Alte Schuhfabrik in Leonberg Ein Ort zum Ausbrechen aus dem Alltag

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Über die Zukunft der ehemaligen Schuhfabrik wird der Leonberger Gemeinderat noch in diesem Herbst befinden. Foto: factum/Andreas Weise

Leonberg - Für die Zukunft des historischen Baus der alten Schuhfabrik in der Eltinger Straße in Leonberg gibt es viele Ideen. Sie reichen von Erhalt und Umgestaltung bis hin zu Abriss, um hier Wohnungen zu bauen. So richtig festgelegt hat sich der Gemeinderat noch nicht. Immerhin hat er sich dazu durchgerungen, eine mobile Heizung als Ersatz für die alte Dampfheizung installieren zu lassen.

Die „Initiative Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg“ (IKKL) setzt sich für den Erhalt der alten Schuhfabrik und deren Umgestaltung in ein kulturelles Bürgerzentrum ein. Ihr gehören die Mieter des Hauses an: die der drei Ateliers, in denen sieben Künstler schaffen, sowie die Betreiber des Ladens Bild und Rahmen und der Kunstgalerie. In einem Konzept hat die Initiative nun Vorschlägegesammelt, die sie als Gesprächsgrundlage mit dem Gemeinderat und den Bürgern sieht.

Ein Hingucker für zukünftige Generationen

„Wir schlagen vor, das Gebäude der ehemaligen Schuhfabrik, inklusive des Vorder- und Hinterhauses innen und außen zu sanieren, sodass es den baulichen Bestimmungen gerecht wird und für eine neue, erweiterte Nutzung attraktiv wird“, heißt es im Konzept.

Dabei sollte der rustikale Fabrikcharme bestmöglich erhalten bleiben, um einen historisch-modernen Hingucker für zukünftige Generationen zu schaffen. Eine Option um das zu erreichen wäre, die Backsteinfassade der Fabrik und das Fachwerk im Vorderhaus freizulegen.

Auch die Außenfläche könnte Teil des Sanierung- und Nutzungskonzepts sein. Etwa als ein Areal Kulturfabrik und Steinturnhalle, mit Grünflächen und Parkmöglichkeiten, einem Kinderspielplatz und Sitzgelegenheiten zum Verweilen.

„Neben den bisher bereits aktiven Künstlerateliers und der VHS-Kunstschule wünschen wir uns eine Öffnung des Hauses für weitere künstlerische und kulturelle Angebote“, formuliert es Chris Heinemann, der gewählte Sprecher der Initiative. Das erste Obergeschoß biete Raum für neue künstlerische Werkstätten, dazu ein Gastatelier für auswärtige Künstler, etwa aus den Partnerstädten.

Ein kulturelles Angebot für alle Altersgruppen

Die Räume der Galerie sieht die Initiative als Veranstaltungsraum für Lesungen, Ausstellungen, kleine Konzerte. Zudem könnte hier ein kulturelles Angebot für alle Altersgruppen geschaffen werden aus Mal- und Bastelinitiativen für Kinder, Kunst- und Inspirationskurse sowie Workshops für Erwachsene und nicht zuletzt Feste rund um das Haus.

Sobald die Sammlung des Stadtmuseums geeignete Räume hat, wird ein weiteres Stockwerk frei. Das sei ideal für eine öffentlich museale Bibliothek der KZ-Gedenkstätteninitiative, aber auch für andere Vereine und Gruppen, meint die IKKL.

Angegliedert an die Achse Leo-Center - Altstadt, als Aushängeschild auf dem Weg zum Reiterstadion und direkt beim neu entstehenden Postareal wäre das Künstlerhaus nicht nur optisch eine Auffrischung fürs Stadtbild, findet die Initiative.

Als Begegnungsstätte mit Café/Bistro und Spielplatz lade es als Treffpunkt ein in dem Kreativ- und Kunstgewerbeladen und im etablierten Bild- und Rahmenladen sowie in eventuell weiteren Kunst- und Handwerksbetrieben (Interesse dafür besteht, sagt die IKKL) einzukaufen sowie die Galerie zu besuchen. „Es kann ein inspirierender Rahmen für Events und ein Treffpunkt für Jung und Alt werden“, meint der Sprecher Chris Heinemann.

„Abriss macht das Gebiet dauerhaft unattraktiv“

Ein möglicher Abriss, den die Initiative ablehnt, bringe der Stadt zwar kurzfristig Geld, mache das Gebiet um die Steinturnhalle aber dauerhaft unattraktiv. Hingegen gelinge es der Schuhfabrik als einzigartiges Gelände sowohl das Stadtbild als auch das Stadtleben attraktiver zu machen. Es sei ein historisches und kulturelles Gegenstück zu neuen Wohnbereichen und den kommerziellen Zentren und damit eine Bereicherung für alle Leonberger.

„Wir sind uns bewusst, dass Kultur Geld kostet“, heißt es im Konzept der Initiative. Aber das seien Investitionen in die Zivilgesellschaft, in Bildung und in das Werte-System. Getragen werden könnte das Künstlerhaus von einem Verein und der Stadt unterstützt vom Gewerbe im Haus. Fördermittel von Bund und Land, Sponsoren und Partner aus dem örtlichen Unternehmen könnten zum Umbau herangezogen werden. Auch Fördermitgliedschaften seien eine Alternative. Zudem will die Interessengruppe um die Initiative Gelder für das Künstlerhaus sammeln.

Eine Gruppe aus Stadträten und Vertretern der Verwaltung wird sich im Vorfeld der endgültigen Entscheidung des Gemeinderates mit der Initiative treffen.

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