Rutesheim Unerwünschtes wächst meist einfach zu gut

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Der Fachb Foto: factum/Granville

Rutesheim - Wundervoll grünende Vorgärten, blühende Bäume, Sträucher und Blumen, sowie die bunte Balkonbepflanzung – mit einem Sommerrückblick hat die Abschlussveranstaltung des Ortsverschönerungswettbewerbs in Rutesheim in der Bühlhalle stattgefunden. Die Musik gestaltete der örtliche Musikverein.

1700 Vorgärten und Balkone

Im Zwei-Jahres-Rhythmus veranstaltet die Stadt bereits seit 1974 gemeinsam mit dem Obst- und ­Gartenbauverein den Ortsverschönerungswettbewerb. Dabei wird bei einem Rundgang im August in die Vorgärten geschaut. Und die Stadt ist groß geworden – rund 1700 Vorgärten, Balkone und Fensterschmuck wurden bewertet, mehr als 180 Straßen durchquert.

„In diesem Jahr haben wir insgesamt 513 Preisträger, fünf erste Preise, 38 zweite Preise, 60 dritte und 410 vierte Preise“, ist der Bürgermeister Dieter Hofmann zufrieden. Das Ziel sei für eine einladende, grüne, lebendige und saubere Umwelt zu sorgen. Wichtig sei hierbei der Gesamteindruck, die Gestaltung, Dach- und Fassadenbegrünung, Bäume, Vorgärten, Balkonbepflanzung, deren Pflege und Sauberkeit.

Für die Allgemeinheit

„Das Gartenjahr geht zu Ende und damit einher geht auch der Ortsverschönerungs-Abschlussabend. Eine alte Tradition – und ich bin froh dass es die noch gibt, weil es schön ist, wenn man Dank sagen kann. Sie alle haben mit ihrem Gärtnern gezeigt, dass es wichtig ist, auch was für die Allgemeinheit zu machen“, sagte Manfred Nuber, der Fachberater für Obst- und Gartenbau im Landratsamt.

Mit einem Diavortrag führte er durch das Grün in der Stadt. Via Foto wurden die schönsten Örtlichkeiten dokumentiert. Dabei ließ es sich Nuber nicht nehmen, den zahlreich erschienenen Naturliebhabern viele nützliche Tipps zur Gartengestaltung und Pflanzenpflege zu geben. Auch lobte er den Einsatz der Gärtner und Hobbygärtner: „Jede Grünfläche, jede Hecke, alles ist mit viel Arbeit verbunden. Was nicht kommen soll, wächst manchmal zu gut und das was kommen soll, braucht manchmal ein bisschen Nachhilfe. Deshalb soll man die Arbeit auch schätzen.“

Sorgenkind Buchsbaum

So gab es in diesem Jahr mit dem Buchsbaum ein richtiges Sorgenkind. „Ein nachtaktiver Falter ist verantwortlich. Die Raupen sind sehr gefräßig. Sie fangen von innen nach außen an zu fressen. Erst wenn die äußere grüne Schicht weggefressen ist, ist das Drama sichtbar“, erklärt Nuber. Viele Buchsbäume und -büsche sind bereits abgestorben, denn der natürliche Feind der Schädlinge scheint zu fehlen. Einzig und ­allein die Meise, so wurde beobachtet, sammelt Raupen, um sie zu fressen. „Aber das reicht noch nicht, um der Lage Herr zu werden“, machte der Naturexperte deutlich.

Des Weiteren war das Erfrieren der empfindlichen Blüten und Jungfrüchte im April diesen Jahres ein Thema. „Wir haben eines der schlechtesten Obstjahre“, sagte Nuber. Zwetschgen und Kirschen waren schlichtweg kaum zu bekommen und auch für die kleine Apfelernte mussten die Verbraucher tiefer in ihre Taschen greifen. Auch die Weinberge waren betroffen. „Die Ausfälle im Obst- und Weinanbau liegen bei etwa 120 Millionen Euro. Ein massiver Schaden“, so Nuber.

Trend zu Steingärten

Mit dem Trend zu Steingärten hat der Fachmann ebenfalls seine Sorgen. Dabei sei die Annahme, diese seien leichter zu bearbeiten, trügerisch: „Im Herbst bläst der Wind das Laub in die Steine, dort bildet sich in den Nischen und Lücken Erde. Es gibt sehr viele Unkräuter, die dann dort ­keimen und durchwachsen.“

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