Tierisches Drama in Korntal Kater steckt im Fallrohr fest

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Der Vierbeiner steckt sprichwörtlich in seiner misslichen Lage. Foto: Feuerwehr Korntal-Münchingen

Mit einigen Tagen Abstand können die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr von Korntal-Münchingen mit Humor auf einen ungewöhnlichen Einsatz blicken. „Kater lässt das Mausen nicht, auch wenn’s ihm das Genick fast bricht“ – mit diese Worten überschreibt der Korntaler Feuerwehrmann Andreas Rometsch seinen Bericht von einem Einsatz in der vergangenen Woche.

Klägliches Miauen weist den Weg

Das Alarmstichwort lautete „Tier eingeklemmt“, mit dem die Feuerwehr kurz vor 11 Uhr in die Deckerstraße, also nahe des Bahnhofs, gerufen wird. Zwei Einsatzkräfte, die mit dem Kommandowagen vorausgefahren waren, trafen eine Polizeistreife und das Ehepaar an, das den Notruf abgesetzt hatte. Sie führten die Feuerwehr in den Garten, in dem ein ausgewachsener Kater kläglich miaute. Der Grund war offensichtlich: Sein Kopf steckte in einem auf dem Boden liegenden Fallrohr fest, zu sehen war nur der Körper ab dem Hals abwärts.

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Möglicherweise hatte der Kater eine Maus gejagt, die sich durch das enge Rohr in Sicherheit brachte – , während der geringe Durchmesser des Rohrs dem Jäger zum Verhängnis wurde. Die eigenen verzweifelten Befreiungsversuche des Katers waren erfolglos, da das Rohr an dieser Stelle gebördelt, also umgebogen war und deshalb wie ein Widerhaken wirkte, wie es in dem Bericht heißt. „Rettungsversuche wurden von dem bedauernswerten Tier sofort mit wildem Strampeln quittiert“, berichtet Rometsch. Das habe, so der Feuerwehrmann, auf Grund des Gewichts des eisernen Rohres eine erhebliche Gefahr für die Halswirbelsäule des Katers dargestellt. Um Verletzungen zu vermeiden und den Kopf schonend befreien zu können, trugen Polizei und Feuerwehr das verängstigte, nach wie vor im Rohr feststeckende Tier zum Kommandowagen, um es in eine nahe gelegene Tierarztpraxis zu bringen.

Erschöpftes Tier in Narkose gelegt

Die Tierärztin, die bereits telefonisch über den Notfall informiert worden war, versetzte den erschöpften Kater in Narkose, um ihn schonend befreien zu können. Während die Narkose langsam wirkte, sei die Feuerwehr zurück ins Gerätehaus gefahren, um Metallbearbeitungswerkzeug zu holen. Doch der erste Befreiungsversuch mit einer Metallschere misslang, da das Material des Rohres zu stark war und sich nicht mit der Schere schneiden ließ.

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Daher entschlossen sich die Einsatzkräfte letztlich, die Längsnaht des Fallrohres mit einer Wasserpumpenzange aufzubördeln. „Diese schweißtreibende Arbeit brachte den erwünschten Erfolg“, so Rometsch: Rund 45 Minuten nach Eingang des Notrufs war der Kater aus seiner Zwangslage befreit. Die Feuerwehr beendete den außergewöhnlichen und anspruchsvollen Einsatz. Die Tierärztin gab dem langsam erwachenden Kater Schmerzmittel und überließ ihn dann seiner Besitzerin, die inzwischen hinzugekommen war.

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