Manfred Nittel wird 70 Aus Jux wurde Ernst

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Ebenfalls in dieser Zeit hat sein alter Kumpel Gerd Diebold Geburtstag. Auf der Feier verkleidet sich Nittel als Nachtwächter und trägt historische Anekdötchen vor. Es kam, wie es kommen musste. „Da hat Rose Schnaufer gemeint: Mensch, mach den Nachtwächter doch auch bei unserem Stadtfest“, erinnert er sich.

Kennen die Weiler Altstadt wie ihre Westentasche: Manfred Nittel (links) und Gerd Diebold. Foto: Stadt Weil der Stadt
Fortan haben Manfred Nittel und Gerd Diebold die Rolle, für die sie überall bekannt sind. Im Sommer führen sie alle zwei Wochen als Nachtwächter durch Weils Gassen. Und das hochoffiziell ratifiziert von der „Europäischen Nachtwächter- und Türmerzunft“.

Einfach Nachtwächter werden? Von wegen!

Denn Nachtwächter zu werden, ist gar nicht so einfach. „Wir wussten das anfangs auch nicht“, sagt Nittel. In Heidelsheim bei Bruchsal gab es einen Wächter, der ihnen alles erklärt hat. 2003, beim großen Treffen in Chemnitz, nimmt sie Walter Kienel, der Zunftmeister der europäischen Zunft, schließlich auf.

Seitdem geht es rund. Jährlich nimmt er an den Zunfttreffen teil, von England bis Südtirol überall in Europa. Und daheim, in Weil der Stadt, gehen Nittel und Diebold auf Tour, und immer noch kommen jedes Mal bis zu 40 Besucher. Warum eigentlich? Manfred Nittel überlegt. „Wir haben heute eine sehr schnelllebige Zeit“, sagt er. „Da besinnt man sich zurück.“ Dafür ist Manfred Nittel da.

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