Handball Auch Larissa Wagner geht von Bord

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Sie hat den Spaß beim SV Leonberg/Eltingen verloren: Larissa Wagner (Mitte). Foto: Andreas Gorr

Leonberg - Erst Jürgen, dann Saskia und nun Larissa – der Ausstieg der Familie Wagner bei der SV Leonberg/Eltingen ist komplett. Mitte der Woche hat sich Larissa Wagner als Trainerin der zweiten Frauenmannschaft von ihrem Team verabschiedet. „Die Mädels können nichts dafür, und es tut weh – keine Frage. Aber das war keine Entscheidung aus einer Laune heraus. Ich trage das schon seit Dezember mit mir herum.“

Der Stein war ins Rollen gekommen, als im Dezember dem sportlichen Leiter im Frauenbereich, Jürgen Wagner, mitgeteilt worden war, dass über die Saison hinaus nicht mehr mit ihm geplant werde. Daraufhin gab der 51-Jährige seinen Posten mit sofortiger Wirkung ab. Zugleich hatte auch Damir Lebovic, Trainer des Frauenteams in der Württembergliga, seinen Abschied zum Jahresende bekannt gegeben. Der Coach übernahm die Aufgabe bei den Männern des TSV Altensteig.

Wechsel zum TuS Metzingen

Im Frauenbereich war somit vorübergehend ein Vakuum entstanden, das auch Saskia Wagner, die Tochter des Ehepaars, dazu bewog, in der Weihnachtspause zum TuS Metzingen in die dritte Liga zu wechseln. Zum einen reizte die sportliche Herausforderung, zum anderen gab aber auch die Ungewissheit, wie es in Leonberg weitergeht, den Ausschlag.

Auch Larissa Wagner, die in Leonberg zunächst im weiblichen Jugendbereich engagiert war und mit Beginn dieser Saison das zweite Frauenteam als Landesliga-Aufsteiger übernahm, kam nach einem ausführlichen Gespräch mit der Abteilungsleitung zu dem Schluss, dass im Frauenbereich in Leonberg eine Perspektive fehlt. Nach reiflicher Überlegung entschied sie sich jedoch dazu weiterzumachen. Das allerdings nur unter der Prämisse, dass der Jugendkoordinator im weiblichen Bereich und derzeitige B-Jugendtrainer Stefan Schuster keine Rolle mehr spielt, was die Belange der Frauenteams angeht. Meinungsverschiedenheiten zwischen den Trainerkollegen konnten nicht ausgeräumt werden. Nach einem Disput mit Jürgen Wagner, dem Ehemann der Übungsleiterin, hatte Stefan Schuster im vergangenen Jahr sein Amt als A-Jugend-Coach abgegeben.

Trainerin zieht die Reißleine

Ihre Bedingung sah Larissa Wagner nun nicht erfüllt. Schuster habe das Übergangstraining bei den Frauen geleitet und sei bei allen Besprechungen dabei gewesen. „Ich habe jetzt die Reißleine gezogen. Sonst denken sich ja alle: Lass die nur reden, wir machen weiter so“ (Wagner). Der Abteilungsleiter Ralf Heimerdinger bedauerte den Schritt der Trainerin und räumte ein, im Umgang mit ihr nicht sensibel genug agiert zu haben.

Dabei hatte er just an dem Tag, an dem Larissa Wagner ihm seinen Entschluss übermittelte, eine positive Nachricht zu überbringen. Mit Milovan Zatezic hat sich ein neuer sportlicher Leiter für den Frauenbereich gefunden. Heimerdinger: „Er ist schon seit Jahren bei den Frauen 1 dabei, sitzt immer im Kampfgericht, kennt sich im Organisatorischen gut aus, ist sehr nahe an der Mannschaft dran und hat einen guten Draht zu den Spielerinnen.“

Auch der Trainerposten bei den an diesem Wochenende spielfreien Landesligafrauen ist schon wieder besetzt. Zur Verfügung gestellt hat sich das Duo Harry Stierle und Robert Weiß. Beide haben bislang Jugendmannschaften in Leonberg gecoacht.

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