Kinderbetreuung im Strohgäu Ein Naturkindergarten für Korntal?

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Natur- und Waldkindergärten liegen im Trend. Die Kinder sind fast immer draußen. Foto: dpa/ Carste/ Rehder

Korntal-Münchingen - Münchingen hat schon einen, Korntal zieht womöglich nach: Die Stadtverwaltung von Korntal-Münchingen lotet zurzeit die Einrichtung eines Naturkindergartens aus. Man arbeite lösungsoffen an der Erweiterung des Platzangebots im Stadtteil Korntal, sagt die Leitern des Fachbereichs Familie, Bildung und Soziales, Catharina Vögele, auf Anfrage. „Auch ein Naturkindergarten ist in diesem Zusammenhang eine Option, die wir aktuell prüfen.“

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Details will Catharina Vögele erst in der Sitzung des Ausschusses für Verwaltung und Soziales am Donnerstag, 27. Januar (18 Uhr, Stadthalle Korntal), preisgeben, wenn der Masterplan Kinderbetreuung vorgestellt wird. Darin steht, wie die Stadt dahingehend aufgestellt ist. Angesichts des weiter steigenden Bedarfs an Betreuungsplätzen, mit deren Ausbau die Stadt kaum hinterherkommt, und fehlender Erzieherinnen und Erzieher dürfte es in der Stadt nach wie vor große Engpässe geben. Zuletzt berichtete der stellvertretende Fachbereichsleiter Jörg Henschke von einem „extrem starken Geburtenjahrgang 2019/2020“ in Korntal – bei einem zugleich leer gefegten Personalmarkt.

Rund zehn Stellen sind unbesetzt

Den die Verwaltung als das größte Problem sieht, denn ohne Personal kann sie keine neuen Gruppen öffnen, selbst wenn noch so viel Infrastruktur vorhanden ist. Daher stand bereits vor einem Jahr die Idee im Raum, „Kitas mit einem individuelleren Profil auszubilden, in der Hoffnung, so besser Personal gewinnen zu können“, wie Jörg Henschke sagte. Aktuell sind etwas mehr als zehn Stellen in den städtischen Kitas frei.

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Im Gemeinderat stößt das Vorhaben auf offene Ohren. So beantragten die Grünen für den Haushalt 2022 zu prüfen, ob sich in Korntal ein Naturkindergarten einrichten ließe. Die spezielle Ausrichtung könne Interesse bei den pädagogischen Fachkräften bewirken und zusätzliche Bewerbungen etwa von Naturpädagogen oder Biologen ermöglichen, nennen die Grünen als einen Grund für den Vorstoß.

Hemmingen steht laut dem Bürgermeister gut da

Derweil laufen in Hemmingen die Vorbereitungen für die Öffnung des ersten Naturkindergartens für 20 bis 25 Mädchen und Jungen im Alter von zwei oder drei bis sechs Jahren auf Hochtouren. Der Standort steht, mit dem Grundstück südöstlich des Zeilwalds im Gewann „Buschpfad“, der Bauwagen ist bestellt. „Die Betriebserlaubnis ist in den letzten Zügen. Nun geht es darum, die letzten Entscheidungen zu treffen bezüglich des Bauwagens, wie die Ausstattung“, sagt Bürgermeister Thomas Schäfer (CDU). Er freut sich, dass man durch die neue Einrichtung ein erweitertes Betreuungs- und zusätzliches Platzangebot schaffe. „Zudem wird der nahe gelegene Wald mit eingebunden.“

Etwa 2,5 Stellen muss die Gemeinde im neuen Kindergarten besetzen. Laut Schäfer gibt es interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus bestehenden Einrichtungen im Ort. Die würden sich jetzt im Bereich Waldpädagogik weiterbilden. Insgesamt stehe Hemmingen personell gut da. „Wir konnten viele Auszubildende übernehmen. Des Weiteren haben wir einige Nicht-Fachkräfte, die eine Schulfremdenprüfung abgelegt haben.“

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