Renningen Evelyn Bachmann ist die neue Leiterin der Mediathek

Von Regine Brinkmann
Die Renninger Mediathek ist Evelyn Bachmanns neue Wirkungsstätte. Foto: Simon Granville

Renningen - Die Renninger Mediathek hat eine neue Leiterin: Evelyn Bachmann bringt viel Erfahrung aus gut 20 Berufsjahren mit. Doch ihre Liebe zu Büchern ist deutlich älter: „Ich war schon vor der Einschulung in unserer Schulbücherei und habe mir die Bücher angeschaut. Vor allem an ein Kinderbuch über ein Puppenhaus erinnere ich mich bis heute. Das habe ich trotz intensiver Suche nicht mehr finden können, doch das war wohl der Grundstein für meine Bücherleidenschaft“, sagt sie.

Heute liest sie eher Romane, Erlebnisberichte und Krimis. Ihre Lektüre findet sie über Rezensionen, Bestsellerlisten, Lesetipps von Freunden, ihre Lieblingsbuchhandlung oder Empfehlungen aus Zeitungen und Zeitschriften. „Als Leiterin einer Bibliothek muss man in alle Richtungen offen bleiben“, sagt Bachmann, „den Lesestoff auch außerhalb der beruflichen Quellen finden und den Medienmarkt immer im Blick haben.“

Das betrifft nicht nur Bücher, sondern gilt für alle Medien, die in der Mediathek zur Ausleihe kommen. Neben Büchern für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind das Musik-CDs, DVDs, Spiele, auch Konsolenspiele, Hörbücher oder diverse Zeitschriften und Zeitungen. Rund 34 000 Medien können hier entliehen werden, gut 5000 davon in der Malmsheimer Zweigstelle. Dazu kommt noch die „Onleihe“, die Online-Bibliothek für E-Books.

„Die Mediathek ist ein Schmuckkästchen“

Evelyn Bachmann hat an der Stuttgarter Hochschule der Medien Bibliothekswesen studiert. Ihre erste Stelle trat sie in der Nähe von Würzburg an, wo sie zehn Jahre lang die Stadtbücherei geleitet hat. Der berufliche Weg führte sie über die Stadtbibliotheken Nürnberg und Möckmühl zuletzt nach Heilbronn, wo sie die Leitung der Kinderbibliothek und der dezentralen Einrichtungen wie der Zweigstellen oder den Bücherbus verantwortet hat. „Die Heilbronner Bibliothek ist eine der größten kommunalen Büchereien in Baden-Württemberg“, weiß Evelyn Bachmann. „Es war eine gute Erfahrung, dort zu arbeiten, aber ich wollte wieder in eine kleinere Stadtbücherei, wo ich in allen Bereichen Verantwortung habe.“

Die Renninger Mediathek hat sie schon bei einem Besuch in der in der Region kennengelernt: „Als ich dieses innen wie außen so schöne und besondere Gebäude nach seiner Fertigstellung besichtigt habe, habe ich mir gedacht, es muss schön sein, hier zu arbeiten“, gibt sie schmunzelnd zu, „es ist ein Schmuckkästchen, auf das die Stadt stolz sein kann.“

Also beste Voraussetzungen für den Start in der Rankbachstadt. Auch wenn der Zeitpunkt für neue Ideen und Aktivitäten ungünstig ist: „Es ist schade, dass wir das Potenzial unseres Hauses im Moment nicht nutzen können, dass unsere Besucher nur eingeschränkt kommen können und es keine Veranstaltungen gibt“, bedauert die Bibliothekarin. Vor allem in diesem Jahr, in dem das fünfjährige Bestehen der Mediathek gefeiert werden sollte. Ideen gibt es genug, und sobald die Situation es zulässt, wird es im Haus wieder lebendiger werden. Dafür wird neben Evelyn Bachmann das sechsköpfige Bibliotheksteam sorgen, zu dem nach wie vor auch Barbara Schäfer gehört.

Barbara Schäfer geht nach 20 Jahren

Barbara Schäfer hat nach genau 20 Jahren die Leitung der Mediathek abgegeben, denn jetzt, so findet sie, ist es Zeit für eine Veränderung: „Ich habe aus persönlichen Gründen die Leitung der Mediathek abgegeben, wollte aber innerhalb des Teams eine andere Aufgabe übernehmen. Jetzt freue ich mich sehr, als Kinderbibliothekarin für Kinder im Vor- und Grundschulalter da zu sein.“

Doch aktuell schultert das Team noch andere Veränderungen: „Wir alle sind hochmotiviert, trotz der Einschränkungen sind alle voll dabei. Aber uns fehlen die Gespräche, die Beratungen und die schmökernden Leser auf den Sofas, einfach die Kontakte zu den Besuchern“, so die Chefin, die gerne den Dienst an der Ausleihe übernimmt, um nah an den Lesern zu bleiben. Und auch, um Trends zu erkennen. „Die Ansprüche der Kunden wachsen und damit auch die Anforderungen an uns“, erklärt Bachmann, „unser Beruf bleibt abwechslungsreich, man lernt immer dazu, menschlich und fachlich.“

Erholung findet die naturverbundene Mittvierzigerin in den Bergen beim Wandern oder in der Provence, ihrem Lieblingsurlaubsort. „Es ist ein bisschen wie heimkommen“, sagt Bachmann, die sich schon auf die Zeit freut, wenn das Reisen wieder möglich wird. Bis dahin bleiben das Kochen, nicht nur nach provenzalischen Rezepten, sondern querbeet bevorzugt mit frischem Gemüse aus dem Garten ihrer Schwester, das Joggen und natürlich das Lesen ihr liebster Zeitvertreib.

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