Leonberg Die Grabenstraße heißt jetzt K 1012

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Bevor die Grabenstraße in kommunale Hände überging, wurde sie saniert. Foto: factum/Archiv

Leonberg - Es ist ein kleiner bürokratischer Akt, dem allerdings ein riesiger Aufwand vorausgegangen ist. Die B 295 führt ab 2016 vom Westanschluss zur Autobahn 8 nicht länger durch das Stadtgebiet Leonberg und weiter nach Ditzingen. Stattdessen wird die Bundesstraße ab der Anschlussstelle Leonberg-West auf die A 8 und weiter auf die A 81 umgelegt. In der Folge werden die bisherigen Abschnitte, die durch Leonberg führen, zu Landes-, Kreis- oder Gemeindestraßen umgelegt.

Das Ganze geht auf den Bau des Engelbergbasistunnels und des Westanschlusses zurück, die 2008 freigegeben wurden. Denn eines der Ziele, die damals mit dem Verkehrsprojekt verbunden wurden, war es, den innerstädtischen Verkehr zu reduzieren. Autos und Lkws von außerhalb sollten über die Autobahntrassen geführt werden. Und durch die Herabstufung konnten die entsprechenden Leonberger Abschnitte endlich umgestaltet werden. Und das zum Teil mit erheblichen Mitteln vom Bund. Denn vor der Übergabe in kommunale Hände sollten die Straßen in Schuss gebracht werden. Kreisstraßen: Jüngstes Beispiel dafür ist die Grabenstraße, die jetzt zur K 1012 gehört. Im vergangenen Jahr wurde die Hauptschlagader des Leonberger Verkehrs, die gleichzeitig auch das empfindliche Nadelöhr ist, umfangreich saniert. Alle Leitungen und Kanäle wurden erneuert, anschließend kam ein neuer Straßenbelag drauf. Ebenfalls zur K 1012 gehören die Eltinger Straße sowie die Brennerstraße vom Leo-Center bis zur Geze-Kreuzung. Diese wurden bereits vor Jahren erneuert. Landesstraßen: An der Sonnenkreuzung beginnt nun die L 1137, die über die Feuerbacher Straße und den Überland-Abschnitt bis Ditzingen führt. Zwar kein Teil der bisherigen B 295, dafür aber jetzt ebenfalls zur Landesstraße (L 1141) hochgestuft worden ist der Teil der Südrandstraße von der Anschlussstelle Leonberg-Ost bis zur Neuen Ramtelstraße. Die L 1141 führt weiter über diese, biegt dann ab auf die Glemseckstraße und führt über die Leonberger Straße bis zum Leo-Center. Gemeindestraßen: Die größte Veränderung hat wohl die Renninger Straße erfahren. Seitdem der Westanschluss offen und die Südrandstraße verlängert sind, ist es im unteren Ezach verkehrstechnisch eher ruhig geworden. Der Abschnitt ist deshalb künftig nur noch eine Gemeindestraße.

Nicht bei allen Gemeinderäten stößt diese Neuordnung auf Zustimmung. „Mich wundert, dass die Stadt hier auf einige klassifizierte Straßen verzichtet. Da entgeht uns eine Menge Geld“, meinte etwa Dieter Maurmaier von der FDP. Denn so lange die Abschnitte Teil der B 295 waren, zahlte der Bund für die Instandhaltung. Nach Berechnungen des Baudezernats fehlen nun jährliche Zuschüsse von 95 000 Euro. Für Landes- und Kreisstraßen rechnet man künftig nur mit einer Ausgleichszahlung von zusätzlich 5000 Euro. Allerdings gab es für die Feuerbacher Straße – der einzige Abschnitt, der bisher nicht saniert wurde – eine Ablösesumme. Bernd Murschel von den Grünen wunderte sich über die Höherstufung von Teilen der Glemseck- und der Leonberger Straße. „Wenn, müsste eigentlich die Berliner Straße hochgestuft werden, denn dort verläuft der Verkehr“, sagte er. Zumindest bei der Renninger Straße soll nun noch einmal nachverhandelt werden. „Dem Autofahrer ist am Ende aber egal, ob er auf der B 295 fährt oder auf der K 11 irgendwas. Der guckt auf seinem Navi, wo der kürzeste Weg ist“, meinte OB Schuler.

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