Leonberger Partynacht Zwischen harten Rockkrachern und flottem Jazzpop

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So schauten einst die Rocker aus: Michel im Murphys Law. Foto: factum/Bach

Leonberg - Es ist weit nach Mitternacht. Im tiefen Innenhof des Graf-Ulrich-Hauses kommt der Regen nicht so durch. Viele Leute stehen draußen. Notgedrungen. Denn in den beiden Läden innen drin ist kein Durchkommen. In der Bar Republik stehen sie auf den Stühlen und Tischen. Die Jungs von Kohala legen gerade mit Radar Love los. Ein Titel, der selbst nach 45 Jahren noch kracht. „Absolut geil“ schreit Michael aus Rutesheim, bevor er sich wieder dem Headbangen widmet.

Nebenan im Murphy Law ist’s nicht ganz so laut, aber genauso voll. Michel spielt dort Hits der vergangen drei Jahrzehnte. Eine stattliche Erscheinung mit gelockter Mähne, wie einst die harten Jungs aus der Southern-Rockszene.

Hits aus den Achtzigern und Neunzigern

Zwei Etagen höher ist Mainstream angesagt. Im Glashouse legen die DJ’s Tim S und Daddy M Hits aus den Achtzigern und Neunzigern auf. Diese Mischung stimmt. Die Tanzfläche ist rappelvoll. Kunstnebelschwaden erinnern an beste Discozeiten.

Trotz permanenten Nieselregens ist gut was los bei der Partynacht in der Leonberger Altstadt. In den Kneipen ist’s eng. Auch die Restaurants profitieren vom Fetenalarm. Viele Besucher, gerade die nicht mehr ganz so jungen, stärken sich passend zum Martinstag mit einer Gans oder einem griechischen Lamm, bevor es rund geht.

Das Programm der Partynacht ist nicht nur für Jugendliche ausgerichtet. Unter dem Motto „Feiern für Fortgeschrittene“ haben die Waldhexen einmal mehr das altehrwürdige Gasthaus Zur Sonne zum Dancefloor umfunktioniert. Am Pferdemarkt und zur Fasnet lassen es die Mädels und Jungs der Narrenzunft dort immer krachen. Da passt der Elfte Elfte ebenfalls ganz gut: Die närrische Zeit geht los.

Wer noch eine Kohle mehr drauf braucht: Im Blauen Engel begegnen sich Was’n und Pferdemarkt. DJ Holland sorgt dafür, dass keine Atempause entsteht.

Beschwingter Funk-Pop

Musikalisch anspruchsvoll ist der Auftritt von Simeon. Der Stuttgarter Sänger und seine Mitspieler bringen im Domizil-Keller beschwingten Funk-Pop, der durch das virtuose Trompetenspiel von Valdis Bizuns ein jazzigen Charakter bekommt. Absolut tanzbar und gut anzuhören. Das gefällt auch Bürgermeister Klaus Brenner, der sich unters feiernde Volk gemischt hat.

Wer im Partyinferno das Bedürfnis nach Unterhaltung hat: geht auch. Im geschmackvoll gestalteten Gewölbekeller der Alten Amtei laufen Oldies, aber eine gepflegte Konversation ist kein Problem. Und bei der Schlagerparty von Inge und Hansi im Adler lässt es sich an den Stehtischen im Innenhof parlieren. Eine dort draußen gegrillte Bratwurst zu vorgerückter Stunde gibt frische Kraft fürs Fetenfinale.

Fazit: Wenn in Leonberg was geboten wird, läuft es auch. Selbst bei nicht eben feierfreudigem Wetter. Da tut es der Stimmung keinen Abbruch, dass das Fools Garden -Konzert in der Stadthalle vom Veranstalter „Human Projects“ über Nacht abgesagt wurde. Begründung: Der Gitarrist hatte den Arm in Gips.

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