Fußball-Verbandsliga Ein Musterbeispiel für Teamgeist

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Die Heimerdinger Pascal Coelho und Jeffrey Schieber (von rechts) lassen den Gästen im Mittelfeld so gut wie keinen Raum. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Ditzingen - Nach dem Schlusspfiff blühte auf dem Sportplatz des TSV Heimerdingen der Flachs: „Jetzt würde ich schnell die Spielerverträge verlängern, in der Oberliga werden die Spieler begehrt“, meinte ein Zuschauer scherzhaft angesichts des für viele Beobachter überraschenden Höhenflugs der Gastgeber. Zu denen, die dem TSV eine solche Leistung zugetraut haben, gehört der neue Trainer Daniel Riffert. „Wenn jeder über seine Grenzen geht und wir als Mannschaft so gut verteidigen wie heute, werden in dieser Liga nicht viele Teams gerne gegen uns spielen“, sagte er nach dem verdienten 3:0 seiner Elf gegen den VfB Friedrichshafen.

Riffert hat geschafft, der Mannschaft echten Teamgeist einzuhauchen. Angetrieben von den beiden überragenden defensiven Mittelfeldakteuren Pascal Coelho und Jeffrey Schieber machte der TSV von Beginn an Druck und ging bereits nach zehn Minuten durch einen von Michele Ancona verwandelten Foulelfmeter in Führung. Auf dem glitschigen Rasen hatte zuvor ein Gästeakteur im eigenen Strafraum Salvatore Pellegrino am Bein getroffen, das reichte dem Unparteiischen für einen Strafstoß. „Wir wussten, dass Friedrichshafen nach drei Niederlagen nicht mit breiter Brust hier auftaucht und wollten das ausnutzen“, meinte Coach Riffert.

Nach 25 Minuten fehlt der Zugriff

Bis zur 25. Minute beherrschten die Gastgeber das Spiel, ließen sich dann aber – während eines heftigen Schauers – eine Viertelstunde lang tief in die eigene Hälfte drängen. „Da haben wir keinen Zugriff mehr gehabt“, bemängelte Riffert. Zu echten Torchancen kamen die sieglosen Friedrichshafener allerdings nicht. Die Gäste hatten sogar Glück, dass sie nicht schon zur Pause mit 0:2 zurücklagen: Nach einer Ecke lenkte VfB-Keeper Heiko Holzbaur das Spielgerät nach einem Kopfball des aufgerückten Innenverteidigers Gabriel Fota am kurzen Pfosten mit einem Reflex an die Unterkante der Latte (42.).

Nach der Pause begann der TSV wieder mit viel Elan: Der für Robin Rampp eingewechselte Christian Stagel Alberto setzte in der 46. Minute einen Kopfball in einem eins-gegen-eins-Duell noch zu zentral. Vier Minuten später machte er es nach einer schönen Kombination über drei Stationen durch das Heimerdinger Mittelfeld besser und traf aus 17 Metern mit einem trockenen Flachschuss in die linke untere Ecke zum 2:0. „Das war der Lohn für seinen super Laufweg“, befand Riffert.

Sapia krönt seine starke Leistung

Friedrichshafen gab sich in der Folge nicht geschlagen, kam gegen aufopferungsvoll verteidigende Gastgeber aber nicht in die gefährlichen Zonen. Wenn einem TSV-Akteur mal ein Fehler unterlief, schienen sich mindesten zwei Mitspieler darum zu reißen, diesen wieder auszubügeln. Heimerdingens Schlussmann Lukas Emmrich musste nur einmal bei einem Flachschuss (77.) ernsthaft eingreifen. Stattdessen lag in der 71. Minute sogar ein drittes TSV-Tor in der Luft, als Alessio Sapia bei einem Kopfball nach einem Pellegrino-Freistoß das VfB-Tor nur um Zentimeter verfehlte. Dafür krönte Sapia seine starke Leistung in der 88. Minute mit seinem Treffer zum auch in der Höhe verdienten 3:0-Endstand, nachdem Holzbaur einen Schuss von Jeffrey Schieber nach vorne abgewehrt hatte.

Mit so einer Leistung sind die Heimerdinger auch im „Spitzenspiel“ beim Tabellenzweiten SSV Ehingen-Süd am kommenden Samstag nicht chancenlos.

TSV Heimerdingen: Emmrich, Pellegrino, Schlichting, Fota, Sapia, Grau (65. Offei), Coelho, Schieber, Widmaier (82. Maliqi), Ancona (87. Brunner), Rampp (46. Stagel Alberto).

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