Leonberg Ein Rathausvorplatz nach dem Motto: Weniger ist mehr

Von
Baubürgermeister Klaus Brenner dirigiert die letzten Arbeiten. Foto: factum/Granville

Leonberg - Rechtzeitig zum Sommerfest des Obst- und Gartenbauvereins am kommenden Wochenende werden die Arbeiten rund um den Höfinger Rathausvorplatz nach rund dreieinhalbmonatiger Bauzeit abgeschlossen sein. „Wir haben den Platz gründlich entrümpelt, er sieht nun viel gefälliger aus“, erklärt der Baubürgermeister Klaus Brenner bei einem Rundgang. Mülleimer, die schief in den Angeln hingen und unterschiedliche Farben hatten, wurden ebenso abgebaut wie defekte Fahrradständer, die gar nicht mehr genutzt werden konnten.

Freier Blick ins Glemstal

Stattdessen wurde der Bodenbelag farblich einheitlich gestaltet, er nimmt die Farbgebung der Rathausfassade auf. „Dadurch steht das Rathaus wieder deutlicher im Blickpunkt“, sagt Brenner. Dieser Effekt wurde noch dadurch verstärkt, indem ein Grünstreifen entfernt wurde, der das Rathaus vom Platz abgetrennt hatte. Abgebaut wurden auch die Rankgerüste, die den Blick ins Glemstal und auf das Schloss verstellt hatten. Dafür gibt es nun ein sogenanntes Landschaftsfenster mit einem Geländer, von dem aus man gefahrlos den Blick ins Glemstal schweifen lassen kann.

Leichter haben es in Zukunft die Marktbeschicker: Die Stromanschlüsse befinden sich nun allesamt am Boden, die Verlegung von Kabeln zu einem Stromschrank, die nicht selten zur Stolperfalle geraten, entfällt. Zudem wurden sämtliche Bänke ausgetauscht, die neuen Sitzgelegenheiten haben unterschiedliche Höhen für Besucher unterschiedlichen Alters und sind damit teilweise seniorengerecht. Erhöht wurde auch die Sitzbank um das Kunstwerk „Hirte“ von Walter Hörnstein aus dem Jahr 2005. „Der Betonklotz darunter hatte scharfe Kanten, die Bank nimmt nun die Holzart des Kunstwerks auf“, sagt Brenner.

Komplett neu ist auch die LED-Beleuchtung des Rathausvorplatzes. Gerade und leicht geneigte Leuchtstelen erhellen das Gelände und leuchten bisher dunkel gebliebene Stellen aus. Die Kosten dafür in Höhe von 35 000 Euro übernimmt die Stadt Leonberg. Die restlichen Kosten in Höhe von rund 280 000 Euro werden aus dem Erbe der Eheleute Erwin und Marianne Beck beglichen, welches nur für Projekte im Stadtteil Höfingen vorgesehen ist.

Rathausplatz prägt die Ortsmitte

Dass der Stadtverwaltung viel daran gelegen ist, das direkte Umfeld des alten Rathauses aufzuwerten, ist nicht überraschend: Das Fachwerkgebäude aus dem 16. Jahrhundert ist eines der markantesten Gebäude im Teilort und ein Identifikationspunkt. Zusammen mit der evangelischen Kirche, dem Schloss und dem Kurfiss-Areal prägt es die historische Ortsmitte von Höfingen.

Ebenfalls abgeschlossen sind in Höfingen nunmehr die Bauarbeiten in der Hirschlander Straße. Über zwei Treppen und eine Rampe gelangt man nun in das Quartier in der Ulmenstraße, in dem eine Grundschule nebst Mensa und ein Kindergarten liegen. Auch hier wurde ein einheitlicher Pflasterbelag verlegt, die alten Bäume dort wurden erhalten. Im Handlauf an der Rampe ist eine LED-Beleuchtung integriert. Ein Rondell-Beet soll Eltern und Kleinkinder zum Verweilen einladen.

Artikel bewerten
7
loading
Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden