Handball Ditzinger Schachzug ist ein Volltreffer

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Dennis Zwicker (hinten) fügt sich bei seinem Comeback in Ditzingen so ein, als wäre er gar nicht weg gewesen. Foto: Andreas Gorr

Ditzingen - Den Schlusspunkt setzte Dennis Zwicker. Mit einem Wurf über das gesamte Feld in das verwaiste Leonberger Tor erzielte er 20 Sekunden vor Schluss das 27:24. Der Derbysieg der TSF Ditzingen gegen die SG Leonberg/Eltingen war perfekt. Der Aufsteiger hat den Nachbarn nicht nur bezwungen, sondern auch noch mitten in den Abstiegskampf ­hinein gezogen und in eine Krise gestürzt.

Ausgerechnet Dennis Zwicker. Der Kapitän der Vorsaison, der studienbedingt eine Auszeit nimmt und nur noch sporadisch trainiert, feierte sein Comeback vor rund 400 Zuschauern. Der Ditzinger Schachzug ging voll auf. Zwicker, überwiegend in der Defensive eingesetzt, spielte als ob er gar nicht weg gewesen wäre. Er gab die Kommandos und bildete mit Frank ­Eisenhardt und Hannes Eisele an seiner Seite einen starken Innenblock, an dem sich die Leonberger die Zähne ausbissen.

Die Gastgeber wollen den Sieg

Doch es war nicht nur diese Personalie, die über Sieg und Niederlage entschieden hat. Die Gastgeber, die in dieser Saison erst einen Sieg und ein Unentschieden auf der Habenseite verbucht haben, wollten einfach mehr und zeigten das auch auf dem Feld. Dagegen vermittelten die SG-Spieler den Eindruck, als wollten sie die vermeintliche Pflichtaufgabe mit geringstmög­lichem Engagement leidenschaftslos ab­haken. Und genau das funktionierte nicht.

Leonberg legte zwar eine 4:2-Führung vor, zweimal klappte das Kreisanspiel von Christian Auer auf Sebastian Mücke. Danach ging jedoch nicht mehr viel zusammen. Julian Kurtz erwischte einen ganz schwachen Abend und kassierte in der zweiten Hälfte nach drei Zeitstrafen auch noch die Rote Karte. Spielmacher Auer rannte sich immer wieder beim Versuch, den Kreisläufer anzuspielen, in der Ditzinger Defensive fest.

Die schnellen Ditzinger Außenspieler treffen

Die Leonberger Fehler nutzte im ersten Durchgang vor allem Linksaußen Florian Ruoff. Er schloss einen Tempogegenstoß nach dem anderen erfolgreich ab. Auf der anderen Seite lief auch Florian Kienle auf und davon. Genau davor hatte SG-Trainer Ivan Toldo seine Mannschaft gewarnt. Mit dem 6:5 ging der Aufsteiger erstmals in Führung und gab diese bis zum Schluss nicht mehr ab. Drei Minuten vor dem Pausenpfiff hatten die TSF mit dem 14:10 schon eine kleine Lücke gerissen, musste sich aber mit dem 14:13 zur Pause begnügen, weil zu schnell und aus wenig verheißungsvollen Positionen abgeschlossen wurde.

Was sich schon in der ersten Hälfte angedeutet hatte, fand in Durchgang zwei seine Fortsetzung. Leonberg agierte mit Ausnahme eines feinen Kempa-Anspiels von Chris Auer auf Dominik Fischer einfallslos, rieb sich an der Ditzinger Deckung und Torhüter David Thomitzni auf. Zehn Minuten in der zweiten Hälfte waren gespielt, als dem immer noch an der Schulter verletzten Lars Neuffer der erste Leonberger Treffer zum 14:16 gelang. Ditzingen baute den Vorsprung auf zwischenzeitlich fünf Tore aus (21:16). Die SG kam zwar noch einmal auf 24:26 heran. Als dann Frederik Weihing seinen Posten zwischen den Posten verließ, war der Weg frei für Dennis Zwicker.

TSF Ditzingen: Thomitzni, Biehl, Eisele (2), Haselbauer, Fandrich, Droxner (3), Kienle (1), Mastalirz, Ruoff (7), Dömötör, Schnelle, Herleth (5/3), Eisenhardt (7), Zwicker (2).

SG Leonberg/Eltingen: Keller, Weihing, Binder, Maresch (2), Nicolau (1), Baumgartl, Mücke (2), Kurtz (3), Kilper, ­Neuffer (5/1), Henninger (3), Ulrich (1), ­Fischer (1), Auer (6/3).

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