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HandballPokalsieg muss erst aus dem Kopf

Andreas Klingbeil, vom 04.11.2012 12:30 Uhr
Julian Schwab: dynamischer Spielgestalter und Torschütze Foto: Andreas Gorr
Julian Schwab: dynamischer Spielgestalter und TorschützeFoto: Andreas Gorr

Leonberg - Von alleine oder im Vorbeigehen läuft in dieser Liga gar nichts. Für diese Erkenntnis hat das Männerteam der SG Leonberg/Eltingen beim am Ende ungefährdeten Erfolg über die HSG Schönbuch II eine Hälfte lang gebraucht. Der Sieg im Bezirkspokalwettbewerb gegen den Ligakonkurrenten TSV Altensteig II (41:20) zwei Tage zuvor steckte wohl noch in den Köpfen der Spieler und schien dazu zu verleiten, die neue Aufgabe mit ein paar Prozent weniger Engagement und Konzentration anzugehen. SG-Trainer Frank Ziehfreund sah es so: „In der ersten Hälfte haben wir pomadig gespielt.“ Gegen einen durchschnittlichen Gegner, der lediglich in Benjamin Wolf einen herausragenden Akteur in seinen Reihen hatte, leisteten sich die Gastgeber einige technische Fehler, ließen in der Defensive Lücken und hatten deshalb viel Mühe, mit ausgeglichenem Spielstand (18:18) in die Pause zu gehen.

Die Ansprache von Ziehfreund zeigte Wirkung. Die SG kam mit mehr Schwung und Willen aus der Kabine. Torhüter Benjamin Seeger steigerte sich zusehends und glänzte mit einigen artistischen Paraden. Und der erstmalige Einsatz des Neuzugangs Karsten Keiser machte deutlich, dass die Mannschaft eine Führungsfigur braucht. Der 32-Jährige, der bereits zehn Minuten vor dem Wechsel aufs Feld kam, führte sich in der ersten Aktion gleich mit einem Treffer ein, dirigierte lautstark und entlastete so seine Mitspieler. Das schien besonders Julian Schwab gut zu tun. Der dynamische Rückraumspieler war im zweiten Durchgang nicht mehr zu halten. Er gab das Tempo vor, initiierte die Angriffe und traf sowohl vom Kreis als auch aus dem Rückraum. Beim Stand von 34:27 nahm Ziehfreund seinen Mittelmann unter Beifall vom Feld – und schickte ihn wenig später noch einmal zurück, weil die Gäste in Abwesenheit Schwabs mit zwei Treffern auf 29:34 verkürzten. Mit dem Spielmacher ließ die SG dann nichts mehr anbrennen.

Trotz der deutlichen Steigerung in Hälfte zwei blieb die HSG Schönbuch bis zum 24:22 auf Tuchfühlung. Erst als Trainer Timo Luippold seinem Besten, Benjamin Wolf, eine rund zehnminütige Verschnaufpause gönnte, setzten sich die Gastgeber vorentscheidend ab. Über das 28:24 wurde der Vorsprung auf 33:26 uneinholbar ausgebaut. In dieser Phase deutete Martin Vontheim, der am Nachmittag noch in der zweiten Mannschaft gespielt hatte, an, wie wertvoll er für die Mannschaft sein kann. Sein erster Wurf von der halbrechten Position krachte noch an die Latte, die folgenden drei Versuche schlugen im Schönbucher Tor ein.

Der Neuaufbau der Mannschaft nimmt Formen an. Mit dem erkrankten Jörg Eisenhardt und dem Rekonvaleszenten Simon Schach hat Ziehfreund zwei weitere Führungsspieler in der Hinterhand. Doch auch wenn beide wieder an Bord sind, ändert sich nichts an der Tatsache: Im Vorbeigehen läuft in dieser Liga nichts.

SG Leonberg/Eltingen: Seeger, Spiller, Heid, Maresch (4), Nicolau (4), Schnelle (2), Binder (3/2), Wald (2), Vontheim (3), Knödler (3), Schwab (6), Groß (4), Keiser (4), Seise (1).

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