Weil der Stadt Die Suche nach einem Alleskönner läuft

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Moment der Verkündung: Seitdem ist Susanne Widmaier Bürgermeisterin. Foto: factum/Bach

Weil der Stadt - Pünktlich am Montagmorgen sitzt Susanne Widmaier wieder an ihrem Schreibtisch im Merklinger Rathaus. Klar, jetzt darf sie sich „designierte Bürgermeisterin“ nennen. Aber bis zum 30.  März muss sie noch als Beigeordnete in Weil der Stadt arbeiten. „Mir ist es ganz wichtig, alle Projekte gut abzugeben“, sagt sie. „Ich möchte mit einem guten Gefühl nach Rutesheim gehen.“

Ob – und falls ja, an wen – sie ihre Projekte abgibt, an dieser Frage arbeitet derweil schon der Weil der Städter Bürgermeister Thilo Schreiber. „Wir werden die Stelle auf jeden Fall wieder ausschreiben“, sagt er. „Und zwar zeitnah.“ Zeitnah, das heißt nicht sofort, denn zunächst will der Rathaus-Chef mit dem Gemeinderat die Strukturen und Anforderungen des zukünftigen Beigeordneten definieren.

­Spitzenposition in der Verwaltung

„Wir erkundigen uns gerade bei anderen Städten vergleichbarer Größe, wie diese an der Spitze aufgestellt sind“, gibt Schreiber bekannt und kündigt erstmals an: „Even­tuell suchen wir dann auch einen Technischen Beigeordneten.“ Denn grundsätzlich soll der künftige Bürgermeister-Stellvertreter auch weiterhin für das Bauamt ­zuständig sein, ein Technischer Beigeordneter hätte eine technische Ausbildung, ­etwa als Architekt. Dass sich genügend ­Bewerber finden lassen, daran hat der ­Bürgermeister keine Zweifel. „Da bin ich zuversichtlich“, sagt Thilo Schreiber. „Schließlich handelt es sich ja um eine ­Spitzenposition in der Verwaltung.“

Wegen all dieser Überlegungen wird es wohl nicht gelingen, einen Beigeordneten schon zum 1. April zu finden, wenn Susanne Widmaier Weil der Stadt verlässt. „Ich ­würde mir aber schon wünschen, dass wir die Stelle bis zur Sommerpause besetzen können“, sagt Schreiber. Die vergangenen Wochen, als er wegen Widmaiers Wahlkampf die Arbeit alleine machen musste, hätten doch gezeigt, wie wichtig eine Doppelspitze sei. „Ich bleibe dabei, auf Dauer kann ich das in einer 20 000-Einwohner-Stadt nicht alleine bewältigen“, bekennt er.

Bis Gründonnerstag bleibt Widmaier in Weil der Stadt

Bis zum 29. März hat er jetzt erstmal noch Widmaiers Unterstützung. Bis zu ­jenem Gründonnerstag will sie noch in Weil der Stadt arbeiten, sagt sie unserer Zeitung. Einige Projekte will Widmaier noch weitertreiben oder vollenden, zum Beispiel die Neustrukturierung des Bauamts: „Wir haben jetzt eine gute Mannschaft, die die Aufgaben gut bewältigt. Jetzt müssen wir noch ein Organigramm definieren, wer welchen Platz einnimmt.“ Im Ordnungsamt, für das die Beigeordnete auch zuständig ist, stehen noch die Neukalkulation der Bestattungsgebühren an, kündigt Susanne Widmaier an.

Aber dann, irgendwann, im Frühsommer, wird ein Nachfolger das Büro im Merklinger Rathaus beziehen. Wie muss er beschaffen sein? „Ein breites Kreuz muss er haben“, nennt Susanne Widmaier, jene Eigenschaft, die sie in der Vergangenheit oft schon für sich selbst reklamiert hat. Eine gute Ausbildung müsse er haben und eine Führungspersönlichkeit sein. „Gerade in dieser Position muss man auch mal unbequem sein – aus Gründen der Gerechtigkeit“, das habe sie in den vergangenen vier   Jahren festgestellt. Thilo Schreiber wünscht sich zudem einen Allrounder, sagt er: „Der Beigeordnete braucht viel Know-how, muss aber auch bei den Bürgern ­rüberkommen.“

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