Engelbergtunnel Mit einem Jahr Verspätung geht es im April los

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Im April 2021 sollen die Arbeiten im Bereich der Fahrbahn des Engelbergtunnels beginnen. Foto: 7aktuell.de/Nils Reeh

Leonberg/Gerlingen - Mit gut einem Jahr Verzögerung sollen im April die Bauarbeiten in den Röhren des Engelbergbasistunnels starten. Das teilte das Regierungspräsidium Stuttgart am Montag mit. Bereits im September 2019 war die erste Phase der so genannten Hauptbaumaßnahme gestartet, in der vor allem unter der Fahrbahn und nachts gearbeitet worden war.

Für das Frühjahr 2020 war dann die zweite Phase angekündigt worden, in der erstmals auch tagsüber in den Verkehr eingegriffen wird, etwa durch Spurverengungen. Dies hatte sich zunächst durch die Corona-Pandemie verzögert, weil Mitarbeiter und Material fehlten.

Aus dem anvisierten Termin im Juli wurde dann auch nichts. Wie das Regierungspräsidium im August mitteilte, erfüllten in der Ukraine vorproduzierte Stahlbauteile nicht die Qualitätsanforderungen. 70 dieser Teile waren bereits zur Baustelle geliefert und dort nach einer Überprüfung beanstandet worden. „Zwischenzeitlich konnte das Land ein Ergebnis zur Weiterführung der Hauptbaumaßnahme Engelbergtunnel erzielen“, teilt das RP nun mit.

Rund 200 bereits produzierte Stahlteile würden umfangreich nachgearbeitet. „Die beauftragte Baufirma wird Sorge dafür tragen, dass die noch zu produzierenden rund 430 Stahlbauteile ebenfalls den geforderten Qualitätsansprüchen entsprechen“, schreibt das RP weiter. Die Gesamtkosten der Tunnelsanierung von rund 130 Millionen Euro würden sich deshalb aber nicht erhöhen.

„Jedoch wird sich aufgrund des verzögerten Starts der zweiten Bauphase die Baumaßnahme um etwa ein Jahr verlängern“, heißt es in der Mitteilung. Die Baustelle könnte also bis 2025 dauern. Wenn die zweite Phase im April startet, werden zwischen 5 und 20 Uhr alle sechs Fahrspuren zur Verfügung stehen, wenn auch verengt und nur bei Tempo 60. Eine Fahrspur in Richtung München wird in die Oströhre verlegt. Die beiden übrigen Spuren in der Weströhre werden nachts gesperrt.

Der Engelbergbasistunnel durchquert eine Anhydritschicht im Gestein, die durch Kontakt mit Wasser aufquillt und auf die Röhren drückt. Während der anstehenden Arbeiten sollen die Tunnelröhren auf etwa 175 Metern von innen mit Stahl und Beton verstärkt werden, um dem Druck standzuhalten.

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