Corona-Schnelltestzentrum in Leonberg Alle 40 Sekunden erfolgt ein Nasenabstrich

Von
Die neuen Nasaltests werden bereits seit vergangener Woche in Leonberg eingesetzt. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Leonberg - Am Sonntagabend sind bereits alle Termine für den Folgetag ausgebucht. „Am Dienstag könnten Sie aber noch Glück haben“, sagt Miriam Sachs. Die Apothekerin leitet das Corona-Schnelltestzentrum in Leonberg. Vor zwei Wochen hat es seinen Betrieb im alten Postgebäude an der Eltinger Straße aufgenommen. „Das hat sich ganz ordentlich entwickelt“, erzählt Sachs.

Zunächst habe man mit etwa 60 Testungen täglich während der zweistündigen Öffnungszeit (montags bis freitags 17 bis 19 Uhr und samstags 10 bis 12 Uhr) angefangen. „Wir mussten uns ja selbst erst einmal reinfinden“, sagt die Chefin der Apotheke am Marktplatz in Leonberg.

180 Testungen in zwei Stunden

Doch das sei mittlerweile gut eingespielt, die Abläufe funktionierten reibungslos. Und auch die Nachfrage sei groß, besonders, da der Kreis Böblingen jedem Einwohner ab zwölf Jahren zwei Schnelltests pro Woche bezahlt. „Deshalb haben wir die Zahl der Testungen verdreifacht und sind jetzt bei 180 Schnelltests in zwei Stunden“, erklärt Miriam Sachs. Das entspricht einem Abstrich alle 40 Sekunden. Und das schon seit der vergangenen Woche mit den so genannten Nasenbohrertests. „Das ist einfach die aktuelle technische Entwicklung. Auch die Getesteten freuen sich darüber“, sagt sie.

Beim Betrieb des Schnelltestzentrums wird sie unterstützt von den DRK-Ortsvereinen aus Leonberg, Rutesheim, Renningen und Weissach. „Sie sind uns eine große Hilfe. Da ja im Moment keine größeren Veranstaltungen stattfinden, passt das sehr gut. Die Helfer sind mit Feuereifer dabei und sorgen immer für gute Laune“, erzählt Sachs. Wer einen Termin im Schnelltestzentrum im Internet auf www.corona-schnelltest-leonberg.de bucht, wird auch nach dem Grund gefragt.

Lehrer und Erzieher nutzen Testangebot bisher kaum

„Etwa 80 Prozent geben einen privaten Grund an. Sie wollen entweder ein Person aus dem privaten Umfeld besuchen, die zur Risikogruppe gehört. Oder nur Klarheit für sich selbst haben“, berichtet Miriam Sachs. Der Rest plane entweder einen Besuch in einem Krankenhaus oder Pflegeheim oder hatte Kontakt zu einer mutmaßlich mit dem Coronavirus infizierten Person.

Lesen Sie hier weiter: Rutesheim testet Erzieher und Lehrer

Lehrer und Erzieher waren bislang kaum darunter. „Da die Schulen und Kitas jetzt erst wieder öffnen, denke ich, dass sich das in der kommenden Zeit schnell ändern wird“, meint die Apothekerin. Zumal es am Freitag die Zusage des Kultusministeriums gab, dass auch diese Berufsgruppen sich jetzt zwei Mal pro Woche auf Kosten des Landes einem Schnelltest unterziehen können. „Bislang lautete das Angebot auf drei Tests bis Ostern“, verdeutlicht Sachs. Anfragen von Kommunen nach einem Testtermin vor Ort für Lehrer oder Erzieher gebe es bereits. „Wir schauen gerade mit der Stadt Leonberg, wie wir das anbieten können“, erklärt Sachs.

Fast 8000 Test innerhalb von zwei Wochen im Kreis

Nach Angaben des Landratsamtes sind in der ersten Woche des kostenlosen Testangebots für Kreisbewohner 3100 Testungen in den fünf Schnelltestzentren im Kreis Böblingen vorgenommen worden. Bei 2500 davon hat der Kreis die Kosten übernommen. 23 Tests fielen positiv aus. In der vergangenen Woche waren es insgesamt 4723 Testungen, davon 4153 auf Kreiskosten und 25 positive Fälle.

Über Schnelltests sollen vor allem asymptomatische Infizierte gefunden werden, die also noch keine Symptome zeigen. „Da sind bei uns auch schon Fälle entdeckt worden, darunter auch eine Erzieherin“, berichtet Sachs. „Solange nicht genug Impfstoff zur Verfügung steht und verimpft ist, ist das ein wichtiger Weg, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen“, ist die Apothekerin überzeugt.

Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden

Sonderthemen