Baupläne in Leonberg und Gerlingen Der Kreisel wird 2017 zur runden Sache

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Am Plastikkreisel werden ab Frühjahr 2017 die Bagger rollen. Foto: factum/Weise

Gerlingen/Leonberg - Seit knapp zwei Jahren fahren die Autos im Grenzgebiet zwischen Gerlingen und Leonberg an der Stuttgarter Straße im Kreis: 2014 herrschte von Juli an ringsum erhöhtes Verkehrsaufkommen, weil in Gerlingen der Schillerhöhen-Kreisel und in Leonberg die Grabenstraße gebaut wurden und die Autofahrer wegen der Sperrungen andere Wege nehmen mussten. Am Zusammentreffen der Stuttgarter Straße, der Füllerstraße und der Neuen Ramtelstraße entstand mittels rot-weißer Kunststoff-Absperrungen ein provisorischer Kreisel. Dadurch lief der Verkehr in diesem Bereich flüssiger als mit der alten Ampellösung – und sowohl die Autofahrer wie die beiden Städte fanden Gefallen an dieser Lösung, die Staus vermeiden half. Die ehemalige Ampelkreuzung wird nun zum endgültigen Kreisverkehr umgebaut. Als erstes Gremium hat der Technische Ausschuss des Gerlinger Gemeinderats am Montag sein Plazet dazu gegeben.

Ein Bypass vom Wohngebiet Ramtel her

Der „Plastik-“ oder „Playmobilkreisel“, wie die Konstruktion rasch genannt wurde, wird aber noch etwa ein Jahr lang stehenbleiben. So lange wird für die nötigen Vorbereitungen sowie die Ausschreibung der Arbeiten noch benötigt. Die Baukosten von 622 000 Euro trägt das Land, da es sich um eine Landesstraße handelt. Von den Nebenkosten von 90 000 Euro übernimmt 50 000 Euro das Regierungspräsidium (RP), Leonberg und Gerlingen tragen je 20 000 Euro bei. Die Stadt Leonberg wird wie bisher bei der bautechnischen Planung federführend sein, sie erhält für ihren gesamten Einsatz einen Kostenersatz von 50 000 Euro.

Die Pläne sehen vor, dass der neue Kreisverkehr einen Durchmesser von 38 Metern hat. Zudem müssen Teile der Fahrbahn rund um den Kreisel erneuert werden: 240 Meter der Stuttgarter Straße und 70 Meter der Neuen Ramtelstraße. Von Letzterer werden Autofahrer per Abbiegespur direkt auf die Stuttgarter Straße fahren können, ohne in den Kreisel einbiegen zu müssen. Dies erhöht die Kapazität des Kreisels und „dient dem Verkehrsfluss“, erklärte der Leonberger Verkehrsplaner Erhard Wieland am Montag den Gerlinger Stadträten. Die Spur sei vom RP vorgeschlagen worden. Im Übrigen habe sich die Behörde „dazu durchgerungen, dem Willen beider Städte nachzugeben“. Mit dem RP war man sich nicht immer einig gewesen: Als der Schillerhöhenkreisel und die Grabenstraße fertig waren, schlugen die beiden Städte vor, den „Plastikkreisel“ zu belassen – dessen Verkehrsführung habe sich bewährt. Doch 2015 bestand das RP auf dessen Abbau und der Rückkehr zur Ampel. Es hatten sich im provisorischen Kreisverkehr vermehrt Unfälle ereignet, die Polizei ihn deshalb als Gefahrenpunkt eingestuft. Die heftige Auseinandersetzung zog sich bis ins Verkehrsministerium. Schließlich kamen Regierungspräsidium und Städte überein, den Kreisel richtig auszubauen und damit auch die Unfallgefahr zu reduzieren – unter der Bedingung, dass sich die Kommunen finanziell beteiligen.

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