Handball beim SV Leonberg/Eltingen Ein Abschied mit Wermutstropfen

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Da staunen Zuschauer und Gegner: Jakob Ulrich und der SV Leonberg/Eltingen finden gegen Pforzheim immer wieder Lücken. Foto: Andreas Gorr

Leonberg - Es fühlte sich fast so an wie vor Corona. Der SV Leonberg/Eltingen trägt im Sportzentrum ein Handballspiel vor Zuschauern (dem Hygienekonzept folgend mit Mund-Nasen-Maske) aus, auf der Trainerbank sitzend beziehungsweise meist stehend davor Tobias Müller, der seiner Mannschaft mehrfach lautstark zu verstehen gibt, was er von ihrem Spiel hält oder Diskussionsbedarf mit den Schiedsrichtern hat. Etwas passt jedoch nicht in das ehemals gewohnte Bild. Müller trägt statt des blauen Shirts schwarz-weiß und gibt die Kommandos beim Gast.

Willkommen zur ersten Begegnung im Wohnzimmer des SV Leonberg/Eltingen seit Mitte Oktober des Vorjahres, das gleichzeitig das verspätete Abschiedsspiel für Tobias Müller ist. Zwei Jahre hatte er die SV-Männer betreut, bevor es ihn vor fast genau einem Jahr zum Drittligisten TGS Pforzheim zog. Obwohl zwei Klassen höher spielend als die Gastgeber aus der Württembergliga hatten eben diese Pforzheimer viel Mühe, die Partie für sich zu entscheiden. Nach einer Steigerung in der zweiten Hälfte reichte es am Ende aber doch noch zu einem 25:22 (9:13)-Erfolg.

Schwache erste Hälfte von Pforzheim

Die Präsente von Abteilung und Mannschaft, die Komplimente für seine Arbeit („unglaublich, sensationell, überragend“) und der Beifall der Zuschauer freuten den 38-jährigen Coach, der hauptberuflich als Geschäftsführer dem SV Leonberg/Eltingen weiterhin verbunden ist. Dennoch sagte er nach der Partie diesen Satz: „Ich wäre gern glücklicher hier rausgegangen.“ Zu groß war der Ärger über den Auftritt seines Teams in der ersten Hälfte. Da fehlten Einsatzbereitschaft und Tempo.

Ganz anders der Auftritt der SV-Männer, die von ihrem Trainer Chris Auer den Auftrag bekommen hatten, in diesem ersten Test einfach Spaß zu haben. Und den hatte das im Vergleich zur abgebrochenen Vorsaison personell fast unveränderte – nur Dominik Fischer ist nicht mehr mit dabei – Team. Die Abwehr stand sicher und machte es dem Gegner mehr als schwer. Wenn überhaupt, dann kam der Drittligist über außen zum Erfolg.

13 Minuten ohne Gegentor

Erst in der 14. Minute gelang Fabian Dykta der erste Treffer. Zu diesem Zeitpunkt hatten Lars Neuffer (4/davon zwei Siebenmeter) und Philip Schückle fünf Tore vorgelegt. Und wer dachte, dass nun die große Aufholjagd beginnt, hatte sich getäuscht. Chris Hönig setzte immer wieder seine Kreisläufer (Jakob Ulrich, Philip Schückle) geschickt in Szene. Die Vier-Tore-Führung hielt bis zur Pause (13:9) und hätte bei zwei verworfenen Siebenmetern noch höher ausfallen können.

Auch im zweiten Durchgang blieb Chris Auer seiner Linie treu, gewährte allen Akteuren möglichst viel Spielzeit und probierte einige Varianten. Die Gäste legten einen Zahn zu, obwohl Tobias Müller beteuerte, in der Kabine nicht laut geworden zu sein. In der 47. Minute war es dann soweit: Marco Kikillus gelang mit dem 18:17 die erste Führung für die TGS Pforzheim.

Zufriedener Leonberger Trainer

Der SV probierte alles, hatte aber nicht mehr die Struktur des ersten Durchganges, um das Blatt noch einmal zu wenden. Chris Auer war dennoch sehr zufrieden mit der Darbietung. „Die Jungs waren heiß drauf, vor Publikum spielen zu dürfen. Ich glaube, das hat man gesehen“, sagte er. Überzogenen Erwartungen schob er schnell einen Riegel vor. „Das Spiel darf man nicht so hoch hängen.“

Bestätigen können die Leonberger ihre Leistung schon am kommenden Montag um 20.15 Uhr. Dann ist zum nächsten Test der Nachbar TSF Ditzingen (Verbandsliga) zu Gast. SV Leonberg/Eltingen: Rigl, Schneider, Binder, Wiederhöft (3), Kutzner (1), Wanner, Neuffer (5/2), Hönig (2/1), Hufnagel (1), Ulrich (7), Zimmermann, Isenberg, Klatte (1), Schückle (1), Rühle (1).

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