Feuerwehr Leonberg „Der Tunnel wird nicht unser Problem sein, sondern der Stau“

Von Ulrike Otto
Ein Lkw brennt auf der A 81 kurz vor dem Engelbergtunnel, die Autobahn wird voll gesperrt. Großeinsatz für die Feuerwehren der Umgebung. Foto: 7aktuell.de/Nils Reeh

Leonberg - Kurz vor dem Engelbergtunnel brennt ein Lastwagen lichterloh. In den folgenden Stunden bricht der Verkehr in der Region zusammen. Wenn demnächst die auf vier Jahre angelegten Bauarbeiten im Engelbergtunnel beginnen, könnte solch ein Verkehrschaos noch öfter drohen. Die Leonberger und Gerlinger Feuerwehren bereiten sich seit drei Jahren auf die Tunnelbaustelle vor, wie der Leonberger Kommandant Wolfgang Zimmermann berichtet.

Herr Zimmermann, das war kein alltäglicher Einsatz vergangenen Woche, oder?

Nein, es ist eher selten, dass ein Lkw so extrem brennt. Ich war gerade auf der B 295 in der Richtung unterwegs. Da habe ich den Rauch gesehen und bin hingefahren. Habe die Leitstelle in Ludwigsburg und die Kollegen in Ditzingen von unterwegs verständigt, aber auch die Leonberger Kameraden. Die ersten Minuten war ich quasi allein beim Lastwagen.

Wie verlief der Einsatz weiter für Sie und die Leonberger Feuerwehr?

Wir haben die Ditzinger im Einsatz unterstützt. Parallel wurden wir wegen eines Brandes am Höfinger Schlossberg angefordert. Es stellte sich aber heraus, dass es dasselbe Feuer war. Aus Richtung Gebersheim sah es jedoch so aus, als würde es in Höfingen brennen. Wir haben unsere Einsatzkräfte dann in der Feuerwache gelassen, da sich ja in der Folge ein riesiger Stau entwickelte. Auch rings um die Feuerwache waren alle Seitenstraßen dicht

Der Lkw-Brand am Freitag war quasi ein erster Vorgeschmack auf die anstehende Tunnelbaustelle. Schon als 2016 rings um das Leonberger Autobahndreieck der Flüsterasphalt erneuert wurde, hatte sich gezeigt: Gibt es einen Unfall in der Baustelle, kommt der Verkehr in Leonberg und Umgebung zum Erliegen. Welche Probleme bereitet das Ihnen?

 

Der Leonberger Kommandant Wolfgang Zimmermann. Foto: factum/Bach
Der Tunnel selbst wird nicht unser Problem sein. Bis der Stau in Leonberg ankommt, sind wir längst in der Wache und an der Einsatzstelle. Es geht eher um die Paralleleinsätze und wie unsere Leute dann in die Feuerwache kommen, wenn überall Stau ist. Das gilt für die Kernstadt wie für die Abteilungen in den Teilorten, aber auch beispielsweise fürs Rote Kreuz, das auch hier in der Römerstraße ist.

Welche Gefahren sehen Sie bei der anstehenden Tunnelbaustelle?

Wir sehen vor allem zwei Probleme. Eines ist kurz vor dem Südportal, wo die beiden Überleitungen aus Richtung Karlsruhe und aus Richtung München zusammentreffen. Dort gibt es schon jetzt die meisten Unfälle im Tunnelbereich. Dort wird dann für den Baustellenzeitraum die Fahrbahn geteilt. Dadurch könnte es vermehrt riskante Spurwechsel geben. Als größte Gefahr sehen wir, dass jeweils in einer der beiden Röhren die Spuren in die eine und eine Spur in die andere Fahrtrichtung verlaufen werden. Und dass auf dieser einen Spur auch Lkw fahren werden. Wenn ein Lastwagen auf die Betonleitplanke auffährt, dann schiebt er die einfach in den Gegenverkehr. Natürlich stellt auch die Enge der Baustelle ein Problem dar, aber auch der Wechsel von Hell zu Dunkel, wenn man in den Tunnel fährt, oder umgekehrt.

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