitzung stellt. Das soll über die Verkehrsführung gelingen. Es soll nämlich künftig ­nicht möglich sein, auf der Südumfahrung von Porsche kommend nach links in Richtung Flacht abzubiegen. Auf diese Weise sollen die Pendler gezwungen werden, den Umweg über Mönsheim in Richtung Autobahn zu nehmen.

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