Fußball Historische Schiedsrichter-Leistung

Von Henning Maak
Roman Reck (Mitte) ließ sich selbst während der Coronapandemie nicht unterkriegen. Foto: imago images/Eibner

Auf eine überaus erfolgreiche Saison kann die Schiedsrichter-Gruppe Leonberg blicken: Mit dem 32-jährigen Roman Reck und dem zehn Jahre jüngeren Tobias Rollnik haben gleich zwei Unparteiische den Aufstieg geschafft und dürfen in der kommenden Spielzeit eine Klasse höher pfeifen.

Bemerkenswert ist dabei besonders Roman Recks Leistung: Er durfte bereits in der Saison 2014/15 in der Fußball-Oberliga Spiele leiten und war in der Regionalliga als Assistent tätig. In der Spielzeit 2016/17 zog er sich jedoch eine langwierige Verletzung zu, sodass er zwei Jahre aussetzen und ohne Leistungsnachweise in die Landesliga herabgestuft wurde. „Er hat damals mit sich gehadert und lange überlegt, ob er überhaupt noch weiterpfeifen soll“, sagt David Modro, der Obmann der Schiedsrichter-Gruppe Leonberg.

Wiederaufstieg in die Oberliga

Doch der 32-Jährige biss sich durch und schaffte in der Saison 2018/19 den Aufstieg von der Landes- in die Verbandsliga. Und auch von den beiden folgenden, wegen der Corona-Pandemie abgebrochenen Spielzeiten, ließ er sich nicht unterkriegen und schaffte in dieser Saison den Wiederaufstieg in die Oberliga. „Er hat damit tatsächlich ein Stück Verbandsgeschichte geschrieben“, sagt Modro und ordnet Recks Leistung entsprechend ein. Es gebe einige Schiedsrichter, die zwischen Oberliga und Verbandsliga hin- und herpendeln würden. Einen Wiederaufstieg von der Landesliga zwei Spielklassen höher habe es aber noch nie gegeben.

Zweiter Aufsteiger der abgelaufenen Saison aus der Schiedsrichtergruppe Leonberg ist der 22-jährige Tobias Rollnik. Der Bezirksliga-Schiedsrichter und Assistent von Modro darf künftig in der Landesliga pfeifen. „Ab jetzt hat er ein Team um sich und wird auch Führungsverantwortung zeigen müssen“, erklärt David Modro, der seinem Kollegen ein glückliches Händchen wünscht. Rollnik hatte sich durch gute Leistungen in der Hinrunde für die Leistungsgruppe A der beobachteten Schiedsrichter qualifiziert und auch in der Rückrunde in seinen vier beobachteten Partien gute Leistungen gezeigt. Unter 40 für den Aufstieg infrage kommenden Kandidaten landete er am Ende auf Rang zwölf und stieg zusammen mit 20 anderen Unparteiischen auf.

Auch in der kommenden Runde drittel Liga

Höchstklassiger Mann an der Pfeife in der Schiedsrichtergruppe Leonberg bleibt Lars Erbst, der auch in der kommenden Runde in der dritten Liga Spiele leiten und in der zweiten Liga an der Linie tätig sein wird. „Ihm wurden vom Deutschen Fußball-Bund gute Leistungen bescheinigt“, sagt David Modro. Lars Erbst war in der zweiten Liga unter anderem im Gespann mit Felix Brych und Martin Petersen unterwegs und erlebte am letzten Spieltag der zweiten Liga bei der Partie zwischen Hansa Rostock und dem Hamburger SV als Assistent an der Linie ein echtes Spitzenspiel.

Harte Konkurrenz

„Eine gewohnt solide Leistung ohne größere Fehler“ (David Modro) leistete Tobias Eisele in der Oberliga. Der 30-Jährige landete in Württemberg auf Rang sechs unter 24 Unparteiischen und damit im oberen Viertel. Da in der Oberliga zudem aber die Schiedsrichter aus Baden und Südbaden in die Gesamtbewertung einfließen, blieb ihm trotz des guten Ergebnisses ein Aufstieg verwehrt. „Vor drei Jahren war Tobias Eisele sogar Erster in Württemberg und stieg nicht auf“, sagt Modro über die harte Konkurrenz in der fünften Liga. Der Obmann der Schiedsrichter-Gruppe Leonberg beendete die Saison in der Landesliga im Übrigen auf Rang 23 von insgesamt 100.

Die Pfeife an den Nagel hängt Denis Bisaki, der als junger Vater seine Prioritäten nun anders setzen will. Der Landesliga-Schiedsrichter bleibt der Gruppe Leonberg aber als Beobachter in der Bezirksliga erhalten. Noch nicht für höhere Aufgaben empfehlen konnten sich die unter Beobachtung in der Bezirksliga stehenden Eren Güleren und Lukas Dorn. Letzterer beendete die Saison verletzt.

Schiedsrichter sind willkommen

Alle Altersgruppen
 Die Schiedsrichter-Gruppe Leonberg sucht weiterhin dringend Schiedsrichter jedes Alters. „Wer früh anfängt, kann weit kommen“, wirbt Obmann Modro. Aber auch ältere Interessenten seien jederzeit willkommen. „Wir setzen auf die Unterstützung der Vereine“, sagt Modro.

Neulingskurs
 Der nächste Schiedsrichter-Neulingskurs findet im Januar und Februar 2023 statt. Anmeldungen nimmt die Schiedsrichter-Gruppe Leonberg schon jetzt entgegen. Nähere Informationen auf der Homepage unter https://srg-leonberg.de/schiedsrichter-werden/. 

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