Volkshochschule Leonberg Auf das dritterfolgreichste Jahr folgt Corona-Einbruch

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Die Volkshochschule Leonberg kämpft mit den Corona-Verordnungen. Foto: Stadt Leonberg

Leonberg - Es wirkt schon etwas schizophren, wenn Uwe Painke einerseits vom dritterfolgreichsten Jahr in der Geschichte der Volkshochschule Leonberg berichtet. Und im Anschluss einen Ausblick auf das kommende Herbstprogramm voller Unsicherheiten geben muss, nachdem das Sommersemester Corona-bedingt zu großen Teilen ausgefallen ist.

Aber von vorn: 29 476 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten haben im vergangenen Jahr an der VHS stattgefunden, verteilt auf die Standorte Leonberg, Renningen, Weil der Stadt, Rutesheim und Weissach. Das ist nur minimal weniger als noch 2018 oder im bislang erfolgreichsten Jahr 2017 mit gut er 30 000 Unterrichtseinheiten.

Großer Bedarf bei Deutsch- und Integrationskursen

Der Erfolg der vergangenen drei Jahre verteile sich zwar auf viele Fachbereiche. „Vor allem die Deutsch- und Integrationskurse haben deutlich zugelegt“, berichtet Painke. Da diese Grundlage sind, um etwa die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen, habe man diese auch in der Corona-Zeit fortgeführt. Erst übers Internet, sobald wie möglich auch wieder vor Ort im Konferenzraum der VHS in der Neuköllner Straße 3. Natürlich mit Hygienekonzept und genügend Abstand zwischen den Teilnehmern. Bis zu Corona fanden die Deutsch- und Integrationskurse auch in Renningen und Weil der Stadt statt. „Wir verzeichnen da weiterhin einen großen Bedarf“, meint der VHS-Leiter.

In den Fachgebieten Politik und Gesellschaft sowie Kunst und Gestalten ging 2019 zwar die Zahl der Unterrichtsstunden leicht zurück, dafür stieg die Zahl der Teilnehmer, sprich die angebotenen Kurse waren besser belegt. Leicht rückläufig war das Ergebnis bei Gesundheit und Sport. Der Bereich Arbeit und Beruf blieb stabil.

Auch Vorträge sind gut besucht

„Man sagt zwar immer, der klassische Vortrag sei ein Auslaufmodell. Aber hier verzeichnen wir eine Zunahme der Veranstaltungen um 15 Prozent“, berichtet Uwe Painke. Auch die Zahl der Zuhörer habe um 20 Prozent zugelegt. Ein weiteres Erfolgsprojekt seien die Studienfahrten. „Hier zählen wir zu den Marktführern der Region. Unser Angebot entspricht etwa dem der VHS Stuttgart“, sagt der VHS-Leiter stolz. Insgesamt 20 000 Teilnehmer verzeichnete die VHS 2019.

Dieses gute Ergebnis wirkt sich auch auf die Finanzsituation aus. So stehen auf der Einnahmenseite 122 000 Euro mehr und auf der Ausgabenseite 76 000 Euro weniger als eingeplant.

Derzeit keine Kurse in Schulen erlaubt

Nach den guten Nachrichten wird der Leiter der Leonberger VHS aber nachdenklicher. „Die Coronakrise hat die positiven Ansätze zu Beginn des Sommersemesters 2020 zunichte gemacht“, meint Uwe Painke. Man sei bei der Planung des Wintersemesters in einer sehr schwierigen Situation. „Räume, in denen wir vorher mit 20 Leuten waren, dürfen wir jetzt nur mit maximal zehn belegen“, erklärt er. Aktuell dürften auch keine VHS-Kurse in Schulgebäuden stattfinden. Dies ist aber essenziell wichtig.

„Die Hälfte aller Kurse findet in Schulen statt“, sagt Painke. Wenn da nicht bald eine Zusage des Landes komme – oder falls die wie viele Corona-Verordnungen erst sehr sehr spät erfolge –, stehe man vor einem riesigen Problem. „Zuletzt kamen die Verordnungen immer etwa zwei bis drei Tage vor Inkrafttreten. Zu diesem Zeitpunkt muss ich den Teilnehmern aber schon sagen, wenn der Kurs ausfällt.“

Bei den Honoraren im unteren Mittelfeld

Ein Hygienekonzept hat die VHS bereits erarbeitet und wendet es bei den Veranstaltungen an, die seit Mitte Juni wieder langsam angelaufen sind. So müsse etwa nach jedem Kurs der Arbeitsplatz gereinigt werden. „Diese Aufgabe werden die Kursleiter dann an die Teilnehmer verteilen, die ihren Platz selbst reinigen, bevor sie gehen“, erklärt der VHS-Leiter. Obwohl Sommerferien sind, haben er und seine Mitarbeiter alle Hände voll zu tun. Denn mit Hochdruck wird am Herbstprogramm gearbeitet.

Am Ende wirft Painke dann auch noch einen Blick in die entferntere Zukunft, auch wieder Corona-bedingt. Denn eigentlich war vorgesehen gewesen, die Honorare für die Lehrkräfte anzuheben. „Nachdem es das seit Jahren nicht mehr gab, hatten wir darüber nachgedacht. Durch Corona ist das jetzt wieder in den Hintergrund getreten“, sagt er. Noch liege Leonberg im hinteren Mittelfeld. Das können sich aber ganz schnell ändern. Das Thema sei auch erst einmal nur aufgeschoben. „Sobald sich die Lage entspannt, werden wir das Thema wieder hervorholen“, sagt der VHS-Leiter.

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