Ramtel-Kreisel Ab Herbst 2020 heißt es: Plastik ade!

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Rot und weiß leuchtet das Plastik-Provisorium auf dem herbstlichen Gerlinger Bopser. Ende 2020 soll es verschwunden sein. Foto: Holger Leicht

Leonberg/Gerlingen - Flüssiger Verkehr statt Stop-and-go. Der Kreisverkehr verdreht allen den Kopf. Der Ramtel-Kreisel hat immer mehr Fans. Ein Provisorium aus Plastik wird zur Dauerlösung.

Das alles sind Überschriften unserer Zeitung zum Kreisverkehr an der Kreuzung Stuttgarter, Neue Ramtel- und Füllerstraße. Gesammelt seit dem Jahr 2014, als dieser als Provisorium während einer Baustelle eingerichtet wurde. Im zweiten Halbjahr 2020 soll er nun endlich fest ausgebaut werden, bestätigt das Regierungspräsidium Stuttgart auf Anfrage. „Die Sanierung ist nach aktuellem Stand für die zweite Jahreshälfte im Jahr 2020 vorgesehen“, erklärt eine Sprecherin. Dann heißt es: Plastik ade!

Die Details erarbeit derzeit das RP

Wie der Kreisel ganz genau aussehen wird, wo es Querungen, Fuß- und Radwege gibt, wird derzeit im zuständigen Regierungspräsidium erarbeitet. Denn dort, genau an der Gemarkungsgrenze von Leonberg und Gerlingen, treffen zwei Landesstraßen aufeinander. Fest steht bislang nur, dass es eine zusätzliche Abbiegespur aus dem Ramtel kommend in Richtung Stuttgart geben soll. Dafür müssen Bäume gerodet werden, was schon in diesem Winter geschehen soll. Der Kreisel wird vermutlich einen Durchmesser von 38 Metern haben. Dazu müssen auch 240 Meter der Stuttgarter Straße und 70 Meter der Neuen Ramtelstraße erneuert werden. Sobald die Pläne für den Kreisel-Ausbau fertig sind, werden die Bauarbeiten ausgeschrieben und vergeben. Dann wird auch erst feststehen, wie der Verkehr während der Bauzeit vorbeigeleitet wird. In früheren Gesprächen zu dem Thema wurde betont, man wolle mindestens eine Richtung komplett offen halten.

Nichts hält länger als ein Provisorium – dieses geflügelte Wort trifft auch in diesem Fall zu. Bis 2014 befand sich an der Kreuzung eine Ampel. Die sorgte aber gerade im Berufsverkehr morgens und nachmittags für längere Wartezeiten bei Abbiegern.

Dann wurde in Gerlingen der Schillerhöhen-Kreisel ausgebaut, außerdem in Leonberg die Grabenstraße grundsaniert und für mehrere Monate komplett gesperrt. Der Verkehr wurde über die Füllerstraße und das Ramtel an eben jener Kreuzung umgeleitet. Um den Verkehr flüssiger zu gestalten, wurde aus Plastikbegrenzungssteinen ein Kreisel eingerichtet. Und dieser bewährte sich so gut, dass sich in Leonberg und Gerlingen auch nach dem Ende der Baustelle zahlreiche Befürworter fanden. Von den Rathauschefs über die Gemeinderäte bis hin zu Normalbürgern.

Eine wichtige Ausweichstrecke

Nachdem sich auch die hiesigen Landtagsabgeordneten eingesetzt hatten, wurde die gute Nachricht Ende Oktober 2014 verkündet: Der Kreisverkehr darf bleiben und wird perspektivisch fest ausgebaut. Die Stadt Leonberg schuf – mit Einverständnis – umgehend Tatsachen und montierte die Ampeln ab. Die Markierungen wurden zudem angepasst. In diesem Zustand befindet sich das Rondell noch heute. Der feste Ausbau wurde für 2017 anvisiert. Doch wie immer kam es anders. Von Jahr zu Jahr wurde die Maßnahme verschoben. Erst fehlten Ausgleichsflächen, dann wurde auf der A 8 zwischen Kreuz Stuttgart und Dreieck Leonberg der Verflechtungsstreifen gebaut.

Die Route über das Ramtel und den Gerlinger Bopser sei eine wichtige Ausweichstrecke und müsse frei bleiben. Das gleiche Argument wurde bemüht, als im vergangenen und in diesem Jahr die B 295 in Abschnitten saniert wurde. Dazu kam im Spätsommer eine Baustelle auf der Mahdentalstraße. Für das kommende Jahr ist bislang aber keine konkurrierende Baustelle bekannt.

Playmobil-, Plastik- oder Ramtel-Kreisel – das Rondell hat bislang schon viele Namen im Volksmund gehabt. Der Gerlinger Verein für Heimatpflege hat im Januar vorgeschlagen, ihn „Römerkreisel“ zu nennen. Denn nur wenige Meter entfernt verlief die historische Römerstraße von Cannstatt nach Pforzheim.

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