Rutesheim/Renningen Protest-Radeln, bis der Radweg gebaut wird

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Die Rathäuser in Rutesheim und Renningen stehen unterschiedlich zu einem Radweg entlang der Kreisstraße Foto: factum/Bach

Rutesheim/Renningen - Wir werden so lange an jedem Freitagnachmittag radeln, und wenn es Jahre dauert, bis dieser Radweg gebaut wird“, sagt Ulrich Schenk. Der Perouser sitzt für die Unabhängigen Bürger Rutesheim (UBR) im Gemeinderat und ist auch viel mit dem Fahrrad unterwegs. Er gehörte zu den vielen – nicht nur Rutesheimer Stadträten – die seinerzeit erstaunt den Kopf über die Entscheidung der Kollegen im Renninger Rathaus den Kopf geschüttelt haben.

Alles hat damit begonnen, dass der Böblinger Kreistag im Dezember 2014 ein großes Radverkehrskonzept beschlossen hat. Teil davon war auch, einen drei Meter breiter Fahrradweg von Perouse nach Malmsheim auf der westlichen Seite zwischen der Kreisstraße und dem Wald anzulegen. Der rund 3,3 Kilometer lange, asphaltierte Weg gilt als wichtige Alltags- und Freizeitverbindung mit viel Potenzial. Die geschätzten Kosten liegen bei 600 000 Euro, die je zur Hälfte das Land und der Landkreis übernehmen wollten.

Rutesheim sagt Ja, Renningen ist dagegen

Rutesheim hatte begeistert einstimmig Ja gesagt, Renningen aber mehrheitlich Nein. Im Sommer 2015 handelten der Böblinger Landrat Roland Bernhard, der Renninger Bürgermeister Wolfgang Faißt und der damalige Rutesheimer Rathauschef Dieter Hofmann einen Kompromiss aus. Der sah vor, dass die Trasse auf heutigen unbefestigten Waldwegen verlaufen sollte, die asphaltiert werden. Dieser Kompromiss fiel in beiden Städten durch.

„Dass ein solcher Radweg nicht von Anfang an geplant wurde, ist schon schlimm genug, aber Fehler lassen sich korrigieren“, sagt Ulrich Schenk. Die neu gepflanzten Bäume als Gegenargument ins Feld zu führen, sei fragwürdig. „Mit jedem Jahr, das ins Land zieht, werden sie größer“, gibt Schenk zu bedenken. Für den Weg spreche aus lokaler Sicht auch, dass er die beiden Städte außer der Unterhaltung, nichts kostet.

Jeder, der Lust hat, darf mitradeln

„Untätig zu bleiben, ist das falsche Signal“, dachte sich Schenk, und ging auf die Suche nach Mitstreitern in Renningen. Bei der ADFC Ortsgruppe Renningen-Rutesheim-Magstadt mit Weil der Stadt und ihrem Sprecher Hans Jäckel (Telefonnummer 0 71 59 / 4 17 15) rannte er offene Türen ein. Jäckel ist es gelungen, eine Genehmigung für eine Fahrrad-Demo zwischen Malmsheim und Perouse für einen Radweg an der Kreisstraße zu bekommen. Jeder, der mitradeln will, ist willkommen.

Die erste Tour ist am heutigen Freitag, 3. August. Sie startet um 18 Uhr am Boschkreisel in Malmsheim. In Perouse werden die Radler am Netto-Parkplatz erwartet und von da geht es um 18.15 Uhr zurück nach Malmsheim. „Und das von nun an jeden Freitag um die gleiche Uhrzeit, bis der Radweg gebaut wird“, sagt Schenk.

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