Rope-Skipping Beim Freestyle geht’s zur Sache

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Sportliches Seilspringen ist eine hohe Kunst. Foto: Baumann

Korntal-Münchingen - Rasend schnell wie eine Nähmaschine rattern die Fußballen federleicht auf den Hallenboden. Es gilt, mit möglichst vielen Schritten die beiden Seile zu überspringen, die die beiden Teamkolleginnen gegengleich flott in kleinen Kreisen aus dem Handgelenk schwingen. „Double Dutch“, heißt das Ganze und ist eine Dis­ziplin bei den württembergischen Mannschafts-Meisterschaften im Rope Skipping, die am Samstag von den Turnern des TSV Münchingen in der Sporthalle Korntal ausgerichtet wurden. Mehr als 20 Mannschaften in vier verschiedenen Altersklassen ­ha­ben sich dieser Herausforderung gestellt.

Diese Sportart, deren Ursprünge in den USA zu finden sind, hat mit dem herkömmlichen Seilhüpfen so gar nichts mehr gemeinsam. Bei der modernen Variante werden nicht nur Arm-Bein-Koordination, Gleichgewicht, Konzentration, Ausdauer und auch Schnelligkeit gefördert. Gefragt sind beim so genannten Freestyle akrobatische Elemente und ideenreiche Choreografien zur selbst gewählten Musik.

Zum Auftakt der Meisterschaften stehen die Speed-Disziplinen auf dem Programm. Hier geht es darum, möglichst viele Sprünge in bis zu 60 Sekunden zu absolvieren. Im Einzel sowie im Teamwettbewerb – oder im „Double Dutch“, wo alle nach­einander an die Reihe kommen und der Wechsel durch ein Signal angekündigt wird. Und da gibt es auch noch die Unterschiede bei den Seilen. Jede Mannschaft entscheidet selbst, welches zum Einsatz kommt. Das mit den einzelnen bunten Gliedern lässt sich langsamer schwingen als ein reines Kunststoffseil. Je schneller die Sportlerinnen ihre Füße bewegen können (Hahn im Korb war Niko Birkenmayer vom SV Remshalden), desto dünner und schneller ist das Seil.

Am Rande der Fläche sitzen die Wertungsrichter, die das Zählwerk immer dann drücken, wenn das Seil unter dem rechten Fuß durchschwingt. Am Ende gewinnt die Mannschaft den Speed-Wettbewerb, die die meisten Schritte hat. Einem Laien wird da schon beim Zuschauen fast schwindelig, das Seil ist kaum zu erkennen. Und bei den Zählern ist äußerste Konzentration angesagt. „Die Wertungsrichter brauchen hierfür eine spezielle Lizenz“, sagt Monika Jäkel vom TV Zuffenhausen, die in der gut 700 Mitglieder starken Turnabteilung des TSV Münchingen das Rope Skipping-Training leitet. Derzeit übt sie mit bis zu 30 Kindern und Jugendlichen immer neue Formen. „Wir würden gerne mehr anbieten, doch es scheitert an der Hallenkapazität“, sagt Frank Ehmann, einer von drei Abteilungsleitern beim TSV, der 1990 beim Deutschen Turnfest auf die Sportart aufmerksam wurde und gleich ein paar Seile mitbrachte. Bei den württembergischen Meisterschaften jetzt in Korntal waren die Münchinger allerdings nicht vertreten. „Das Niveau ist für uns noch zu hoch“, sagt Monika Jäkel.

Richtig zur Sache mit akrobatischen Einlagen geht’s dann bei den anschließenden Freestyle-Wettbewerben, die mit passender Musik begleitet werden. Wer turnerische Vorkenntnisse mitbringt, ist hier eindeutig im Vorteil. Die insgesamt 19 Wertungsrichter beobachten das Geschehen mit Argusaugen, bewerten sowohl das Leistungsniveau als auch den Mut zur Kreativität. Führend in der Region sind vor allem die Rope Skipper des TSV Dettingen/Erms, die am Ende des Tages mit insgesamt vier Titeln die Heimreise antreten.

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