Neubaupläne in Gerlingen Sozialstation zieht vom Rathausplatz weg

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Beengt sind die Verhältnisse bei der Sozialstation. Foto: factum/Weise

Gerlingen - Die Verhältnisse sind beengt. Wenn Anja Kuntz im Alten Rathaus von ihrem Schreibtisch abrückt, stößt ihr Bürostuhl rasch an die Wand. Den Schreibtisch ihrer Kollegin im selben Zimmer würde man eher als Ablage definieren.

Im Raum daneben stehen zwei normale Schreibtische für Mitarbeiterinnen, die immer da sind, und ein kleiner direkt neben der Tür. Das ist aber nicht der Tisch des Praktikanten, sondern der Arbeitsplatz des Geschäftsführers. Seit Jahren werden für die Verwaltung der Gerlinger Sozialstation adäquate Arbeitsmöglichkeiten gesucht – jetzt sind sie gefunden. In genau einem Jahr soll ein neues Haus dafür bezugsfertig sein. Die Stadt stellt ein Grundstück im Gerlinger Gewerbegebiet zur Verfügung.

„Ich gehe davon aus, dass wir am 1. Januar 2019 im neuen Gebäude unseren Betrieb aufnehmen“, sagt Reinhard Ernst, der Geschäftsführer der Sozialstation. Vor Jahren schon hatte er gemahnt, seine Mitarbeiter würden unter eigentlich unzumutbaren Bedingungen ihren Dienst tun. Das Alte Rathaus gehört der Stadt, die Sozialstation ist Mieter. Lange war vorgesehen, die Dienststelle in einem noch zu sanierenden Haus an der Jahnstraße unterzubringen. Weil sich dies hinzog, nahm Ernst von diesem Plan Abstand und sah sich um.

Erbpacht ohne Zins

Jetzt hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor Weihnachten einer Kooperation von Stadt und Sozialstation mit großer Mehrheit zugestimmt: Die Stadt gibt der gemeinnützigen Gesellschaft Pflegeverbund Strohgäu-Glems, unter dessen Dach die Sozialstation Gerlingen arbeitet, ein Grundstück für einen Neubau in Erbpacht für 50 Jahre. Die Sozialstation müsse keine Miete mehr für das Alte Rathaus bezahlen, sagte die Erste Beigeordnete Martina Koch-Haßdenteufel unserer Zeitung. Auch verzichte man auf einen Erbpachtzins. „Das ist die Unterstützung der Stadt.“

Auf dem Grundstück an der Gutenbergstraße, gleich hinter dem Real-Markt gelegen, soll ein zweistöckiges Bürohaus in Modulbauweise entstehen. Dies habe eine Nutzfläche von etwa 400 Quadratmetern, so Ernst und biete Platz für 16 Büroräume und gut 25 Arbeitsplätze. Es gebe diverse Angebote von Spezialfirmen, die auch eine verstärkte Statik für eine eventuelle Aufstockung vorsähen. Über Baukosten könne er derzeit noch nichts sagen – auch deshalb, weil die Angebote zu unterschiedlich seien. Auf dem Gelände richte man Parkplätze auch für die Autos des Außendienstes ein, in der Stadt sind etwa 40 Mitarbeiter bei Patienten im Einsatz. Publikumsverkehr sei im neuen Gebäude nicht vorgesehen.

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