Volksbank Leonberg-Strohgäu Fusionieren, um vor Ort zu bleiben

Von Thomas K. Slotwinski

Leonberg - Es ist gerade einmal vier Jahre her, dass die bis dahin eigenständigen Volksbanken Leonberg und Strohgäu sich auf den gemeinsamen Weg in die Zukunft gemacht hatten. Aus zwei mittelgroßen Banken, so hieß es damals, sollte ein starkes regionales Kreditinstitut werden.

Zwölf Monate später, im Januar 2019, vermeldete der neuformierte Vorstand um Jürgen Held einen geglückten Vollzug der wirtschaftlichen Vernunfthochzeit. Man sei auf einem guten Weg: „Wir haben ein neues Haus gebaut“, frohlockte der Chef.

Das Thema „Kosten“ steht ganz oben

Doch selbst dieses Haus scheint für den stürmischen Wettbewerb im Bankengewerbe weder stabil noch groß genug zu sein. Denn wiederum nur drei Jahre später schlüpfen die hiesigen Genossenschaftsbanker unter ein ganz großes Dach: Hinter den Vereinigten Volksbanken – der Name ist Programm – stehen bisher sechs ehemals eigenständige Kreditinstitute, darunter auch Weil der Stadt, deren Verbreitung bis nach Reutlingen reicht. Mit Leonberg-Strohgäu kommt ein starker Partner mit einem wirtschaftlich potenten Einzugsgebiet hinzu.

In Zeiten, in denen in den meisten Unternehmen das Thema „Kostenersparnis“ ganz oben auf der Agenda steht, scheint eine Fusion die bessere Alternative zu sein, um die Zukunft vor Ort zu sichern. Angesichts des gerade in Coronazeiten wachsenden Trends zum Online-Banking haben es kleinere Institute – trotz oft langer Tradition – immer schwerer, sich zu behaupten.

Auch die großen Bank sind unter Druck

Und selbst die großen Häuser ziehen sich zusehends aus der Fläche zurück. Erst unlängst hat die Deutsche Bank ihre Niederlassung in Leonberg aufgegeben. In Gerlingen ist sie noch mit einer Finanzagentur präsent. Die Leonberger Filiale der Commerzbank ist von der jüngsten konzerninternen Schließungswelle verschont geblieben. Ob das dauerhaft so bleibt, ist offen.

Vor diesem Hintergrund ist die neuerliche Fusion der Volksbank nicht verwunderlich. Als Genossenschaftsbank hat sie andere Spielregeln als eine reine Privatbank. Bei Volks- und Raiffeisenbanken geht es, ähnlich wie bei den Sparkassen, auch um das Gemeinwohl und das Stärken der heimischen Wirtschaft. Was allerdings nicht die Regeln des Marktes außer Kraft setzt.

Präsenz vor Ort gesichert

So gesehen ist der Beitritt der Volksbank Leonberg-Strohgäu zu den bereits vereinigten Häusern langfristig wohl eher eine gute Nachricht: Die Präsenz vor Ort wird damit gesichert, das Institut kann weiterhin seine Aufgabe als Partner vor allem lokaler Betriebe wahrnehmen. Und eine Bankenvielfalt in unserer Region bleibt gesichert.

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