Tennis in Weil der Stadt Es fehlen Trainer und engagierte Eltern

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Spaß am Tennissport wecken – die Verantwortlichen im Bezirk Stuttgart/Böblingen/Calw gehen dafür an die Basis. Foto: dpa

Weil der Stadt - Weil der Stadt hat für Kinder zwischen 10 und 13 Jahren und deren Eltern ein Infotag unter dem Motto „Komm und spiel mit, so macht Tennis Spaß“ stattgefunden. Dabei steht für den Bezirk Stuttgart/Böblingen/Calw nicht die Talentsuche im Vordergrund, sondern der Wunsch, grundsätzlich den Spaß am Tennis zu wecken. Seine Einladung hat der Bezirk vor allem an kleinere Vereine adressiert, die nur wenige Jugendmannschaften haben. Die Bezirksjugendwartin Alexandra Christ zeigt Wege auf, wie Kindern Tennis schmackhaft gemacht werden kann.

Frau Christ, woran liegt es, dass kleine ländliche Vereine häufig große Schwierigkeiten haben, Jugendliche an den Tennissport ­heranzuführen?
Alexandra Christ: Zum einen fehlt es den kleinen Vereinen an engagierten Erwachsenen, die die Jugendarbeit in die Hand nehmen. Zum anderen müssen oft weite Anfahrtswege in Kauf genommen werden, da die Anlagen meist weiter entfernt liegen von den Wohnorten als im Ballungsraum Stuttgart. Im ländlichen Raum schickt man die Kinder dann eher zum Fußball oder ­anderen, auch kostengünstigen, Sport­angeboten der ansässigen Sportvereine. Die Konkurrenz an Freizeitangeboten für Kinder ist ja ohnehin allgemein groß. Eine weitere Ursache sehe ich aber auch in der Altersstruktur der kleinen Vereine. Es gibt zwar überall Mannschaften von den ­Herren bis in den Seniorenbereich, aber oft keine Jugendmannschaften. Meist fehlt es da an jungen Familien.
Was lässt sich tun, damit junge Talente nicht sofort zu größeren Clubs wechseln? Stimmt das Argument, dass es ihnen im Verein an Spielpartnern, manchmal auch an qualifizierten Trainern fehlt?
Einige Vereine sind auf einem guten Weg und kooperieren untereinander. Sie haben sich zum Beispiel zu Spielgemeinschaften zusammengeschlossen, um Mannschaften für die Verbandsrunde beziehungsweise VR-Talentiade zu stellen. So wird für talentierte oder ambitionierte Kinder eine Plattform geschaffen. Ab einem gewissen Spielniveau wird es jedoch schwierig, denn spätestens dann fehlt es hinsichtlich von vergleichbaren Spielpartnern an „Masse“. Ein Problem ist auch, dass Vereinen qualifizierte Tennisspieler oder Trainer fehlen, die kindgerechtes Tennistraining geben und damit den nachhaltigen Spaß vermitteln können. Eine weitere Problematik sehe ich in der Gewährleistung eines durchgängigen Trainings über das ganze Jahr. Hier fehlen auf dem Land ­Hallenkapazitäten, und noch weitere Anfahrtswege müssen in Kauf genommen werden.
Was lässt sich tun, damit ­Vereine überhaupt wieder ­vermehrt für junge Spieler und Kinder attraktiv werden können?
Vereine müssen familienfreundliche Angebote für junge Familien und deren Kinder schaffen, und zwar nicht nur aus sportlicher Sicht. Dazu gibt es einige Möglichkeiten, die auch finanziell unterstützt werden. Das beginnt bei Angeboten wie dem Talentinos-Programm des Deutschen Tennis Bundes für Kinder im Kindergartenalter bis hin zu der Kooperation Schule-Verein. Ein hoch qualifizierter Tennistrainer ist hierfür nicht nötig. Ein Schülermentor oder Tennis-Assistent aus den eigenen Vereinsreihen (zum Beispiel Jugendliche ab 16 Jahren) können diese Aktionen ebenso gut betreuen und unterstützen. Die Ausbildung ist mit geringem Zeitaufwand verbunden. Nicht zuletzt halte ich auch ein lebendiges Vereinsleben für wichtig. Hierzu gibt es vielerlei Anregungen und Hilfen seitens der Sportverbände.
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