Bürgermeisterwahl in Friolzheim Michael Seiß bleibt Bürgermeister

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Applaus zur Wiederwahl: Michael Seiß (Zweiter von rechts) mit seiner Ehefrau Christine und seinen Gratulanten Mario Weisbrich, ­Thomas Fritsch, Jürgen Troll und Frank Spottek. Foto: Andreas Gorr

Friolzheim - Um die Überraschung gleich vorwegzunehmen: Der Bürgermeister von Friolzheim ist und bleibt Michael Seiß. Allerdings – so groß ist diese Über­raschung nicht. Schließlich war der Amtsinhaber neben der bekannten Dauerkandidatin Fridi Miller der einzige Kandidat auf dem Stimmzettel. Nach zwei Amtszeiten musste er zwar ein paar Federn lassen. Von den gültigen Stimmen entfielen nach vorläufigem Ergebnis 6,3 Prozent auf Fridi Miller, 9,4 Prozent auf andere, nicht zur Wahl stehende Kandidaten. Trotzdem wurde er von immerhin 84,3 Prozent wiedergewählt. Dafür gab es Glückwünsche aus dem Gemeinderat, aber auch von den Bürgermeistern aus der Nachbarschaft.

Kurz vor 18 Uhr trifft der amtierende Bürgermeister mit seiner Familie im Wahlbüro in der Zehntscheune ein. „Ein bisschen angespannt ist man schon“, verrät er. Trotzdem ist eigentlich von Beginn an klar: Es geht nicht um das Ob, sondern vielmehr um das Wieviel. Das kann sich letztlich sehen lassen. „Ich freue mich sehr über die große Bestätigung“, sagt Seiß, nachdem das Ergebnis verkündet worden ist und ihm Gratulanten von allen Seiten die Hand ­reichen. Auf die Frage, wie er die Zahl der Protestwähler bewertet, bleibt er gelassen. „Dass es nach 16 Jahren nicht nur Leute gibt, die das toll finden, was Michael Seiß macht, ist klar. Das zu zeigen, gehört zur ­Demokratie.“

Gratulationen von Kollegen

„Ein sehr schönes Ergebnis, das hat er sich verdient“, befindet der FDP-Landtagsabgeordnete Erik Schweickert, der ebenfalls gekommen ist, um dem alten und neuen Bürgermeister seine Glückwünsche auszusprechen. Weitere Gratulanten sind die Bürgermeister Jürgen Troll aus Heimsheim, ­Mario Weisbrich aus Wimsheim, Frank Spottek aus Tiefenbronn und Thomas Fritsch aus Mönsheim. „Wirklich ein gutes Ergebnis und für die dritte Amtszeit eine    beachtliche Wahlbeteiligung“, stellt ­Thomas Fritsch fest. Die kann sich in der Tat sehen lassen. Trotz der überschau­baren Kandidatenlage gingen immerhin 40,5 Prozent der wahlberechtigten Friolzheimer, 1293 von insgesamt 3190, an die Urnen oder nutzten die Briefwahl.

2010, als Michael Seiß tatsächlich der einzige Kandidat war, waren es immerhin fast 39 Prozent. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir das noch einmal toppen können bei der Konstellation“, sagt Helmut ­Jentner, stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender des Wahlausschusses. „In Friolzheim ist die Welt eben noch ein kleines bisschen in Ordnung. Das Ergebnis freut mich für den Bürgermeister.“ Ein Wermutstropfen ist für ihn die geringe ­Besucherresonanz bei der Verkündung. Kaum eine Handvoll Bürger ist vor Ort, fast alle Anwesenden haben ein politisches Amt. „Das ist schon schade, bei einer ­solchen Wahl sollte schon ein gewisses ­Interesse da sein.“ Allerdings hätten ihn im Vorfeld immerhin verschiedene Menschen angesprochen, ob das Ergebnis gleich online gehe, damit sie sich direkt informieren können.

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