Corona-Warnstufe erreicht Das ist die aktuelle Lage im Kreis

Von unserer Redaktion
Von Mittwoch an brauchen Ungeimpfte einen PCR-Test, wenn sie ins Restaurant oder Kino wollen. Foto: dpa/Sina Schuldt

Kreis Böblingen/Enzkreis - Von diesem Mittwoch an gilt in ganz Baden-Württemberg die Warnstufe bei der Pandemiebekämpfung. Die Einschränkungen werden größer – insbesondere für Ungeimpfte. Doch was genau bedeutet das für den Einzelnen, auch im Kreis Böblingen und im Enzkreis?

Kliniken Festgemacht wird die Warnstufe nicht mehr an der Inzidenz (im Kreis Böblingen aktuell 116, im Enzkreis 277), sondern an der Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen des Landes. Und diese lag an zwei Werktagen hintereinander bei mehr als 250 Patienten. Einzelne Regionen – wie etwa Pforzheim – meldeten deshalb schon die Überfüllung ihrer Intensivstationen, sagt Florian Mader, der Sprecher des Sozialministeriums. Insgesamt verzeichnet der Klinikverbund Südwest in seinen sechs Häusern in den Kreisen Böblingen und Calw zehn Intensivpatienten mit Covid-19, sieben davon werden beatmetet. Das sind genauso viele wie vor einem Jahr um diese Zeit. Zwei der zehn Patienten sind geimpft.

In den vergangenen zwei Wochen habe sich die Zahl von Patienten mit Corona verdoppelt, sagt Tiziana Schuster, eine Sprecherin des Klinikverbunds. Der Altersdurchschnitt bei den Covid-Patienten sei im Vergleich zur zweiten und dritten Welle gesunken. Waren damals die Patienten im Schnitt 63 Jahre alt, sind sie jetzt 56 Jahre.

PCR-Test Die größte Veränderung in der Warnstufe trifft Ungeimpfte. Ihnen reicht für den Besuch eines Restaurants, eines Kinos oder einer Veranstaltung nun nicht mehr ein einfacher Antigen-Schnelltest, der um die 15 Euro kostet. Gefordert ist nun ein Test auf Basis eines Nukleinsäurenachweises, der wesentlich aussagekräftiger ist. Bisher gab es dafür nur die PCR-Tests, die aber viel Zeit benötigen – etwa 24 Stunden, bis das Ergebnis feststeht.

Teststationen Von Mittwoch an gibt es in allen fünf Testzentren des Landkreises, darunter auch das von der h&h-Apotheke in Leonberg betriebene, die Möglichkeit, einen neuen PCR-Schnelltest zu machen. Nach zwei Stunden steht das Ergebnis fest, das für 48 Stunden gültig ist. Der Test kostet 49 Euro und muss selbst bezahlt werden. Am besten ist, wenn man sich zuvor bei der Apotheke online anmeldet. Schwangere und Kinder unter 18 Jahren sowie alle, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden dürfen, brauchen keinen solchen Test. Ihnen reicht wie bisher ein Antigen-Schnelltest, der auch in den Testzentren gemacht werden kann.

Impfen In den Testzentren wird auch geimpft. Anders als in anderen Landkreisen wurde in Böblingen das geschlossene Kreisimpfzentrum sozusagen dezentral weitergeführt. „Wir impfen jede Woche in unseren fünf Testzentren im Kreis mehr als 1000 Personen“, sagt Björn Schittenhelm. An jedem Tag, auch sonntags, gibt es Aktionen in einer anderen Stadt. Immer mittwochs von 16 bis 18.30 Uhr wird im Innenhof der früheren Post in Leonberg geimpft. Dazu sollte man sich über die Website des Landkreises anmelden (www.lrabb.de).

Einschränkungen Ungeimpfte eines Haushalts dürfen sich von Mittwoch an nur noch mit fünf anderen Personen treffen (Geimpfte und Genesene zählen nicht dazu). Auch für Geimpfte und Genesene gilt wieder die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen – auch in Restaurants und bei Veranstaltungen nach der 2-G-Regel.

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Gesundheitsamt Mit steigenden Infektionszahlen steigt auch die Arbeitsbelastung für die Gesundheitsämter. Besonders deutlich wird das gerade im Enzkreis. Dort lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag bei rund 295 – und ist damit im Vergleich zur vorherigen Woche um über 100 Punkte angestiegen. Mit dieser Zahl konnte das Gesundheitsamt zwischenzeitlich nicht mehr Schritt halten. Dessen Leiterin Brigitte Joggerst forderte deshalb Infizierte und ihre Kontaktpersonen auf, nicht selbst beim Gesundheitsamt anzurufen, sondern auf einen Anruf zu warten. Erschwerend sei hinzugekommen, dass man eine mehrere neue Fallmanager einarbeite. Laut Landratsamt gibt es aber keine großen Brandherde. Stattdessen verteile sich die Masse der Fälle über den gesamten Landkreis.

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