Ganztagesbetreuung in Rutesheim Anbau mit Schlafplätzen macht’s möglich

Von Arnold Einholz
Die Eltern sprechen sich für eine Ganztagsbetreuung in der Kita aus. Foto: Simon Granville

Rutesheim - Es ist noch keinen Monat her, dass der Erste Beigeordnete der Stadt Rutesheim, Martin Killinger, zu dessen Ressort auch die Kinderbetreuung zählt, die Bedarfsplanung an Betreuungsplätzen für die Kleinen in den kommenden Jahren dem Gemeinderat vorgelegt hat. In seiner jüngsten Sitzung hat der Technische Ausschuss bei diesem Thema bereits Nägel mit Köpfen gemacht.

Zu den Erkenntnissen in der Fortschreibung der Bedarfsplanung für die Kinderbetreuung gehörte, dass die Eltern die Ganztagsbetreuung ihrer Sprösslinge in der Kita dem Angebot der verlängerten Öffnungszeiten vorziehen. Und so beinhaltet die vom Gemeinderat gebilligte Bedarfsplanung auch einen Anbau an den Kindergarten in der Richard-Wagner-Straße – mit Schlafräumen für die beiden Kindergartengruppen, um die bisherige Betriebsform „Verlängerte Öffnungszeiten“ zu einer „Ganztagsbetreuung“ aufzustocken.

Gibt es Fördermittel?

Das Stadtbauamt unter der Leitung von Stadtbaumeister Bernhard Dieterle-Bard hat dazu inzwischen eine Vorplanung erarbeitet. Diese sieht einen Anbau an der Südseite des Kindergartens vor, der zwei Schlafräume mit jeweils 20 Betten umfassen soll. Ein Anbau lässt sich gut realisieren, denn das ursprüngliche Kita-Gebäude ist rechtwinklig erbaut.

Geplant ist ein Anbau mit fast quadratischer Grundfläche. Die 40 Schlafplätze sind in zwei Räume mit je 38 Quadratmetern Nutzfläche aufgeteilt. Die Räume können durch die Fenster und Türen (der zweite Rettungsweg) ausreichend belüftet werden. Was im Technischen Ausschuss den Planern Lob von den Stadträten einbrachte, ist der Vorschlag, den Anbau in Holzständer- oder Holzelementbauweise zu errichten. Die Kosten dafür belaufen sich gemäß der jüngsten Schätzung auf rund 435 000 Euro brutto.

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„Nachdem das Regierungspräsidium Stuttgart mitgeteilt hat, dass das Investitionsprogramm für die Kinderbetreuungsfinanzierung massiv überzeichnet ist, kann nicht mit Fördermittel für diesen Anbau gerechnet werden“, bedauert Martin Killinger. Da jedoch das Stadtbauamt die weitere Planung, Ausschreibung und Bauleitung in Eigenregie übernimmt, werden die Planungskosten in Höhe von 56 000 Euro nur anteilig für Fachingenieure (Energieberater, Tragwerksplaner) benötigt, sodass hier ein großer Teil dieses Betrags als innere Verrechnung im Haushalt verbleiben wird.

Tempo macht die Verwaltung auch bei der Bauzeit. Beabsichtigt ist, die Planung und Ausschreibung bis April 2022 abzuschließen und im Mai mit dem Anbau zu beginnen. Die Fertigstellung ist bis Februar 2023 vorgesehen.

Auch an den Klimaschutz ist gedacht

Auch den Klimaschutz haben die Planer im Auge. Durch den Anbau findet eine Versiegelung von Gartenfläche statt. Als Kompensation ist vorgesehen, ein extensiv begrüntes Flachdach zu errichten und dessen Oberflächenwasser vor Ort versickern zu lassen – sollte dies geologisch möglich sein. Weitere Beiträge zum Klimaschutz sollen mit einer hohen Wärmedämmung des Anbaus und durch den möglichen Einbau einer Fotovoltaikanlage auf dem bestehenden Ziegeldach geleistet werden.

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