City-Streife in Mönsheim Uniformierte sollen nach dem Rechten sehen

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Idyllisch ruht der Mönsheimer Paulinensee: Doch der Schein trügt, immer wieder treiben dort Vandalen ihr Unwesen. Foto: Simon Granville

Mönsheim - Mit der Wärme kamen auch die Probleme wieder.“ Mit dieser Feststellung führte Bürgermeister Thomas Fritsch in ein Thema ein, das nicht nur in Mönsheim hinreichend bekannt ist: feiernde Jugendliche, die über Gebühr dem Alkohol zusprechen, verbunden mit einem hohen Lärmpegel, und die auch oft ihren Müll der Allgemeinheit zum Wegräumen hinterlassen.

„Die Sachbeschädigungen beziehungsweise der Vandalismus, vorwiegend durch heranwachsende Jugendliche, nimmt in den letzten Wochen mit zunehmenden Temperaturen und längerer Tageszeit leider wieder zu“, so beklagte es die Verwaltung in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Als Beispiele wurden wiederholte Sachbeschädigungen beim CVJM-Vereinsheim auf dem Tobel genannt, wo auch schon einmal das Thema Rauschgiftkonsum eine Rolle spielte. Aber „auch das Gurrlesbachtal vom Freibad angefangen über die Beachvolleyballanlage bis zur Freizeitanlage Paulinensee“ stünden wieder „mit Trinkgelagen und den damit verbundenen Folgen im Fokus“.

„Ich verstehe die Welt nicht mehr“

Deswegen schlug die Verwaltung vor, auch in diesem Jahr, wie schon im September und Oktober 2020, eine sogenannte private City-Streife zu beauftragen, die an den neuralgischen Punkten der Gemeinde nach dem Rechten schauen soll.

Die Sicherheitsfirma mit Sitz in Maulbronn soll mit ihren uniformierten Mitarbeitern hauptsächlich in der warmen Jahreszeit, aber auch in den Wintermonaten, freitag- und samstagabends an den für feiernde Jugendliche besonders häufig aufgesuchten Punkten auf Streife gehen. Dazu gehören neben dem Paulinensee und den Freizeitanlagen im Gurrlesbachtal hinter dem Freibad und der Tobel-Hochfläche auch der Sportplatz hinter der Festhalle bei der Appenbergschule, die Spielplätze im Angerstal und im Wohngebiet Gödelmann sowie das Gartenhausgebiet Buigen. Die Security-Leute sollen an den Plätzen, die der Gemeinde gehören, auch das Hausrecht ausüben können, das bedeutet, sie können bei Bedarf Platzverweise erteilen.

„Ich verstehe die Welt nicht mehr, was da los ist“, lautete der Kommentar von Walter Knapp. Ihn mache es traurig, dass man dieses Thema überhaupt auf der Tagesordnung haben müsse. Allerdings sei der angedachte Beginn der Streifenfahrt um 18 Uhr viel zu früh, sagte das FWG-Gemeinderatsmitglied. Dem stimmte auch Simone Reusch (UBLM) zu. „Vor neun oder zehn Uhr läuft da gar nichts“, so ihre Beobachtung. Die Streifenfahrten seien absolut nötig und sollten so schnell wie möglich beginnen, „damit sich’s herumspricht“, so Reusch. Zu den Partys kämen Leute von überall her, selbst von Stuttgart, die sich in den sozialen Medien verabredeten, sagte sie.

Vandalismus am Paulinensee

Das große Problem sei der Vandalismus, betonte Stephan Damm (FWG). Er erinnerte daran, dass im Gemeinderat schon früher darüber gesprochen wurde, ob man bei der Neuanlage des Paulinensees überhaupt Bänke und Tische aufstellen soll.

Auf die Aufforderung aus dem Gemeinderat, die Kontrollfahrten der City-Streife im Mitteilungsblatt der Gemeinde anzukündigen, entgegnete der Bürgermeister, dass man das machen könne. Er aber glaube nicht, dass diejenigen, die es betreffe, das lesen würden, viele kämen ja auch von auswärts. Für Joachim Baumgärtner (UBLM) wäre ein solcher Hinweis im Amtsblatt aber ein Signal an die Mönsheimer Bürger, „dass wir versuchen, dem Vandalismus entgegenzutreten“.

Der Gemeinderat ging schließlich über den Vorschlag der Verwaltung hinaus und stimmte für ein Jahresbudget von 10 000 Euro für die wöchentlich stattfindenden Kontrollfahrten der City-Streife.

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