Bürgermeisterwahl in Rutesheim 70,8 Prozent: Triumph für Susanne Widmaier

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Einer der ersten Gratulanten ist Widmaiers Mitbewerber Jürgen Beck. Foto: factum/Bach

Rutesheim - Susanne Widmaier ist mit 70,8 Prozent der Stimmen die Wahlsiegerin und die neue Bürgermeisterin von Rutesheim“, verkündet der Amtsinhaber Dieter Hofmann. Es ist 18.45 Uhr im großen Saal des örtlichen Rathauses, als lauter ­Jubel begleitet von tosendem Applaus ausbricht. Zuvor hatte Hofmann die Kandidaten und die zahlreichen interessierten Bürger noch ein wenig auf die Folter gespannt. „Die gute Nachricht ist, dass wir in zwei Wochen nicht wieder wählen müssen“, hatte er seine Ankündigung begonnen.

„Es war ein engagierter Wahlkampf mit einem sehr überzeugenden und tollen Ergebnis, aber einer ohne Misstöne“, bedankt sich Dieter Hofmann auch bei dem ­Verlierer Jürgen Beck. Der Leiter des Leonberger Ordnungsamtes konnte nur 22,5 Prozent der Wähler überzeugen, die zur Urne gegangen waren. Da hätten sich viele an dem Abend gewünscht, dass es mehr gewesen wären, denn die Wahlbeteiligung lag bei 57,2 Prozent. Angesichts des großen Interesses bei den Vorstellungsterminen und -gesprächen der Bewerber eigentlich erstaunlich, meint auch Bürgermeister Dieter Hofmann.

„Ich bin überwältigt“

„Ich bin überwältigt“, freut sich die künftige Rutesheimer Bürgermeisterin Susanne Widmaier. Nach einem knackigen Wahlkampf komme nun eine riesige Aufgabe auf sie zu. „Aber eben diese Aufgabe hat mich gereizt anzutreten, und nun will ich mich mit Leib und Seele dafür engagieren“, versprach sie ihren vielen Unterstützern, Freunden und der Familie. Besonderer Dank gelte der „besseren Hälfte“ Willard Dornes. „Er hätte mich in den letzten Wochen öfter fast auf den Balkon zum Lüften stellen müssen“, gab Widmaier einen Einblick die Anspannung des Wahlkampfes.

„Natürlich bin ich enttäuscht“, sagt Jürgen Beck. Aber es sei ein klares Ergebnis nach einem fairen Wahlkampf, für das er Susanne Widmaier gratuliere. „Ich habe die Aufgabe gewollt und mich dafür entschieden.“ Die vielen interessanten Gespräche mit den Bürgern hätten ihm große Freude gemacht, sagt Jürgen Beck im Rückblick . „Es gibt nichts, was ich bereue“, meint Beck angesichts von mehr als acht ­Wochen Wahlkampf in Rutesheim.

Eindeutiges Votum

Quer durch alle Fraktionen im Gemeinderat, die sich alle im Vorfeld nicht für eine Wahlempfehlung ausgesprochen hatten, herrscht am Sonntagabend Freunde über das eindeutige Votum der Bürgerschaft. CDU-Fraktionsvorsitzender Ulrich Köthe meint: „Ein schönes Ergebnis und ein Beweis, dass die Zeit für eine Frau als Bürgermeisterin gekommen ist.“

Wolfgang Diehm, der Sprecher der Bürgerlichen Wählervereinigung, freut sich angesichts der guten Gespräche im Vorfeld , dass die erfolgreiche Linie der Stadt weiter gefahren werde könne.

„Ein so gutes und deutliches Ergebnis freut uns natürlich, wobei uns der unterlegene Kandidat natürlich leid tut, denn es war ein guter Wahlkampf “, sagt Harald Schaber der Fraktionsvorsitzende der ­Unabhängigen Bürger. Die neue Bürgermeisterin erfreue sich eines hohen Rückhaltes in der Bürgerschafts, was auch mit einem großen Vertrauensvorschuss einhergehe, sagt Schaber, der gehofft hatte, dass bei der Wahlbeteiligung mindestens an der 60-Prozent-Marke gekratzt wird, „angesichts der guten Kandidaten“.

Bei der Wahl vor acht Jahren, als der Amtsinhaber Hofmann für seine zweite ­Legislaturperiode gewählt wurde, lag die Wahlbeteiligung bei 34,1 Prozent, 2002 als er das erste Mal angetreten war, bei 59 Prozent. Doch das ist jetzt Geschichte.

Schon bald haben sich die Flure des Rathauses an diesem Sonntagabend geleert, auf dem Vorplatz wird weiter diskutiert.

Wie es in Rutesheim Tradition ist, gibt es nun für die 66 Ehrenamtlichen, die die Wahlorganisatorin, die Leiterin des Ordnungsamtes, Debora Widmaier unterstützt haben, ein gemeinsames Essen im Saibeck.

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