Weissach Die Sternsinger sammeln für Hilfsprojekte in Indien

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Geld fürs Hilfsprojekt, Schokolade für die fleißigen Sternsinger. Foto: factum/Granville

Weissach - Ein letztes Mal noch das königliche Gewand zurecht zupfen, den goldenen Gürtel anlegen und die edle Kopfbedeckung aufsetzen. So sehen am Dreikönigstag die letzten Vorbereitungen der jungen Sternsinger vor dem katholischen Gemeindehaus in Weissach aus. Sie wiederholen noch einmal laut ihre Texte, um die frohe Botschaft auch reibungslos verkünden zu können. Derweil sind die erwachsenen Helfer mit all jenen Aufgaben beschäftigt, für die die Sternsinger noch zu klein sind, etwa ordentlich den Weihrauch zu befeuern.

Stolze elf Gruppen, bestehend aus jeweils vier Kindern und einem Betreuer, haben es sich in diesem Jahr zur Aufgabe gemacht, in Weissach und Flacht für das diesjährige Spendenprojekt des Kindermissionswerk Unterstützung zu sammeln.

Unter den Kindern sind die neunjährige und die zehnjährige Hannah-Marie. Beide beteiligen sich schon zum dritten Mal an der Sternsingeraktion und haben in diesem Jahr ihre Freundinnen Desiré und Anna-Lena mitgebracht, so dass sie in dieser Konstellation zum ersten Mal die heilige Königsschar samt Sternträger mimen.

Die erste Station führt sie in den Tannenweg zu Familie Sannwald. Sie empfängt schon seit mehr als 43 Jahren den königlichen Besuch. Umso wichtiger ist es, ordentlich zu rezitieren und bei der anschließenden Darbietung von „Stern über Bethlehem“ keine Misstöne erklingen zu lassen. Dank der letzten Übungen im Gemeindehaus klappt auch alles ganz ordentlich. Und zur Not hat Betreuerin Martina Moch einen Zettel zum Ablesen dabei. „Wir machen das ja auch den ganzen Tag. Irgendwann geht das auch ganz auswendig,“ sagt Desiré in zuversichtlichem Ton.

Jedes Kind läuft nur einen Tag mit

Das Ehepaar Sannwald ist sehr zufrieden. Sie spenden Geld für das Hilfsprojekt und Schokoladentafeln für die Mädchen. Die können also gleich bei der ersten Station von einem vollen Erfolg sprechen und zu guter Letzt die Segensformel an die Haustür schreiben. Fehlen nur noch 31 weitere Hausbesuche. „Wir werden heute vier bis fünf Stunden auf den Beinen sein,“ erklärt Martina Moch. „Jedes Kind läuft aber nur an einem Tag, damit es nicht zu viel wird.“ Insgesamt sind die Sternsinger der Weissacher Gemeinde nämlich drei Tage unterwegs. Am 5. Januar erhielten das Rathaus und die Geschäfte den christlichen Segen, danach folgten private Haushalte. Die gesammelten Spenden fließen in Hilfsprojekte, die sich weltweit – vor allem aber in Indien – gegen Kinderarbeit einsetzen.

„Damit die Sternsinger wissen, wofür sie laufen, haben wir ihnen einen Film aus der Reihe Willi Wills Wissen gezeigt. Er schildert ihnen die Situation kindgerecht. Anschließend haben wir gemeinsam darüber gesprochen,“ so Martina Moch. „Das war ein wichtiger Teil der Vorbereitungen.“

Der Helferkreis ist groß

Schon fünfmal war Moch beim Sternsingerprojekt aktiv. In diesem Jahr ist sie Teil des Vorbereitungsteams, das schon seit Oktober beschäftigt ist. „Wie groß das gesamte Team letztendlich war, kann ich aber gar nicht sagen. Es haben sich sehr viele aus der Gemeinde miteingebracht.“ Und da es sich um ein konfessionsübergreifendes Projekt handelt, haben sich auch Helfer engagiert, die nicht zur Weissacher Gemeinde gehören. „Bei der Gruppeneinteilung kann es schwierig sein, ausreichende Betreuer zu finden. Hier haben sich einige Eltern bereit erklärt“ so Moch. So konnte auch in diesem Jahr wieder dafür garantiert werden, dass die Weissacher und Flachter ihre Tage bis zur nächsten Weihnachtszeit nicht ohne den christlichen Segen bestreiten müssen.

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