Hochwasser-Schutz in Renningen Stadt sieht kein Problem beim Kanalnetz

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Gewaltige Hochwasser hat es zuletzt gegeben, wie hier in an der Hauptstraße in Gebersheim. Foto: LKZ-Archiv

Renningen - Bei Starkregen und Überflutungen sind am 23. August 19 Keller und eine Tiefgarage vollgelaufen. Am 6. September waren es 13 Keller und ebenfalls eine Tiefgarage. „Mindestens“, betont der Renninger Feuerwehrkommandant Erhard Mohr, „so viele Keller mussten wir jedenfalls leerpumpen.“ Wenn weitere Keller betroffen waren, um die sich die Eigentümer selbst gekümmert haben, sind diese natürlich nicht in der Statistik enthalten.

Wichtiger ist jedenfalls die Erkenntnis, dass das Kanalnetz der Stadt vollumfänglich funktioniert hat – jedenfalls in dem Umfang, wie es die gesetzlichen Normen vorschreiben. Das teilt die Stadtverwaltung mit.

Netz auf dem Stand der Technik

„Das Kanalnetz der Stadt ist nach dem Stand der Technik und unter der Empfehlung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft für das zweijährliche Niederschlagsereignis dimensioniert“, heißt es aus dem Rathaus. Soll heißen: Das Kanalnetz ist so dimensioniert, dass es solche Starkregen-Mengen aufnimmt, die alle zwei Jahre vorkommen. „Alle zwei Jahre darf es an seine Grenzen kommen“, betont man im Rathaus.

Am 6. September gingen jedoch innerhalb von einer halben Stunde Regenmengen von mehr als 31 Liter pro Quadratmeter auf die Stadt nieder. Damit sei ein solcher Schauer aufgetreten, der nur alle zehn Jahre vorkommt. „Somit kam es zu einem Niederschlagsereignis, auf den das Kanalnetz nicht ausgelegt war“, betont die Stadtverwaltung.

„Uns erreichen nach vollgelaufenen Kellern viele Beschwerden“, berichtet Michael Kohler, der Abteilungsleiter für Hoch- und Tiefbau der Stadtverwaltung, von seinen Erfahrungen. „Dann heißt es immer, die Stadt ist Schuld.“ Aus diesem Grund wolle man betonen, dass das Kanalnetz der Stadt in Ordnung ist.

Bürger tragen auch Verantwortung

Kohler sieht die Verantwortung aber auch bei den Hauseigentümern selbst. So verweist er auf die Rückstauklappen. „Die müssen aber mindestens einmal jährlich gewartet werden“, erklärt der Abteilungsleiter. Solche Rückstauklappen seien im Übrigen schon seit 1965 in der Abwassersatzung der Stadt Renningen vorgeschrieben. Die Klappen müssen unterhalb der Straßenoberfläche angebracht sein.

Die Stadt trifft ebenfalls Maßnahmen. Im Schnallenäcker wurden Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von 4745 Kubikmetern geschaffen. „Neue Wohngebiete verschärfen somit nicht die Hochwassersituation“, heißt es in der Mitteilung.

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