Tennis in Rutesheim und Renningen Der Jugendcup wird geadelt

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Liam Gavrielides: Sieger der U 18-Konkurrenz im Vorjahr. Foto: Andreas Gorr/Andreas Gorr

Der Coutntdown läuft: In drei Tagen fällt der Startschuss für den 24. Jugendcup, mittlerweile eines der renommiertesten Tennis-Nachwuchsturniere in Europa. Was der Turnierchef Peter Rohsmann und seine Mannschaft auf den Anlagen des TC Rutesheim – in diesem Jahr der Hauptspielort – und des TSC Renningen bieten, ist nahezu einzigartig.

Der Jugendcup – das sind drei Turniere in einem: das Ranglistenturnier des Deutschen Tennis Bundes (DTB) für die Altersklassen U 14 und U 16, der Wettbewerb für die gleichen Altersbereiche des europäischen Verbandes Tennis Europe (TE), und das Turnier des Tennis Weltverbandes ITF für die Altersklasse U 18. Mit der Hochstufung der U-18-Konkurrenz in die zweithöchste Kategorie ist die Arbeit des Organisationsteams noch einmal gewürdigt worden. Über dem Jugendcup stehen nun nur noch die Jugend Grand Slams und internationale Meisterschaften.

Diese Tatsache und das vergangene Coronajahr dürften mit ein Grund dafür sein, dass die Meldezahlen im Vergleich zur 23. Auflage deutlich nach oben geschnellt sind. Waren im Jahr 2021 in allen drei Turnieren zusammen genommen 240 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort, sind es diesmal schon 290 ohne das DTB-Ranglisteturnier. Waren im Vorjahr 33 Nationen vertreten, kommen diesmal über 40 zusammen. Die Anmeldungen trudelten aus fast allen Ländern Europas ein – erstmals dabei sind auch Spieler aus Armenien, Moldau und Montenegro – sowie aus Ägypten, Australien, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Israel, Japan, Kanada, Kasachstan, Korea, Marokko, Mexiko, Libanon, Neuseeland, Puerto Rico, Südafrika, Thailand und den USA. Nach den Vorgaben des europäischen und des Weltverbandes sind auch Spieler aus Russland und Belarus zugelassen. Sie starten allerdings nicht für ihre jeweilige Nation. Bei der Siegerehrung werden weder Flaggen noch Hymnen der kriegsführenden Länder gezeigt beziehungsweise ertönen.

Wild Card für Amar Tahirovic

Die Namen in den Meldelisten versprechen hochkarätigen Sport. In den U-18-Feldern treten etliche Spielerinnen und Spieler an, die in den Top 100 der Junior-Weltrangliste stehen. So wie die Französin Tiantsoa Sarah Rakotomanga-Rajaonah, die per Wild Card bei den French Junior Open in Paris spielte und dort in die zweite Runde einzog. Eine Wild Card für das Hauptfeld in Rutesheim hat sich auch der Lokalmatador Amar Tahirovic (TSC Renningen) verdient, der derzeit in der ITF-Junior-Weltrangliste auf Platz 677 geführt wird. Sein Vereinskollege Aaron Funk, der es im Vorjahr im U-16-Wettbewerb des europäischen Verbandes bis ins Halbfinale geschafft hatte, tritt diesmal in der Qualifikation der U-18-Konkurrenz an.

Starke Bilanz der ehemaligen Jugendcup-Spieler

Die Teilnahme in Renningen und Rutesheim ist keine Garantie für eine spätere große Karriere. Die Erfolgsbilanz von ehemaligen Jugendcup-Spielern ist jedoch stattlich. Sie sammelten bislang 18 Grand Slam-Siege und drei WM-Titel. Bei den Olympischen Spielen in Tokio blieben sie bei der Medaillenvergabe fast unter sich. Belinda Bencic (Jugend Cup 2008 und 2010) holte für die Schweiz Gold im Einzel und Silber im Doppel, Alexander Zverev (Jugend Cup 2010) gewann Gold im Einzel, Barbora Krejčíková (Jugend Cup 2008) war im Doppel erfolgreich, und Elina Switolina (Jugend Cup 2007) sicherte sich Bronze für die Ukraine.

Der Countdown läuft: „Wir kommen so langsam auf die Zielgerade“, sagt Peter Rohsmann. Es sind Kleinigkeiten, die noch erledigt werden müssen. Hier fehlt Papier, da müssen noch ein paar Schirme her, und für alle Fälle werden noch FFP2-Masken und Test Kits besorgt. Corona-Auflagen wie im Vorjahr gibt es diesmal jedoch nicht.

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