Fußball bei der SKV Rutesheim Die Stellschrauben sind schon ausgemacht

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Auf das nächste Punktspiel am kommenden Freitag gegen die TSG Tübingen schwört wieder Rolf Kramer die Rutesheimer Mannschaft ein. Foto: Andreas Gorr

Rutesheim - Peter Neururer und die viel zitierte Herzensangelegenheit VfL Bochum: viel besser würde dieses geflügelte Wort zu dem Trainer Rolf Kramer und der SKV Rutesheim passen. Kein Wunder also, dass sich der 39-Jährige dazu bereit erklärt hat, den Verbandsligisten bis zum Jahresende zu übernehmen. Nach dem 0:6 beim FC Normannia Gmünd hatten die Rutesheimer Verantwortlichen die Reißleine gezogen und sich nach knapp anderthalb Jahren von Jens Eng getrennt. Die Bilanz (sechs Punkte nach acht Spielen, Tabellenplatz 18), aber vor allem auch die letzten Auftritte der Mannschaft sprachen gegen den Coach.

Acht Jahre lang hat Rolf Kramer die Geschicke der SKV Rutesheim gelenkt, unter anderem gelang dabei der Aufstieg in die höchste württembergische Spielklasse. Sein ganzes 32 Jahre andauerndes Fußballerleben (nur unterbrochen von einem einjährigen Gastspiel in der B-Jugend beim TSV Eltingen) hat er bei den Schwarz-Weißen verbracht. Wenn da nicht eine ordentliche Portion Herzblut mit dabei gewesen wäre, hätte es Kramer wohl nicht so lange dort ausgehalten. Doch es ist auch eine ganz rationale Entscheidung, die den Familienvater, der im kommenden Februar mit seiner Frau das zweite Kind erwartet, dazu bewogen hat, kurzfristig einzuspringen: „Es ist schwierig, jemand da reinzuwerfen, der die Mannschaft nicht kennt. Wir brauchen relativ schnell Erfolg, deshalb werde ich auch nicht alles komplett umkrempeln.“ Es sind einzelne Stellschrauben, an denen gedreht werden soll.

Die Defensivreihe steht

Punkt eins: die Gegentore. „Es geht darum, die einfachen Gegentore zu minimieren“, sagt der Diplom-Betriebswirt. Das Defensivgerüst mit Alexander Wellert, Konstantin Kogel, Joshua Trefz und gegebenenfalls Tim Rudloff ist das gleiche wie noch zu Kramers familiär bedingtem Ausstieg zum Saisonende 2019/2020.

Punkt zwei: das Spiel in die Spitze. Im letzten Drittel fehlen oftmals die entscheidenden Sprints nach ganz vorne. Allerdings wurden die Planungen der SKV-Verantwortlichen durch die kurzfristigen Rückzieher von Daniele Cardinale (vier Tore in vier Spielen für Calcio Leinfelden-Echterdingen) und Nesreddine Kenniche gehörig über den Haufen geworfen.

Klare Auslösemomente

Punkt drei: das Pressing. Die Abstimmung fehlt. Im Spiel gegen den FC Wangen (0:3) wurde es besonders deutlich. Gianluca Gamuzza lief sich ganz vorne müde, weil seine Mitspieler nicht richtig mitmachten. Kramer: „Das müssen wir gezielter und gemeinschaftlicher machen. Das heißt: die Auslösemomente sind klarer herauszuarbeiten.“

Punkt vier: der Einsatz. Nach Einschätzung des Interimscoaches müssen alle in der Zweikampfführung und in der Zweikampfhärte zulegen.

Rückkehr des ehemaligen Kapitäns

Einer, der auf dem Platz und in der Kabine nicht zuletzt auch in diesem Punkt die Richtung vorgegeben hat, ist Christopher Baake. Der Ex-Kapitän hatte am Ende der vergangenen Runde aus familiären und beruflichen Gründen sein Laufbahnende verkündet – und steigt jetzt noch einmal ein. „Ich habe mit einigen Spielern gesprochen. Das Spiel in Gmünd war ein Armutszeugnis“, sagt der 31-Jährige.

Unabhängig vom Einstieg Kramers hatte er sich Gedanken darüber gemacht, noch einmal auszuhelfen. Zumal er nicht nur einmal von seinen ehemaligen Kollegen darauf angesprochen worden war. „Ich bin noch ganz gut fit und will versuchen zu unterstützen“, sagt Christopher Baake. Gestern Abend standen er und Rolf Kramer erstmals wieder mit dem Team auf dem Trainingsplatz.

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