Gemeinschaftliches Wohnen Gute Nachbarschaft in Weil der Stadt

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Das Ziel der Baugenossenschaft ist es, hochwertigen und gleichermaßen bezahlbaren Wohnraum auch in Weil der Stadt zu schaffen. Foto: Holger Leicht

Weil der Stadt - „Normalen Wohnraum für normale Menschen“ zu schaffen, das hat sich der Anfang dieses Jahres gegründete Verein Gemeinschaftliches Wohnen Weil der Stadt zum Ziel gesetzt. Die Mitglieder denken dabei an ein genossenschaftlich organisiertes Projekt in der Keplerstadt, in dem die Bewohner Mieter und Vermieter zugleich sind. Der Verein hatte kürzlich zu einer Veranstaltung ins Klösterle eingeladen, bei der Martin Gebler von der Stuttgarter Baugenossenschaft Neues Heim darlegte, wie so etwas funktionieren kann.

Die Stuttgarter haben 170 Wohnungen in Weil der Stadt

Die 1948 gegründete Baugenossenschaft hat derzeit rund 1800 Mietwohnungen in ihrem Bestand, davon 170 in Weil der Stadt in 18 Gebäuden in der Kelten- und der Gartenstraße sowie am Spitalweiher. „Wir sind der größte Einzelvermieter hier in der Stadt, was uns bisher nicht bewusst war“, sagte Martin Gebler im Klösterle. Als Baugenossenschaft vermiete und verwalte man die Wohnungen, halte sie instand und baue den Bestand durch Neubauprojekte kontinuierlich aus. In Weil der Stadt gebe es aktuell aber keine konkreten Neubau-Planungen. „Wir werden uns nie um die teuersten Grundstücke bewerben können, weil da Mieten rauskommen, die wollen Sie nicht haben“, sagte er an die Adresse der rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörer im Raum.

Das Ziel: bezahlbarer Wohnraum

Dennoch habe man den Anspruch, hochwertigen und gleichermaßen bezahlbaren Wohnraum für Menschen in verschiedensten Lebenslagen zu schaffen, sagte Martin Gebler, der in der Genossenschaft Prokurist und Leiter der Wohnungsverwaltung ist. Anhand von Beispielen aus Stuttgart erläuterte er Quartiersentwicklungen und Neubauprojekte, beispielsweise am Wiener Platz in Feuerbach. „Wir wollen gemeinsam mit unseren Mitgliedern genossenschaftlich geprägte bedarfsgerechte Mietwohnungsangebote entwickeln“, so Gebler. Stabile Hausgemeinschaften und Nachbarschaftsstrukturen im Quartier gelte es dabei ebenso zu schaffen wie „sorgende Nachbarschaften“.

Der Vertreter der Baugenossenschaft empfahl den Vereinsmitgliedern, mit den Akteuren vor Ort zu sprechen. „Man muss schauen, wer ist sonst noch da und was braucht die Stadt“, sagte er. Eine Frage aus dem Publikum, ob das bald leer stehende Bürgerheim für den Verein noch interessant sei, wurde von den Mitgliedern bejaht. Man sei im Gespräch mit der Stadt, aber es sei noch nichts geschehen. „Das Altersheim war die Initialzündung, dass wir ein solches Projekt weiterbetreiben“, erklärte die Vereinsvorsitzende Juliane Sauerland.

Die Stuttgarter sollen die Hardware liefern

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte sie, man könne sich vorstellen, dass die Baugenossenschaft sozusagen die „Hardware“ liefere und die „Planungen, wie wir zusammenleben wollen, ist dann unsere Sache.“ Neues Heim kenne das Geschäft und habe schon viele herkömmliche Wohnungen in der Stadt, sei aber auch bereit, ein innovatives Projekt zu begleiten. Eine solche Mieter-Baugemeinschaft, bei der alle durch die Einlage in die Genossenschaft Eigentümer und gleichzeitig auch Mieter seien, könnten sich die Vereinsmitglieder vorstellen.

Man wolle Wohnraum schaffen für ganz verschiedene Menschen, auch eine Pflege-WG ist angedacht. Besonderen Wert wolle man auf die Vernetzung mit anderen Gruppen im Ort und mit der Stadt selbst legen. „Der Vernetzungsgedanke ist uns sehr wichtig“, betonte sie. Jetzt sei die Stadt am Zug. „Wir sind optimistisch, dass etwas klappt.“

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