Leichtathletik Renninger holt in der Königsdisziplin Silber

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Die Kondition passt: Luca Dieckmann (Mitte, links der spätere Sieger Jannis Wolff) ist beim Zehnkampf in Vaterstetten vor allem mit seinen Laufdisziplinen zufrieden. Foto: /Ralf Görlitz

Renningen - Bei den Deutschen Meisterschaften der Zehnkämpfer in Vaterstetten hat der Renninger Luca Dieckmann mit 7223 Punkten die Silbermedaille in seiner Altersklasse U 23 gewonnen. In der Gesamtwertung mit den Aktiven landete der 22-Jährige, der seit 2018 für den SSV Ulm startet, auf Rang fünf. Sieger beider Kategorien wurde der Aachener Jannis Wolff mit 7670 Punkten.

Mit der Silbermedaille ist Dieckmann richtig zufrieden. „Das Ergebnis ist auch in Ordnung, auch wenn es nicht das ist, was ich wollte“, sagt er. Körperlich sei er, trotz kleinerer Verletzungen in der letzten Zeit, gut vorbereitet gewesen. „Die läuferischen Disziplinen waren daher auch ganz ordentlich, für die technischen Disziplinen wie Diskus, Stabhochsprung, Hochsprung oder Hürden haben mir noch zwei bis drei Wochen Vorbereitung gefehlt“, sagt der 1,91 Meter große Modellathlet, der in Ulm Wirtschaftswissenschaften studiert. Da sei einiges an noch vielleicht möglichen Punkten liegengeblieben.

Die Leistungen sind eher zweitrangig

Wegen Corona durfte er erst Anfang Juni wieder ins Stadion. Doch jetzt war der Renninger, dessen Heimatverein vor seinem Wechsel nach Ulm die Sportvereinigung war, in erster Linie glücklich, dass er und seine Kollegen nach dem Lockdown endlich mal wieder einen Wettkampf bestreiten durften. „Das wichtige dabei ist, dass man ihn verletzungsfrei besteht“, sagt Dieckmann. Da seien die Leistungen in den einzelnen Disziplinen eher zweitrangig gewesen. Am ersten Tag bestreiten die Könige der Leichtathleten den 100 Meter Sprint, den Weitsprung, Kugelstoßen, Hochsprung sowie den 400 Meter-Lauf. Am zweiten Wettkampftag folgen 110 Meter Hürden, Diskus, Stabhochsprung, der Speerwurf sowie der abschließende 1500 Meter-Lauf.

Die Entscheidung, nach Ulm in die Gruppe von Bundestrainer Christopher Hallmann zu gehen, sei die richtige gewesen, sagt der ehemalige deutsche Zehnkampf-Jugendmeister von 2017, der noch immer den Kontakt nach Renningen pflegt. „Ich trainiere mit starken Athleten, die internationale Erfahrung haben, das ist ein großer Vorteil für mich.“ Da ist Arthur Abele, Europameister von 2018, der momentan wegen Schmerzen an der Achillessehne nur eingeschränkt trainieren kann. Oder Mathias Brugger, der eine Bestleistung von 8304 Punkten vorweisen kann, als Favorit in Vaterstetten allerdings aufgab, nachdem er wegen eines Fehlstarts im 100-Meter-Sprint disqualifiziert wurde. Manuel Eitel kuriert eine Fußverletzung aus, und Tim Nowak musste wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel bei der DM passen. „Viele machen in diesem Jahr etwas langsam und riskieren nichts, schonen sich wenn möglich für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr, wenn sie denn stattfinden“, sagt Dieckmann.

Nächstes Ziel ist die 8000er-Marke

Er selbst träumte schon von Olympia. „Das macht jeder Sportler, doch man muss auch realistisch sein. Momentan freue ich mich, dass ich endlich mal wieder einen Zehnkampf verletzungsfrei durchgezogen habe, und ganz groß wäre es, wenn ich mal bei den Europameisterschaften starten könnte.“ Das vergangene Jahr war von einigen Verletzungen geprägt. Davor hatte er 2018 in Ratingen mit 7496 Punkten eine neue persönliche Bestmarke erzielte. „Mein Ziel ist es, in naher Zukunft die 8000er-Marke zu knacken“, sagt Luca Dieckmann. Voraussetzung ist, dass er auch weiterhin den Spagat zwischen Studium und Leistungssport gut meistern kann.

Ebenfalls in Vaterstetten am Start war die Leonbergerin Hanna Render für die LG Gäu Athletics. In einem Feld von 27 Siebenkämpferinnen in der Altersklasse U 18 freute sie sich nach 4938 errungenen Punkten riesig über ihren zehnten Platz. Zumal die 17-jährige Gymnasiastin den Mehrkampf nur „nebenbei“ betreibt. Spezialisiert ist sie in erster Linie auf den Sprint und auf die 400 Meter Hürden. „Ihr Trainer Oliver Lembke legt goßen Wert auf Vielseitigkeit“, sagt Renders Mutter Irene, die die Tochter auf die Wettkämpfe begleitet. Derzeit müssen die Zuschauer allerdings vor dem Stadion warten. Drinnen lieferte die Siebenkämpferin ab. Die 100 Meter lief Hanna Render sogar in persönlicher Bestzeit (14,53 Sekunden). Nächstes Ziel für die Leonbergerin sind in 14 Tagen die Deutschen Meisterschaften in Heilbronn. Qualifiziert ist sie für 400 Meter Hürden sowie für 400 Meter flach sowie für den Hochsprung.

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