Fußball beim TSV Heimerdingen Die Trainerlösung ist eine Familiensache

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Wenn das Knie mitmacht, möchte Trainer Daniel Riffert weiterhin spielen. Foto: Baumann

Heimerdingen - Es war eine nahe liegende, für den Verein aber auch die beste Lösung“, sagt Abteilungsleiter Uwe Sippel zum neuen Trainergespann des TSV Heimerdingen, das nunmehr aus den Brüdern Daniel und Markus Riffert besteht. Nur knapp zwei Wochen nach der Entlassung des bisherigen Chefcoachs Jens Härter – dem man beim TSV Heimerdingen sportlich keinerlei Vorwürfe macht – haben sich die Vereinsverantwortlichen dafür entschieden, die weitere Entwicklung der Mannschaft dem bisherigen Co-Trainer Daniel Riffert anzuvertrauen. „Er war naturgemäß unser erster Ansprechpartner und weiß wie der Verein tickt. Schließlich spielt er seit zwölf Jahren für uns“, erläutert Sippel.

Der Abteilungsleiter hatte die durch die Corona-Pandemie erzwungene Zwangspause im Spielbetrieb dazu genutzt, in die Mannschaft hineinzuhören und mit den erfahrenen Akteuren im Team das Gespräch gesucht. „Mit Daniel Riffert habe ich zwei Gespräche innerhalb von einer Woche geführt“, berichtet Sippel. Beim ersten sei es um den Ist-Zustand der Mannschaft vor allem nach dem 0:8-Offenbarungseid auf eigenem Platz gegen den FSV Hollenbach und die Gründe gegangen, beim zweiten um die zu ergreifenden Maßnahmen und den Trainerposten. „Es wäre grob fahrlässig von uns gewesen, wenn wir Daniel Riffert dabei nicht in unsere Überlegungen einbezogen hätten“, sagt Uwe Sippel.

Für den 32-Jährigen habe nicht nur gesprochen, dass er ein TSV-Urgestein sei, sondern auch, dass er als Co-Trainer schon ins Trainergeschäft reingeschnuppert habe und derzeit seinen Trainer-B-Schein mache. „Wenn die Corona-Lage es zulässt, steht im März nächsten Jahres meine Abschlussprüfung an“, bestätigt Daniel Riffert. Er habe zwar eine Vorahnung gehabt, dass er als neuer Cheftrainer in Betracht komme. Dass es – auch angesichts der Shutdown-Beschränkungen – aber so schnell gehe und nur zwei Gespräche benötige, habe ihn aber doch ein wenig überrascht. „Es wird eine schwierige, aber spannende Aufgabe“, glaubt Riffert, „ich gehe sie aber mit mehr Freude als Bauchschmerzen an.“

Ob Daniel Riffert weiterhin spielt

Offen ist derzeit noch, ob der 32-Jährige weiterhin auf dem Platz stehen wird oder ganz an die Seitenlinie wechselt. „Ich bin immer noch ehrgeizig und möchte spielen, aber ich muss schauen, wie sich mein Knie entwickelt“, erklärt Daniel Riffert, der schon mehrere Knieoperationen hinter sich hat und zuletzt immer wieder verletzungsbedingt pausieren musste. Selbst ohne Belastung sei das Knie immer wieder angeschwollen, die Corona-Pause mache sich jedoch sehr positiv bemerkbar. „Spielen werde ich aber nur, wenn ich fit bin und dem Team helfen kann, und wenn es nicht drei bessere auf meiner Position gibt“, sagt der Innenverteidiger.

Sollte er auf dem Platz stehen, kann er sich jedoch voll auf die Außensicht seines neuen Co-Trainers verlassen. Denn als solcher wird ab sofort sein älterer Bruder Markus fungieren, mit dem Riffert junior fußballerisch vollkommen auf einer Linie liegt. „Daniel hat ihn selbst vorgeschlagen, und Markus Riffert ist auch TSV’ler durch und durch“, freut sich Abteilungsleiter Uwe Sippel.

Der 40-jährige Markus Riffert blickt selbst auf eine hochklassige Fußball-Karriere zurück: Ausgebildet in der Jugend des VfB Stuttgart schaffte er zwar nicht den Sprung in den Profifußball. Dafür ging er mehrere Jahre in der Hochzeit der TSF Ditzingen in der Regionalliga auf Punktejagd und stand mit Spielern wie Marco Russo und Andreas Broß in einer Mannschaft. Anschließend spielte er in der Landesliga mit dem TSV Eltingen und dem SV Gebersheim, bevor er seine Karriere beim TSV Heimerdingen ausklingen ließ und zusammen mit seinem Bruder Daniel Auf- und Abstiege zwischen Bezirks- und Landesliga miterlebte.

Riffert sorgt dafür, dass seine Akteure sich fit halten

Auch wenn derzeit nicht klar ist, ob in diesem Jahr überhaupt noch in der Verbandsliga gespielt wird, sorgt Daniel Riffert dafür, dass sich seine Akteure fit halten. „Dienstags und donnerstags machen wir zusammen per Videokonferenz Übungen zur Kräftigung und Stabilisierung“, so der neue Coach. Darüber hinaus hat er eine Lauf-App eingerichtet, mit der er den Spielern bestimmte Distanzen vorgibt und die Läufe sogar live verfolgen kann.

Wie die Mannschaft am Saisonende abschneidet, steht nicht im Vordergrund. „Wir werden mit Sicherheit in den ausstehenden Spielen jetzt nicht noch 50 Punkte holen, aber wir möchten den Zuschauern wieder ein anderes, besseres Gesicht präsentieren“, erklärt Daniel Riffert.

Es gehe vor allem darum, dass die Spieler wieder gerne ins Training kommen und Spaß am Sport empfinden. Große Hoffnungen verbindet er mit der Rückkehr einiger Routiniers. „Spieler wie Roberto Ancona, Tim Schlichting, Pascal Dos Santos Coelho und Robin Rampp haben uns wegen ihrer Verletzungen einfach gefehlt, das konnten wir nicht ausgleichen“, weiß Riffert. Ihre Rückkehr bringe die Mannschaft voran. „Gegen die Spitzenteams der Liga haben wir unsere Grenzen gesehen, aber einige knappe Spiele wären mit ihnen anders ausgefallen“, glaubt der neue Coach und gibt sich für die Zukunft zuversichtlich.

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