Motorsport Sektdusche ganz ohne Publikum

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Laurents Hörr (rechts) und die Fahrer bleiben bei der Siegerehrung unter sich. Foto: privat

Leonberg - Platz eins im ersten von zwei Läufen in der Serie Michelin Le Mans Cup. Und das auch noch auf dem legendären Kurs im französischen Le Mans. Also nichts wie rauf auf das Podest und – nichts. Genau so ist es dem Gerlinger Nachwuchsrennfahrer Laurents Hörr bei seinem Triumph zusammen mit seinem Teamkollegen Jean Glorieux ergangen. Das Gelände: komplett abgesperrt. Zuschauer: keine. Und selbst das Team durfte den Sieg nicht zusammen mit seinen Fahrern bejubeln. „So macht das Feiern keinen Spaß“, sagt Laurents Hörr. Er ist natürlich auch anderes gewohnt. Im Vorjahr beispielsweise, als er samstags den Rahmenwettbewerb des 24-Stunden-Rennens von Le Mans ebenfalls gewann, da säumten bereits 100 000 Rennsportfans die Strecke.

Corona hat auch den Rennsport verändert. Drei Monate lang ging für den Gerlinger gar nichts. Der 22-Jährige bestreitet in dieser Saison zum einen den Michelin Le Mans Cup, in dem er Titelverteidiger ist. Zum anderen absolviert er mit zwei Teamkollegen (Wolfgang Triller und Francois Kirmann) die Rennen der European Le Mans Series, die als Europameisterschaft auf der Langstrecke gelten. Zudem ist er zweimal (Austin/Texas und Spa-Francorchamps/Belgien) in ein Team berufen worden, das die Rennen um die FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft fährt.

Sponsoren halten Verträge ein

Jeweils zwei Veranstaltungen in den Le Mans-Wettbewerben (10. Oktober Monza/Italien, 1. November Portimao/Portugal) stehen noch aus. Die Finanzierung ist gesichert. „Die meisten Verträge werden ja schon im Jahr zuvor geschlossen, und die Sponsoren machen ihre Kalkulation ja auch vorher“, sagt Laurents Hörr. Wie es jedoch im nächsten Jahr aussieht und welche Mittel zur Verfügung stehen, das kann er jetzt noch nicht beantworten.

In der rennfreien Zeit hat er sich mit viel Sport fit gehalten. Darüber hinaus konnte er sich intensiver um sein in Leonberg beheimatetes Kart-Team kümmern und unter anderem die Werkstatt auf Vordermann bringen.

Aufholjagd bis auf Platz eins

Voll auf Kurs blieben Laurents Hörr und das luxemburgische Team DKR Engineering nun bei der Doppelveranstaltung in Le Mans. Im Gegensatz zu den anderen Stationen, wo einmal über eine Dauer von zwei Stunden gefahren wird, stehen in Frankreich zwei Wettbewerbe à 55 Minuten auf dem Programm. In Rennen eins übernahm der Gerlinger das Fahrzeug auf Position sieben liegend. Innerhalb kurzer Zeit arbeitete er sich auf Rang zwei vor und machte Druck auf den führenden Edouard Cauhaupe. In der letzten Runde des 13,6 Kilometer langen Kurses überholte er schließlich spektakulär vor der Zielflagge.

Auch im zweiten Rennen blies Laurents Hörr von Platz drei kommend zur Aufholjagd. Zum Sieg reichte es jedoch nicht ganz. Aus zehn Sekunden Rückstand auf den Führenden machte er am Ende 2,1 Sekunden. Das brachte den zweiten Rang. Mit seinem Teamkollegen führt er die Meisterschaftsserie weiter mit 19 Punkten Vorsprung an. Das Fazit des Rennwochenendes in Le Mans fällt dementsprechend positiv aus – auch wenn die Fahrer bei der Siegerehrung unter sich bleiben mussten.

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