Zum Tod von Meat Loaf „Rocky Horror“ und „Bat out of Hell“

Von Bernd Haasis
Meat Loaf 2013 in Berlin. Foto: imago images//OP-EYE

Stuttgart - Seinen ersten ganz großen Auftritt hatte der Sänger Meat Loaf als energiegeladener Rocker Eddie im Film-Musical „Rocky Horror Picture Show“ (1975): Er intoniert im Spukschloss des Transvestiten Dr. Frank-N-Furter den Song „Hot Patootie – Bless My Soul“. Eddie erwartete ein grusliges Schicksal, für Meat Loaf mit seiner funkensprühenden Stimme markierte die Rolle den Beginn einer großen Karriere.

Der Sänger und Schauspieler, 1947 in Texas­ geboren als Michael Lee Aday, suchte sein Glück in Los Angeles. Mit seiner ersten Band Meat Loaf Soul, die später Floating Circus hieß, spielte er von 1968 an im Vorprogramm von Van Morrison, Taj Mahal, Janis Joplin, The Who und Greatful Dead. Von Anfang an hatte er auch ein Faible für Musical-Glanz. Er trat er in einer Inszenierung von „Hair“ auf und traf dort die Sängerin Shaun „Stoney“ Murphy, mit der er das Motown-Album aufnahm. Die Single „What You See Is What You Get“ (1971) wurde sein erster kleiner Hit.

„Bat out of Hell“ wurde sein Schicksal

Bald zog es Meat Loaf nach New York. Bei einem Vorsingen am Broadway lernte er den Komponisten und Produzenten Jim Steinman kennen, mit dem er seine größten Erfolge feierte: Steinman schrieb dem Sänger das Album „Bat out of Hell“ (1977) auf den Leib, das sich weltweit rund 43 Million Mal verkauft hat. Die Single „Paradise by the Dashboard Light“, ein Duett mit der Sängerin Ellen Foley, wurde ebenso ein Hit wie „You took the Words right out of my Mouth“ und „Two out of three ain’t bad“. Meat Loafs kraftvolle, helle Männerstimme begeisterte das Publikum ebenso, wie seine Live-Shows.

Das Nachfolge-Album „Dead Ringer“ (1981) bescherte Meat Loaf Hits wie „Dead Ringer for Love“ (im Duett mit Cher) und „Read ’em and weep“. Danach kam es zum Bruch zwischen Komponist und Sänger – Meat Loaf wollte eigene Wege gehen und tat dies mit durchwachsenem Erfolg. Irgendwann kehrte er zu Steinman zurück. Das Ergebnis war 1993 das Album „Bat out of Hell II“ mit dem globalen Nummer-eins-Hit „I’d do anything for Love (But I won’t do that)“.

Auch als Schauspieler war Meat Loaf immer wieder zu sehen. In der Komödie „Wayne’s World“ (1992) taucht er als Türsteher namens Tiny („winzig“) auf, im Spice Girls-Film „Spice World“ als Busfahrer. In David Finchers Psycho-Thriller „Fight Club“ (1999) verkörpert er den empathischen, hodenkrebsgeschädgten Bob.

Ein Auftritt bei „South Park“

1998 trat Meat Loaf neben anderen Stars wie Ozzy Osbourne, Elton John und Joe Strummer in der Folge „Chef Aid“ der Animationsserie „South Park“ auf: Er spielt einen erfolglosen Sänger namens Couscous, dem der Koch (Isaac Hayes) den Tipp gibt, seinen Künstlernamen zu ändern, während er ihm zur Aufmunterung Hackbraten serviert. Auf dem Album zur Episode singen Hayes und Meat Loaf gemeinsam den Song „Tonight is right for Love“. In der Musikkomödie „Tenacious D in The Pick of Destinys“ verkörpert Meat Loaf den Vater von Jack Black und steuerte Gesang zum Eröffnungs-Song „Kickapoo“ bei.

Die Legende sagt, Michel Lee Adays alkoholkranker Vater hätte seinem gut genährten Kind den Spitznamen „Meat“ („Fleisch“) gegeben, als es zwei Jahre alt war. Ein Football-Trainer soll daraus „Meat Loaf“ („Hackbraten“) gemacht haben, nachdem Aday ihm auf den Fuß getreten war. 2010 sagte Meat Loaf in einem Interview, die größte Herausforderung für ihn sei gewesen, in der Musikszene ernstgenommen und nicht wie ein „Zirkusclown“ behandelt zu werden.

Nun ist Meat Loaf, der im Laufe seiner Karriere immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, im Alter von 74 Jahren gestorben. Seine strahlende Stimme bleibt der Welt erhalten.

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