Handball Ehemalige Profispielerin übernimmt das Ruder

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Birute Schaich freut sich über das Trainer-Angebot in Leonberg. Ohne Handball kann die junge Mutter nicht. Foto: Thomas Madel

Leonberg - Die Suche nach einem Nachfolger für Handball-Trainer Damir Lebovic, der zur Winterpause im Dezember nach Altensteig wechselte, ist erfolgreich abgeschlossen. Die ehemalige Profi-Spielerin Birute Schaich, in Sportlerkreisen besser bekannt unter ihrem vorigen Namen Birute „Beru“ Stellbrink, wird ab sofort das Frauenteam des SV Leonberg/Eltingen in der Württembergliga Nord trainieren. „Eigentlich wollte ich mir nach der Geburt meines Sohnes ein Jahr lang Pause gönnen, doch dann kam die Anfrage aus Leonberg, wo ich das Gefühl habe, das passt zusammen“, sagt die 37-jährige ehemalige litauische Nationalspielerin, die mit ihrer Familie in Uhingen bei Göppingen lebt.

Die ersten telefonischen Kontakte hatte der SV-Abteilungsleiter Ralf Heimerdinger hergestellt. „Sie war schon einmal unsere Wunschkandidatin, stand damals aber nicht zur Verfügung.“ Nach einem weiteren persönlichen Gespräch unter vier Augen sagte Schaich zu. „Wir haben uns geeinigt, dass sie bis zum Saisonende bleibt, dann werden wir uns noch einmal zusammensetzen“, sagt Ralf Heimerdinger.

Stationen in der Bundesliga

Im Alter von zehn Jahren begann Birute Schaich, im litauischen Kaunas geboren, mit dem Handball. Seit 2001 spielt sie in Deutschland. Sechs Jahre war sie bei der HSG Stemmer-Friedewalde in Minden/Ostwestfalen unter Vertrag, stieg mit ihrem Team nach fünf Jahren in die Zweite Bundesliga auf. In der Saison 2007/2008 heuerte sie beim Bundesliga-Aufsteiger TV Beyeröhde in Wuppertal an, wechselte nach dem Abstieg ein Jahr später zu den Rhein-Main Bienen nach Aschaffenburg. Auch dort blieb sie nur eine Saison, denn der unterfränkische Verein meldete Insolvenz an. Die nächste Station für die 1,82 Meter große Rückraumspielerin war bis 2014 der Bundesligist Frisch Auf Göppingen.

Ihre erste Station als spielende Co-Trainerin im Jahr 2014: der Regionalligist TV Holzheim. Ab dem Sommer 2015 betreute sie dann die Frauen der SG Kuchen-Gingen in der Württembergliga Süd. Verletzungsbedingt hatte sie ihre eigene aktive Karriere beenden müssen. Die SG stieg erst ab, dann löste sich die Mannschaft mangels Spielerinnen auf. Birute Schaich ging zurück zu Frisch Auf Göppingen und betreute dort zuletzt die A-Jugend-Mädchen.

Handball ist ein Teil des Lebens

Neben dem Handball studierte die Sportlerin Deutsch als Fremdsprache und Erziehungswissenschaften – sie wollte nach ihrer Rückkehr in die Heimat eventuell als Lehrerin arbeiten, doch sie blieb in Deutschland. Später machte sie in einem Göppinger Sanitätshause eine Ausbildung zur Kauffrau für Gesundheitswesen. Bis zur Geburt ihres Sohnes gab sie bei der Volkshochschule Integrationskurse, unterrichtete Deutsch als Fremdsprache. Jetzt ist sie zurück in der Sporthalle. „Es geht einfach nicht ohne Handball“, sagt Birute Schaich und lacht. Wenn sie zweimal pro Woche zum Training nach Leonberg fährt, bleibt ihr Mann Nicolas bei Söhnchen Joris. Am Wochenende bei den Verbandsspielen will er immer dabei sein. „Hätte er nicht grünes Licht gegeben, wäre es nicht gegangen. Zum Glück ist unser Sohn sehr pflegeleicht, und ich bin da eher lockerer.“

Eine zweite Personalie haben die Verantwortlichen des SV Leonberg/Eltingen ebenfalls geklärt. Nachdem Damir Lebovic auch als Trainer der A-Jugend-Mädchen nicht mehr zur Verfügung stand, übernimmt diese Aufgaben nun Sebastian Krüger, dessen Heimatverein die HSG Böblingen/Sindelfingen ist. Dort spielte er selbst bis zur Landesliga. Im vergangenen Jahr war er berufsbedingt in Mexiko unterwegs. Nach seiner Rückkehr hatte der 36-Jährige Kapazitäten frei und sagte in Leonberg zu.

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