SKV Rutesheim Der Neue hat jede Menge Stallgeruch

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Marcel Pfeffer: Bis zum Jahresende setzt er ich noch voll für den SV Gebersheim ein, dann geht’s zum Nachbarn nach Rutesheim Foto: Gorr

Rutesheim - Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Getreu der an Johann Wolfgang Goethes Gedicht „Erinnerungen“ angelehnten Redensart hat die SKV Rutesheim die Nachfolge für Interimstrainer Rolf Kramer geklärt. Im neuen Jahr übernimmt ein echtes Rutesheimer Urgestein das Kommando: Marcel Pfeffer.

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Der 38-Jährige, der noch nie woanders als in Rutesheim gewohnt hat, begann seine fußballerische Laufbahn als F-Jugendlicher bei der SKV und trug das schwarz-weiße Trikot auch noch in seinem ersten Jahr als Aktiver in der Bezirksliga. Nach fünf Jahren beim SV Gebersheim kehrte er zurück und feierte als Kapitän der zweiten Mannschaft den Aufstieg in die Bezirksliga.

Pfeffer fackelt nicht lange

Mit 27 Jahren beendete er seine aktive Laufbahn und stieg bei seinem Heimatverein als B-Junioren-Coach ein. Zwei Spielzeiten später übernahm er die A-Junioren, mit denen er die Meisterschaft in der Verbandsstaffel feierte, aber den Aufstieg in die Oberliga verpasste. Als es den Industriekaufmann nach fünf Jahren in den Aktivenbereich drängte, wechselte er wieder nach Gebersheim und führte das Team im zweiten Jahr in die Bezirksliga.

Als nun die Anfrage aus Rutesheim kam, musste Pfeffer nicht lange überlegen. Mit dem Abteilungsleiter Jan Bolay und dem sportlichen Leiter funkte er sowohl im sportlichen Bereich als auch auf der Ebene der Vereinsphilosophie auf einer Wellenlänge. Als es auch von seinen beiden Kindern und der Freundin ob des zeitlichen Mehraufwandes grünes Licht gab, sagte Marcel Pfeffer zu und freut sich auf die kommende Aufgabe: „Das wird eine sportliche Herausforderung für mich. Aber genau das reizt mich. Die Liga, der Wille und der Ehrgeiz, sich verbessern zu wollen, das ist schon eine andere Hausnummer.“

Marcel Pfeffer ist überzeugt davon, bestehen zu können. Zum einen kennt er den Verein wie seine Westentasche, hat zwölf Spieler, die im jetzigen Kader stehen, in der Jugend mit ausgebildet. Zum anderen setzt er wie Rolf Kramer, der die Mannschaft acht Jahre lang gecoacht hat und nun nach der Trennung von Jens Eng bis zum Jahresende wieder eingesprungen ist, auf Intensität, Dynamik und Geschwindigkeit.

Walter: Diese Lücke wird schwer zu schließen sein

Überrascht wurde der Abteilungsleiter des SV Gebersheim, Jochen Walter, von der Anfrage Pfeffers. Dennoch gab es keinen Gedanken daran, auf die Erfüllung des laufenden Vertrages zu pochen: „Man kann ihn dazu nur beglückwünschen. Das hat er sich mehr als verdient. Aber diese Lücke wird nur schwer zu schließen sein.“ Das Entgegenkommen weiß Walters Kollege auf Rutesheimer Seite, Jan Bolay, zu schätzen: „Wir freuen uns, dass mit Marcel unser absoluter Wunschkandidat ab Januar Trainer unserer ersten Mannschaft wird. Bedanken möchten wir uns beim SV Gebersheim, der die Freigabe erteilt und so diesen Schritt ermöglich hat.“

Auch Rolf Kramer, dessen Trauzeuge Marcel Pfeffer ist, begrüßt die Wahl seines Nachfolgers: „Es ist fast die logische Konsequenz. Wir sind bislang immer gut gefahren mit den Leuten aus den eigenen Reihen. Und so wie ich die Jungs erlebt habe, nachdem sie das erfahren haben, sehen die das auch so.“

Auswärtsspiel beim FC Holzhausen

Der Coach ist mit seiner Mannschaft schnell wieder zur Tagesordnung übergegangen. Und die heißt am Samstag (15.30 Uhr) Auswärtsspiel beim FC Holzhausen. Mit dem so starken Auftritt beim 4:0 gegen den TSV Berg vor allem in der zweiten Hälfte hat die Mannschaft die Messlatte hoch gelegt.

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„Ich hatte schnell das Gefühl, dass wir enorme Qualität haben. Wenn wir die auf den Platz bringen, dann haben wir auch großen Einfluss auf das Ergebnis“, sagt Kramer. In Holzhausen ist Tobias Weiß nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder mit von der Partie. Stürmer Michael Schürg macht immer noch eine Wadenverletzung zu schaffen. Er setzte unter der Woche mit dem Training aus und wird zunächst auf der Bank Platz nehmen.

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