TSV Heimerdingen Der Co wird zum Chef

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Jens Härter gibt in der neuen Saison die Kommandos. Foto: Baumann/Julia Rahn

Ditzingen - Im ersten Versuch haben die Verantwortlichen des TSV Heimerdingen gleich einen Treffer gelandet. Als Nachfolger von Trainer Holger Ludwig hieß die Wunschlösung Jens Härter. Der bisherige Co-Trainer übernimmt in der kommenden Saison – wann auch immer die beginnt – die sportliche Verantwortung. Ein paar Tage Bedenkzeit hatte sich der 40-Jährige nach dem Gespräch mit dem TSV-Abteilungsleiter Uwe Sippel ausbedungen, dann sagte er zu.

„Das ist schon nochmal etwas ganz anderes, als Co-Trainer zu sein“, weiß Härter, „ich musste das auch erst noch mit meiner Familie besprechen.“ Der Übungsleiter wohnt mit seiner Frau und drei Kindern (fünf, acht und elf Jahre) in Asperg. „Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Dass ich als Erster angesprochen wurde, zeigt mir, dass ich im Verein eine gewisse Wertschätzung genieße.“ Aus dem Mund von Uwe Sippel klingt das so: „Er weiß, was er an uns hat, und wir wissen, was wir an ihm haben. Er hat ein seht gutes Standing in der Mannschaft.“

Erschwerte Planungen

Dass sich die Heimerdinger überhaupt nach einem neuen Trainer umsehen mussten, hatte sich kurz vor Ostern ergeben. Holger Ludwig und der Verein waren sich bereits einig, die Zusammenarbeit auch im vierten Jahr fortsetzen zu wollen, als der 38-Jährige überraschend ein Angebot des Verbandsliga-Tabellenführers TSG Backnang erhielt. Der Coach zog die vereinbarte Ausstiegsoption und sagte zu.

Die sowieso schon wegen der Corona-Pandemie erschwerten Planung des TSV Heimerdingen waren damit über den Haufen geworfen. Mit dem neuen Chef auf der Bank war man sich zwar schnell handelseinig, die Zusagen von den Spielern hatte es aber noch unter anderen Voraussetzungen gegeben. „Im Prinzip waren wir mit den Spielern schon durch“, sagt Uwe Sippel. Der Abteilungsleiter geht jedoch nicht davon aus, dass sich an den Zusagen etwas ändern wird.

Mit dem Großteil des Kaders wird der Club auch in die neue Runde gehen. Mahran Husein, Dimitriy Lubenskiy und Robert Feik werden dann voraussichtlich nicht mehr dazu gehören. Die Suche nach neuen Spielern gestaltet sich schwierig. Zum einen kann derzeit niemand sagen, in welcher Liga der auf einem Abstiegsplatz stehende Verein in der kommenden Saison spielt. Zum anderen können mangels Training derzeit auch keine Gäste zum gegenseitigen Beschnuppern eingeladen werden. Der Wunsch von Jens Härter: „Es ist natürlich immer gut, wenn jede Position doppelt besetzt wäre.“

Der ehemalige Dritt- und Regionalligaspieler der Stuttgarter Kickers geht nicht davon aus, dass die Saison 2019/2020 regulär beendet werden kann. „Natürlich würde ich mit der Mannschaft lieber in der Verbandsliga spielen“, so Härter, „der württembergische Fußballverband muss eine Entscheidung treffen, und da kann er es nicht jedem Recht machen. Aber egal, was kommt, wir werden uns fügen.“

„Ich war satt“

Der TSV Heimerdingen ist die erste Trainerstation des gebürtigen Bietigheimers. Nach dem Ende der aktiven Laufbahn legte Härter zunächst eine Pause vom Fußball ein. „Ich war satt, hatte zuvor immer alles andere hinten an gestellt“, sagt der gelernte Industriekaufmann. Nach rund sechs Jahren ohne Fußball kribbelte es aber doch wieder. Die Anfrage des ehemaligen Weggefährten Holger Ludwig kam gerade recht. Härter stieg in der Saison 2018/2019 in Heimerdingen als Co-Trainer ein. Dass er in Zukunft vorne dran stehen wird, ist für ihn kein Problem. Es ist nichts Neues. Vor Weihnachten vertrat er Holger Ludwig für vier Wochen. Die Bilanz aus vier Spielen unter seiner Verantwortung: drei Siege und eine Niederlage.

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