Hochwasserschutz in Mönsheim An der großen Lösung führt kein Weg vorbei

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Bei zu viel Regen in Mönsheim muss der Hochwasserschutz greifen. Foto: dpa

Mönsheim - Die Heckengäugemeinde will ihren Ortskern, Bereiche an der Wimsheimer Straße und das Gewerbegebiet „Langer Graben“ vor Überflutungen durch ein sogenanntes 100-jähriges Starkregenereignis schützen.

Vier Millionen Euro

2013 hatte ein heftiger Regen hohen Schaden angerichtet. Das Ingenieurbüro Wald + Corbe hat daraufhin ein Hochwasserschutzkonzept erarbeitet: Deutlich über vier Millionen Euro teuer, beinhaltet es zwei zentrale Hochwasserrückhaltebecken (HRB), den Paulinensee, dessen Damm umgebaut wird, und ein weiteres Dammbauwerk am Grenzbach beim Lerchenhof vor Mönsheim. Der Einstaubereich des natürlichen Trockenbeckens soll bei einem Jahrhunderthochwasser bis an die Straßenkante der dort höher liegenden K 4568 heranreichen, die Mönsheim mit Wimsheim verbindet. Das sind gut 5,8 Meter. Damit stünde hier ein Volumen von 42 000 Kubikmetern zur Verfügung.

Auf mindestens 2,3 Millionen Euro wurden die Kosten dafür im Jahr 2014 geschätzt. Wegen einer negativen Kosten-Nutzenrechnung gibt es für den Mönsheimer Hochwasserschutz keine Fördermittel. Alleine der neue Staudamm am Paulinensee kostet die Gemeinde jetzt mehr als zwei Millionen Euro.

Kleinere Maßnahmen

„Diese Maßnahme ist für uns in den nächsten Jahren nicht realisierbar“, hatte Hans Kuhnle (Bürgerliste) im September 2016 im Gemeinderat betont und gefordert, anstelle eines großen Rückhaltebeckens noch einmal kleinere Maßnahmen zu untersuchen. Der Planungsauftrag für den Hochwasserdamm am Grenzbach wurde vertagt. Das Büro Wald + Corbe erhielt den Auftrag zu prüfen, ob das große Dammbauwerk durch mehrere kleinere Rückhaltungen ersetzt werden kann. In der jüngsten Gemeinderatssitzung erteilte Hans Göppert vom Büro Wald + Corbe mehreren kleineren Becken eine klare Absage. „Ein Hochwasserschutz nur durch einen Gewässerausbau ist in der Ortsmitte wegen der dichten Bebauung nicht möglich. Der einzig sinnvolle Schutz ist ein Rückhalt des Wassers vor der Ortsmitte“, sagte er und warnte vor scheinbar kostengünstigen Lösungen. Jedes einzelne Becken benötige eine Hochwasserentlastungsanlage, so Göppert. „In Kaskaden zu denken macht keinen Sinn, weder wirtschaftlich, noch ökologisch“, betonte der Ingenieur. Drei kleine Becken, die sich schnell im Bereich von einer Million Euro bewegten, brächten nur wenig Entlastung. Der Damm am Paulinensee oder am Lerchenhof würden dadurch nicht merklich kleiner, so Göppert.

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