Fußball-Landesliga Heimerdingen fehlt die Gier

Von Andreas Klingbeil
Mit seinem Tor zum 3:3 bewahrt Sebastian Bortel (links) den TSV Heimedingen zumindest vor der ersten Niederlage. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Es ist nicht immer ganz so einfach zu entscheiden, ob das Glas nun halb voll oder halb leer ist. So ähnlich verhält es sich mit der Bilanz des TSV Heimerdingen nach neun Spieltagen. Die ließe sich so lesen: Das Team von Trainer Daniel Riffert ist neben dem Spitzenreiter Türkspor Neckarsulm das einzige noch ungeschlagene in der Liga. Es könnte allerdings auch heißen: Mit dem 3:3 gegen den SV Kaisersbach hat der Verbandsligaabsteiger bereits das fünfte Unentschieden auf dem Konto und damit eben schon acht Punkte Rückstand auf den Tabellenführer.

Ein paar Prozent fehlen

Um ganz oben dran zu bleiben, hatte Riffert gefordert, die Hausaufgaben zu machen. Gegen den SV Kaisersbach wurden die aber nur zum Teil erledigt. Und das wurmte den Übungsleiter. „Wir waren denen fußballerisch weit überlegen. Aber so etwas kommt dann dabei heraus, wenn man nicht mit hundert Prozent gegen den Ball und den Mann spielt und sich auf den anderen verlässt. Das ist für mich nicht zu verstehen.“

Den ersten Beleg hierfür lieferte Tim Schlichting nach nur zwei Minuten. Als Yusuf Akin auf Tim Schneidereit flankte, war der TSV-Kapitän zwar dabei, der Kaisersbacher Stürmer hatte aber noch genug Platz, sich den Ball zurechtzulegen und unhaltbar für Lukas Emmrich abzuschließen. Bereits zum vierten Mal geriet der TSV Heimerdingen damit in der ersten Viertelstunde in Rückstand.

Die Gastgeber, die auf den Kunstrasenplatz in Hirschlanden ausgewichen waren, fingen sich jedoch schnell. Als sie dann auch ausgehend von Pascal Schüller flach und direkt über Lars Ruckh und Haris Gudzevic kombinierten, hatte Stefan Schlick keine Mühe, den Ausgleich zu erzielen (14.). Die Führung schien nach einem Lattentreffer von Sebastian Bortel aus sechs Metern (18.) und einer Schusschance für Ruckh (23.) nur noch eine Frage der Zeit. In der 32. Minute war es dann auch so weit. Nach einer Hereingabe von Robin Reichardt vollstreckte Lars Ruckh mit seinem elften Saisontor (32.)

Doppelschlag innerhalb von zwei Minuten

Doch in dem Gefühl, mit diesem Treffer vermeintlich schon alles klar gemacht zu haben, schalteten die Heimerdinger einen Gang zurück. Und ehe sie sich versahen, lagen sie auch schon wieder hinten. Erst wurde Philipp Kees beim Kopfball nicht energisch genug gestört (36.), dann schloss Tom Berger eine schöne Kombination zum Kaisersbacher 3:2 ab (38.). „Das ist eine Konzentrations- und Willenssache und hat mit der Gier zu tun“, ärgerte sich Daniel Riffert.

Nach dem Wechsel bewahrte Lukas Emmrich sein Team gegen Kees vor einem höheren Rückstand, ehe im direkten Gegenzug Sebastian Bortel nach uneigennütziger Vorarbeit von Ruckh ausglich (73.). Nachdem Emmrich ein zweites Mal im Eins-gegen-Eins diesmal gegen Tim Schneidereit Sieger geblieben war, gehörte die Schlussphase dem TSV. Weil aber mehrfach falsche Entscheidungen getroffen wurden und der letzte Pass nicht ankam, blieb es beim 3:3.

Ein Unentschieden, bei dem Daniel Riffert nicht lange überlegen musste, wie das denn zu werten sei. Vor allem mit Blick auf die erste Hälfte war für ihn der Fall klar: sein Team hat zwei Punkte liegen gelassen.

TSV Heimerdingen: Emmrich, Pellegrino, Schlichting, Fota, Schüller, Schlick, Stagel Alberto (67. Muratlar), Bortel, Reichardt, Gudzevic (60. Ancona), Ruckh.

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