Fußball in Rutesheim Die „andere“ Rutesheimer Mannschaft punktet

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Keven Müller (rechts) spult ein enormes Pensum ab – Tübingen läuft hinterher. Foto: Andreas Gorr

Rutesheim - Nach dem Einstand des neuen alten Trainers Rolf Kramer mit drei Punkten gegen einen starken Gegner ließe sich trefflich über das Sprichwort mit den neuen Besen (die gut kehren) philosophieren. Statistiken hin, Statistiken her – viel aussagekräftiger ist ein anderer Spruch, der auf dem Kunstrasenplatz in Rutesheim die Runde machte: „Da steht eine ganz andere Mannschaft auf dem Platz.“

Und damit waren nicht die Personalentscheidungen von Rolf Kramer gemeint gemeint. Der Übungsleiter hatte gegenüber dem 0:6 in Gmünd nur zwei Änderungen vorgenommen. Tobias Gebbert und Keven Müller kamen für Valentyn Podolsky und Laurin Stütz.

Aggressiv und engagiert

Mit der anderen Mannschaft war das Auftreten des gesamten Teams gemeint. Immer lautstark angetrieben vom Mann an der Seitenlinie präsentierte sich die Elf von Beginn an mit viel Tempo, aggressiv, engagiert und keinem Zweikampf aus dem Weg gehend.

Am auffälligsten wurde das auf den Außenpositionen, auf denen Keven Müller (rechts) und Dennis Schwenker (links) ein enormes Pensum nach vorne wie nach hinten absolvierten. Das hatte auch der Trainer so gesehen, vergaß dabei aber auch den Rest der Mannschaft nicht: „Die anderen haben es auch so gemacht. Wir haben das auch von allen eingefordert. Außen war das aber am besten zu sehen.“

Zwei Halbchancen im gesamten Spiel

Nach der Partie sprachen beide Übungsleiter von einem verdienten Sieg der Gastgeber. Michael Frick bemängelte bei seinen Tübingern vor allem die fehlende Durchschlagskraft. Mit Jonas Frey und Noah Dörre fehlten zwei Offensivspieler, die derzeit scheinbar nicht zu ersetzen sind. Die Folge: gegen die aufopferungsvoll kämpfende Rutesheimer Mannschaft kam die TSG während der gesamten Spielzeit lediglich zu zwei Halbchancen. Einmal verließ Kerim Redzepovic seinen Kasten zu früh (26.), und ein Schuss von Tim Herrmann aus elf Metern geriet viel zu schwach (61.).

Das Chancenplus erarbeitete sich vor rund 300 Zuschauern die Heimmannschaft. Konstantin Kogel (40.), Lukas Feigl (42.), Dennis Schwenker (52., 60.) und Christopher Baake (72.) – der reaktivierte langjährige ehemalige Kapitän war nach 70 Minuten eingewechselt worden, als im Mittelfeld die Lücken etwas größer wurden – hatten gute Möglichkeiten. Rolf Kramer sah aber bei aller Freude über den Dreier genug Ansatzpunkte, an denen gearbeitet werden muss, unter anderem beim Passspiel und der Genauigkeit. „Es war schnell und teilweise viel zu hektisch. Aber wir wollten das Wilde – mit allen Konsequenzen“, sagte der Trainer.

Treffer nach einer Standardsituation

Und so blieb der Treffer von Tobias Gebbert der einzige des Abends. Er resultierte aus einer Standardsituation kurz vor der Pause. Bei einer Ecke von Alexander Wellert drückte Tobias Gebbert den Ball am langen Eck über die Linie (42).

Der Neuanfang ist gemacht. „Die Jungs sind marschiert und haben sich reingehauen“, nahm Rolf Kramer erfreut zur Kenntnis. Um den schweren Weg aus dem unteren Tabellendrittel heraus weiter zu gehen, darf dieser Auftritt allerdings keine Eintagsfliege bleiben.

SKV Rutesheim: Redezepovic, A. Wellert, Kogel, Trefz, Feigl (76. Maier), Gebbert, Weiß (70. Baake), Rudloff, Schwenker, Schürg (52. Schulze), Müller (88. M. Wellert).

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